EPFL-Entwicklung 30.09.2019, 15:58 Uhr

Umweltfreundlichere Bitcoin-Alternative aus Lausanne

Die Kryptowährung Bitcoin verbraucht enorme Mengen an Energie und produziert damit erhebliche CO2-Emissionen. Forscher der ETH Lausanne arbeiten an einer energiesparenden Alternative.
DCL/EPFL
(Quelle: Die Co-Autoren Matteo Monti, Rachid Guerraoui, Dragos-Adrian Seredinschi und Matej Pavlovic)
Der ökologische Fussabdruck der Digitalwährung Bitcoin ist gewaltig. Der Grund ist der Mechanismus, der für die Sicherheit von Transaktionen sorgen soll, zum Beispiel um zu verhindern, dass eine Bitcoin-Einheit mehrfach ausgegeben wird. Im Kern geht es darum, dass jede Transaktion durch einen temporären zentralen Kontrolleur bestätigt werden muss, der die Gesamtheit des Bitcoin-Netzwerks kontrolliert und die Berechtigung hat, der «Blockchain» die neue Transaktion hinzuzufügen.
Für seine Leistung erhält der zentrale Kontrolleur Bitcoin-Einheiten, weshalb der Wettbewerb um diese Rolle hart ist. Es gewinnt, wer ein komplexes mathematisches Problem löst - was enorme Rechenleistung und Unmengen an Energie braucht. Fachleute bezeichnen dies auch als "Mining".

Unschuldsvermutung als Basis

Ein Forschungsteam um Rachid Guerraoui von der ETH Lausanne (EPFL) schlägt jedoch einen anderen, minimalistischen Ansatz vor, der weitaus weniger Energie verbraucht. «Wenn es nur um die Frage geht, ob Person A eine Bitcoin-Einheit an Person B überweisen darf, oder ob sie diese Einheit schon Person C, D und E gegeben hat, braucht man keine zentrale Autorität, die das komplette Netzwerk kontrolliert», erklärte Guerraoui im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es sei ein weitaus einfacheres Problem.
Anstatt alle Akteure unter Generalverdacht zu stellen, geht der von Guerraoui und seinen Kollegen entwickelte Algorithmus namens «Byzantine Reliable Broadcast» vom Prinzip der Unschuldsvermutung aus, wie die EPFL am Montag mitteilte.


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