22.02.2016, 11:17 Uhr

Mittlerweile werden mehr Smartwatches als Schweizer Uhren verkauft

Im vierten Quartal 2015 sind laut Analysten erstmals mehr Smartwatches als traditionelle Uhren von Schweizer Herstellern verkauft worden. Die Smartwatches der Schweizer Uhrenhersteller spielen praktisch keine Rolle.
Smartwatches vs Schweizer Uhren: Die einen hatten im Q4 2015 ein Wachstum von 315.6 Prozent gegenüber dem Vorjahr aufzuweisen, die anderen einen Rückgang um 4.8 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt: 8,1 Millionen Smartwatches und 7,9 Millionen Schweizer Uhren wurden im wichtigsten Quartal des Jahres verkauft. Wenn die Zahlen der Marktforscher von Strategy Analytics stimmen, kommt dies einem Erdrutsch in der Branche gleich. Zum ersten Mal hätten die intelligenten Uhren die Schweizer Traditionsprodukte überholt. Diese Entwicklung konnte erwartet werden, die Geschwindigkeit überrascht allerdings. Noch 2014 mussten die Smartphonehersteller enttuschende Absatzzahlen vermelden. Der Grund für den Aufschwung trägt einen Namen: Apple. Seit April 2015 haben die Cupertiner eine Smartwatch im Angebot, bereits sind sie Marktdominator. 5,1 Millionen Smartwatches soll alleine Apple verkauft haben, der Marktanteil soll 63 Prozent betragen. Konkurrent Samsung kommt in der Schätzung von Strategy Analytics derweil auf 16 Prozent Marktanteil, was knapp 1,3 Millionen Smartwatches entsprechen würde. Die Südkoreaner haben bereits seit Herbst 2013 Smartwatches im Angebot und dürften derzeit relativ bedröppelt in die Welt blicken. Wie natürlich auch die Schweizer Uhrenmacher. Viel zu lange haben sie geglaubt, weiterhin Qualität und Luxus verkaufen zu können. Und sind nun, wie alle traditionellen Unternehmen in Branchen, die bereits die Digitalisierung zu spüren bekommen haben, eines Besseren belehrt worden. Zwar haben einige Firmenchefs weiter gedacht als andere, allen voran Jean-Claude Biver von Tag Heuer und Nick Hayek von Swatch. Aber ihr Anteil am weltweiten Smartwatch-Markt soll laut Strategy Analytics lediglich ein Prozent betragen. Natürlich, beide Firmen sind erst kurz am Markt und müssen sich noch mit dem Gedanken anfreunden, Technologieunternehmen zu werden. Die Absätze dürften wohl noch steigen, aber die Marktmacht von einst werden die Schweizer Uhrenhersteller nie mehr zurückgewinnen.


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