Startup-Finanzierung bleibt trotz Corona-Krise auf hohem Niveau

Weniger Megafinanzierungen 

Die Zurückhaltung der internationalen Investoren dürfte auch mit dem Ausbleiben der «Megafinanzierungsrunden» zusammenhängen, bei denen gerade die US-Investoren in der Vergangenheit sehr bedeutend waren. Im ersten Semester 2019 hatte es noch drei Finanzierungsrunden im dreistelligen Millionenbereich gegeben. Im ersten Halbjahr 2020 kam die schweizweit grösste Finanzierungsrunde dagegen noch auf 77 Millionen: Es handelte sich um das Zürcher IT-Unternehmen Scandit. Fast ebenso viel Geld (73 Millionen) wurden in die auf CO2-«Filterung» spezialisierte Climeworks investiert. 
Spürbar waren die Auswirkungen von Lockdown und Reisebeschränkungen dagegen bei den «Exits» – Firmenverkäufe oder Börsengänge seien in den Monaten April und Mai wegen des Lockdowns und der Reisebeschränkungen fast zum Erliegen gekommen, so Heimann. Dank eines guten Starts ins Berichtsjahr gab es aber immer noch 21 «Exits» – 20 Verkäufe und ein IPO - und damit so viele wie im Schnitt der Vorjahre. 

Investoren optimistisch 

In einer Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern gaben die Schweizer Investoren ebenfalls an, ihre Investmenttätigkeit trotz Corona-Krise fast ungebremst aufrechterhalten zu haben. Gleichzeitig erklärten drei Viertel der Investoren aber auch, dass die Bewertungen der Startups im Vergleich mit den «Vor-Pandemie»-Niveaus gefallen seien. 
Insgesamt rechnen die befragten Schweizer Investoren damit, im laufenden Jahr keine Abstriche bei ihrer geplanten Investitionstätigkeit zu machen. Zudem war die klare Mehrheit der Befragten der Auffassung, dass die Startup-Finanzierung in der Schweiz schon 2021 auf das Rekordniveau von 2019 zurückkehren werde.


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