29.09.2004, 00:00 Uhr

Die Schweizer Meister der Junginformatiker

Gestern Abend wurden auf dem Modelaufsteg der Züspa die Sieger der Schweizer Berufsmeisterschaft für Junginformatiker bekränzt. Matthias Maurer, Michael Iten und Danny Meier werden die Schweizer Fahnen bei der nächstjährigen Weltmeisterschaft in Helsinki hochheben.
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Matthias Maurer, Michael Iten, Danny Meier und Alexander Wehrli
Eigentlich dürfte auch Alexander Wehrli mit nach Helsinki fahren. Aber da die Disziplin «"pplication Development", die er gewonnen hat, bis dato noch nicht international ist, kann er sich das Kofferpacken ersparen. Das wird aber seine Freude über den Gewinn des Schweizer Meistertitels im Softwareentwickeln nicht schmälern. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er eine schwierige technische Aufgabe löste: Seine Gruppe hatte über einen MP3-Spieler eine Software zu schreiben, mit der man das Abspielen von Songs im Internet steuern kann.
Die "Schweizer Meisterschaften Informatikberufe" wurden in der Züspahalle 9, die dem Thema "Berufe an der Arbeit" gewidmet war, durchgeführt. Die Gruppe der Netzwerktechniker hatte am ersten Tag Fehler in Hard- und Softwarelösungen zu suchen. Die beiden nächsten Tage wurden dazu verwendet, eine Client-Server-Infrastruktur in einer Windows-Umgebung aufzubauen. Am letzten Tag galt es, ein aus mehreren Routern und Switches bestehendes Netzwerk zum Laufen zu bringen. Als Topnetzwerker entpuppte sich Danny Meier. Er sicherte sich die Siegerplakette.
Die Sparte "IT/Software Applikationen" gewann Matthias Maurer. Die Schwierigkeit lag in diesem "Trade" darin, in kurzer Zeit viele Aufgaben zu bewältigen, wie Maurer gegenüber Computerworld hervorhob. Unter anderem galt es, eine Datenbank aufzubauen und Grafiken zu entwickeln. Sehr knapp zu und her ging es im Bereich Web-Design. Die Teilnehmer dieser Berufssparte hatten einen kompletten Internet-Auftritt einer fiktiven Firma samt Web-Shop und Installation in einer Serverumgebung zu konzipieren und zu realisieren. Der bei den Winterthurer Versicherungen angestellte Michael Iten konnte sich letztlich in diesem Segment durchsetzen.
Maurer, Iten und Meier werden also im nächsten Jahr an der Berufsweltmeisterschaft "World Skills", die von 26. bis 29. Mai 2005 in Finnlands Hauptstadt Helsinki durchgeführt wird, teilnehmen. Die Schweizer Vertreter können bis dahin noch intensiv an ihren Fähigkeiten arbeiten. Zudem führt der SVIB (Schweizerischer Verband für Informatik-Berufsausbildung) mit den Siegern noch zwei spezielle Trainingsweekends durch.
Zur Weltmeisterschaft, die alle zwei Jahre abgewickelt wird, sind übrigens nur Berufsinformatiker und Lehrlinge zugelassen, die zum Zeitpunkt der Durchführung des Events noch nicht älter als 22 Jahre sind.
Laut SVIB-Leiter Hansruedi Küttel haben sich heuer im Vergleich zur letzten Schweizer Meisterschaft weniger Teilnehmer beworben. Ursache dafür sei, dass die Verbände, die die letzten Meisterschaften mitorganisierten, diesmal ausgestiegen seien und der SVIB auf sich alleine gestellt war. So nahmen am Wettkampf nur 15 Junginformatiker teil, die aus den wenigen Bewerbungen ausgewählt wurden.Dennoch sei das Niveau des Wettbewerbs nicht schlecht gewesen, in den Bereichen Web-Design und Netzwerktechnik gar weltmeisterlich, so Küttel.


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