05.09.2017, 15:00 Uhr

Quickline will mit Gratis-TV-App weiter wachsen

Im ersten Halbjahr ist Quickline – entgegen dem Trend in der Telko-Branche – kräftig gewachsen. Nun legt der Kabler mit einem neuen Gratis-TV-Angebot nach.
Quickline lanciert mit TV Air Free ein Gratis-TV-Angebot für die ganze Schweiz
Mit dem neuen TV-Produkt «Quickline TV Air Free» lanciert die UPC-Konkurrentin Quickline ein neues Angebot mit Replay, das erstmals schweizweit erhältlich ist. Das Gratis-Fernsehen über Internet soll ohne Werbung auskommen. Die TV-Lösung kann, unabhängig vom Provider, über die mobilen Apps von Quickline auf dem Tablet oder dem Smartphone konsumiert werden. Wer mehrere Services (Internet, TV, Festnetz, Mobile) nutzen will, wäre nach aber nach wie vor auf eine Kombilösung eines Anbieters angewiesen.
Das Produkt offeriert 130 Free-TV-Sender, 30 Stunden Replay, zehn Stunden Aufnahmen sowie die Möglichkeit, mit bis zehn persönlichen Profilen auf zwei Geräten unterwegs zu sein. Das Angebot startet am 25. September auf der Quickline-Webseite. Mit MySports HD gibt es zudem ein wöchentliches Live-Spiel der Schweizer Eishockeyliga.

Nummer zwei als Ziel

Bisher beschränkte sich der TV-Markt des Kablers auf rund 400'000 Haushalte in den Kabelnetzen innerhalb des Quickline-Verbunds. Mit dem neuen TV-Angebot wolle Quickline schweizweit expandieren, sagte Konzernchef Nicolas Perrenoud am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Das neue TV-Angebot solle in der ganzen Schweiz neue Kunden bringen und Quickline als ernstzunehmenden Spieler im TV-Markt positionieren. Ziel sei es, von der Position der Nummer drei näher an die Nummer zwei heranzurücken. Auf diesem Platz rangiert derzeit die grösste Kabelnetzbetreiberin UPC mit 1,233 Millionen TV-Kunden hinter Branchenprimus Swisscom mit 1,447 Millionen Fernsehabonnenten. Quickline wolle in den nächsten drei Jahren den Abstand von rund 700'000 Haushalten zur Nummer zwei deutlich verringern, sagte Perrenoud. «Irgendwann» wolle man Nummer zwei im Schweizer Fernsehmarkt werden. Für die Angebotserweiterung gibt es jedoch noch einen anderen Grund. «Das TV-Verhalten der Netflix-Generation ist für uns wegweisend», sagt Nicolas Perrenoud, CEO der Quickline-Gruppe. Man sei überzeugt, dass zukünftig immer weniger Menschen klassisch fernsehen. «Sie konsumieren lieber zeit- und ortsunabhängig nur noch diejenigen Inhalte, welche sie auch wirklich interessieren.» Deshalb passt Quickline laut Perrenoud die Strategie an. Nächste Seite: Kräftiges Wachstum

Kräftiges Wachstum

Im ersten Halbjahr hat Quickline entgegen dem Trend in der Telekombranche erneut kräftig zugelegt. Der Umsatz des vor allem im Mittelland tätigen TV-, Internet- und Telefonieanbieters kletterte um knapp 14 Prozent auf 131 Millionen Franken. Ohne die Übernahme von drei neuen Partnernetzen hätte der Verbund den Umsatz aus eigener Kraft um knapp 7 Prozent gesteigert. Besonders deutlich wuchsen das Telefonie- und das Internetgeschäft. Die Zahl der Internetkunden bei den 24 Kabelnetzbetreibern des Verbundes stieg um gut 17 Prozent auf 178'000 Abonnemente an. Bei der Telefonie betrug das Plus gar über einen Drittel. Dort stieg die Kundenzahl auf 138'000 Haushalte an, wobei sich in diesem Bereich die Mobiltelefonie verdoppeln konnte. Man profitierte von der bevorstehenden Abschaltung der analogen Festnetztelefonie bei der Swisscom, sagte Perrenoud. Zahlreiche Kunden würden vom «Blauen Riesen» zu Quickline, Sunrise oder anderen Kabelnetzanbietern wechseln. Sogar im Fernsehgeschäft ist Quickline entgegen dem Branchentrend gewachsen. Die Zahl der TV-Kunden stieg um knapp 7 Prozent auf 381'000 an. Ohne die drei neuen Partnernetze hätte der Quickline-Verbund allerdings gut 2 Prozent der TV-Kunden verloren. Im zweiten Halbjahr dürfte es jedoch schwierig sein, die Wachstumsraten des ersten Semesters zu halten, sagte Perrenoud. Aber man werde im Gesamtjahr ansprechende Wachstumsraten ausweisen. Zu den Gewinnzahlen machte Quickline keine Angaben.


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