Leadership: «Command and Control hat es jetzt schwerer»

Führungs-Basics

Interessant ist, dass sich die Erfahrungen von Reto Brechbuehl, Managing Director beim 20-köpfigen Solothurner Software-Engineering-Spezialisten queo swiss, mit den Einschätzungen von Völzke weitgehend zu decken scheinen. «In Sachen Leadership hat sich bei uns durch Corona eigentlich nichts gross verändert», erklärt Brechbuehl. Das sogenannte «New Normal» lebe man bereits seit Langem. «Gemeinsame Visionen inspirieren und motivieren uns. Ich persönlich versuche, durch mein Handeln jeden Tag Resultate zu schaffen, um dadurch unseren Visionen ein kleines Stück näher zu kommen. Und genau das tut bei uns auch jeder einzelne Mitarbeiter, egal ob im Home Office oder im Büro. Was zählt, ist die Motivation und der innere Antrieb, einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Grundlage dafür bilden unsere gemeinsamen Werte und Überzeugungen, die wir in der ganzen Firma hochhalten und leben.» So seien die Ansprüche und Erwartungen heute die gleichen wie früher. «Was aktuell fehlt, ist der zwischenmenschliche Austausch und die informellen Kaffee- und Ganggespräche, die wir versuchen, durch virtuelle Kaffeepausen, WhatsApp-Gruppen und Co. zumindest teilweise zu kompensieren.»
“Agile Methoden und Lean-Management-Ansätze haben sich auch in der Krise sehr gut bewährt und als äusserst resilient erwiesen„
Reto Brechbuehl, queo swiss
Leadership verstehe er als etwas Persönliches, Zwischenmenschliches: «Es geht darum, die Mitarbeiter zu motivieren und sie entsprechend ihren Fähigkeiten und Zielen optimal einzusetzen, sodass für das Unternehmen und seine Kunden das bestmögliche Ergebnis erzielt werden kann», ergänzt er. «Dazu muss man zuhören, beobachten, aufmerksam sein und miteinander sprechen.» Hierbei komme queo entgegen, dass man schon seit Langem agile Methoden und Lean-Management-Ansätze selbst einsetze und Unternehmen bei der Planung und Implementierung solcher Konzepte berate. Diese Best Practices in Leadership «haben sich auch in der Krise sehr gut bewährt und als äusserst resi­lient erwiesen», schiebt er nach. Sie seien nicht nur Rahmen­bedingungen für die Kreativität und Neugier der Mitarbeiter, sondern zugleich und unabhängig von der Krise die Voraussetzung dafür, um «gut positioniert und erfolgreich in die zunehmend dynamische und digitale Zukunft zu schreiten», ist Brechbuehl überzeugt.


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