Die smarte Schweiz in 20 Jahren

Autonomes Fahren vergrössert Individualverkehr

Die Mobilität werde zunehmen aufgrund des Bevölkerungswachstums, aber auch durch neue technische Ansätze wie das autonome Fahren. Das werde neuen Gruppen den Zugang zum Individualverkehr auf den Strassen ermöglichen, die bisher davon ausgenommen waren, etwa Menschen mit Behinderungen oder Personen ohne Führerausweis. Auch die Logistik müsse man berücksichtigen.
Auf den Ausbau von Strassen solle verzichtet werden. «Wir haben ein gut ausgebautes Verkehrssystem», betonte Bächtold. Man könnte stattdessen etwa nachts digital gesteuert den Warenverkehr lenken. Um all diese Herausforderungen meistern zu können, brauche es ein neues Bundesamt für Mobilität und idealerweise ein Mobilitätsmanagementsystem.

Die Entwicklung hin zur Smart City bedeutet nichts geringeres als die digitale Transformation urbaner und auch alpiner Lebensräume. In Basel trafen sich Experten für Raumplanung, Entscheider aus Politik und Wirtschaft sowie Technologieanbieter, um über die Zukunft der smarten Schweiz zu diskutieren.

Der zunehmende Warenverkehr stelle künftig auch die Wohnquartiere vor Schwierigkeiten. Bereits heute nehme der Warenumschlag durch das Online-Shopping zu. Es sei zentral für die Quartierplanung entsprechende Lösungen zu entwickeln.

Urbane Zentren, digitalisierte Bergregionen

Für die Studie teilte der ROR die Schweiz in vier grundlegende Raumtypen auf:
  • Wachstumsstarke urbane Ballungszentren
  • Ländlicher Raum mit kleineren und mittleren Orten
  • Jurabogen und voralpine Räume
  • Alpine Räume
Damian Jerjen, Kantonsplaner Wallis (Mitglied ROR) zeigte beispielhaft auf, wie künftig die alpinen Räume von der Digitalisierung profitieren dürften und woran sich das heute bereits ablesen lässt.
So eröffne etwa die Forschung im Hightech-Bereich Chancen für Berggebiete. Sitten etwa betreibt bereits mit der EPFL ein Cluster für Energietechnik. Für Start-ups seien die Berggegenden attraktiv, denn die Landpreise seien niedrig und böten eine gute Infrastruktur.
Im Jahr 2040 werde es noch mehr Cluster in den alpinen Regionen in den Haupttälern geben, ergänzt mit guten Ausbildungsstätten, die ihrerseits innovative Firmen anziehen werden, gab sich Jerjen überzeugt. Die Seitentäler der Bergregionen, die heute von Abwanderung bedroht sind, würden dank smarter Infrastruktur an die urbanen Zentren des Landes angebunden sein, führte Jerjen weiter aus.
Damit die Vision wahr werden kann, benötigt es eine digitale Infrastruktur, etwa leistungsstarke Glasfaserleitungen. Die Gesetzgebung müsste teilweise angepasst und die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung gesteigert werden. Heute gebe es in der Schweiz über 2000 Gemeinden, die Hälfte von ihnen hat weniger als 5000 Einwohner. Bund und Kantone sollten hier Anreize für Fusionen schaffen.


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