Marktmacht der Konzerne 29.07.2020, 10:39 Uhr

Chefs von Tech-Konzernen bei Anhörung im US-Kongress

Vier Chefs von Tech-Giganten werden von US-Kongressabgeordneten per Videokonferenz in die Mangel genommen. Es geht um die Frage, ob Amazon, Apple, Facebook und Google zu mächtig sind und den Wettbewerb behindern. Die Manager weisen die Vorwürfe zurück.
Muss ebenfalls vor dem US-Kongress antraben: Apple-CEO Tim Cook
(Quelle: Jeff Chiu / AP / dpa )
Die Chefs der vier Technologie-Riesen Apple, Amazon, Facebook und Google müssen sich heute Fragen von Abgeordneten im US-Kongress stellen.
Bei der Anhörung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses steht (ab 18:00 MESZ) die Marktmacht der Konzerne im Mittelpunkt. Die vier Top-Manager sollen per Videokonferenz teilnehmen.
Die US-Konzerne sind verschiedenen Vorwürfen unfairen Wettbewerbs ausgesetzt, denen die Abgeordneten seit gut einem Jahr nachgehen. So dürfte Apple-Chef Tim Cook zu den Konditionen für App-Entwickler auf der Download-Plattform für iPhone-Anwendungen befragt werden. Anbieter wie Musikstreaming-Marktführer Spotify kritisieren als unfair, dass sie bei Verkäufen dort 15 bis 30 Prozent der Erlöse an Apple abgeben müssen.

Marktmacht von Google und Facebook

Facebook-Chef Mark Zuckerberg wurde in der Vergangenheit schon mehrfach im Kongress in die Mangel genommen. Dem Online-Netzwerk wird unter anderem vorgeworfen, durch Übernahmen wie Instagram und WhatsApp zu dominant im Social-Media-Geschäft geworden zu sein. Im Fall von Google dürfte sich Sundar Pichai, der auch an der Spitze des Mutterkonzerns Alphabet steht, Fragen zur Marktmacht im Suchmaschinen-Geschäft und bei Online-Werbung stellen müssen.
Gegen Amazon gibt es unter anderem den Vorwurf, der Konzern nutze Daten anderer Händler, die auf seiner Plattform verkaufen, um diese dann in lukrativen Bereichen aus dem Geschäft zu drängen. Amazon-Chef Jeff Bezos ist den Republikanern im Repräsentantenhaus aber auch zusätzlich ein Dorn im Auge als Besitzer der «Washington Post», in der oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird.
Der Ausschuss veröffentlichte in der Nacht zum Mittwoch die Stellungnahmen der vier Konzernchefs, die sie vor Beginn der Fragerunde abgeben werden. In den Texten zeichnen sich einige gemeinsame Verteidigungslinien ab. So betonen die Manager, dass es sich bei den Tech-Schwergewichten um durch und durch amerikanische Unternehmen handele. Ausserdem weisen sie darauf hin, dass es in ihren Märkten starke Konkurrenten gebe und ihr künftiger Erfolg alles andere als sicher sei.


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