01.09.2005, 16:33 Uhr

Spardruck bleibt bestehen

Nach wie vor stehen die Firmen bei der Informatik unter einem grossen Spardruck, hält KPMG in ihrer jüngsten Studie fest.
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Mehr als 135 CIOs (Chief Information Officers) aus unterschiedlichen Branchen aus der Deutschschweiz und der Romandie hat die Wirtschaftsprüferin KPMG für ihre jüngste «IT-Management-Studie 2005» befragt. Gegenüber der letzten Erhebung vor zwei Jahren hat sich bezüglich dem Spardruck nichts geändert. Nach wie vor wird von den CIOs verlangt, die Kosteneffizienz zu erhöhen. Gesamthaft gesehen sind die IT-Budgets 2005 gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert geblieben, wobei je nach Branche grosse Unterschiede auszumachen sind.
Die Entscheidungskompetenz der IT-Chefs ist laut der Studie gegenüber 2003 in fast allen Bereichen gesunken. Nur rund ein Viertel können über strategische IT-Ziele und das IT-Budget entscheiden. Auch die Planung der Projekte liegt bei mehr als der Hälfte in den Händen der Geschäftsleiter. Am meisten zu sagen haben die CIOs bei der Zuteilung der Projektressourcen. Allerdings haben auch in diesem Segment 16 Prozent nicht das letzte Wort.
Bei der strategischen IT-Planung steht die Verbesserung der Geschäftsprozessunterstützung zuoberst auf der Prioritätenliste. Die Zieldimensionen Kosten, Qualität, Effizienz und Sicherheit haben etwa dieselbe Bedeutung wie vor zwei Jahren. Stabil verhalten sich die Firmen mit ihrer Sourcingstrategie: Weder einem vermehrten Out- noch einem stärkeren Insourcing wird laut der Studie eine hohe Priorität eingeräumt.

Spardruck bleibt bestehen

Bezüglich der Informationssicherheit hat sich in den letzten zwei Jahren nicht viel verändert. Das grösste Sorgenkind ist nach wie vor das Sicherheitsbewusstsein bei den Endanwendern. Nur knapp 20 Prozent der IT-Verantwortlichen geben ihnen eine gute Note. Zuversicht herrscht dafür beim Virenschutz, wo in den letzten Jahren einiges investiert wurde. Keiner der IT-Chefs benotet sein Unternehmen hierbei mit einer ungenügenden Note. Die Finanzdienstleister geben sich sogar allesamt ein gut bis sehr gut.
Die Studie hat aber auch Schwächen aufgedeckt. So tun sich viele IT-Abteilungen schwer, Kosten und Nutzen transparent zu machen und Sparpotenziale zu identifizieren. Aus diesem Grund wird die IT als wichtiger Produktionsfaktor oft verkannt, hält die Studie fest. Auch haben die Ergebnisse der Studie gezeigt, dass noch viele Projekte scheitern oder den erwarteten Nutzen nicht erbringen. Dabei wurde ein starker Zusammenhang zwischen fehlendem Einsatz von strukturierten Projektmanagement-Instrumenten und Know-how festgestellt.
Fredy Haag



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