23.10.2013, 12:03 Uhr

Ächtung von Killer-Robotern gefordert

Bei den Vereinten Nationen laufen Bemühungen, sogenannte Killer-Roboter zu verbieten. Derweil hat die Industrie gezeigt, was die Maschinen-Soldaten drauf haben.
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Einer der Killer-Roboter, der auf dem Waffenplatz in Georgia gezeigt wurde: der Talon vom britischen Hersteller Qinetiq
Am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York laufen derzeit Bemühungen von Menschenrechtsgruppen und Diplomaten, die Weiterentwicklung von sogenannten Killer-Robotern zu unterbinden. So hat sich ein Ausschuss der Generalversammlung, der sich Abrüstungsfragen und Themen der internationalen Sicherheit widmet, mit der Sache beschäftigt. Die Mitglieder diskutierten dabei, wie solche bewaffneten autonome Systeme, die ohne menschliches Zutun auf Ziele schiessen können, in Zukunft verboten werden können. Wie Mary Wareham von der Menschenrechtsvereinigung «Human Rights Watch» meint, habe man nichts gegen bewaffnete, selbstätige Systeme. Man wolle aber verhindern, dass Roboter entwickelt werden, die ganz ohne menschliches Zutun Entscheidungen über Leben und Toten fällen können. Insgesamt haben 13 Staaten an der Sitzung teilgenommen. Mindestens drei von ihnen, nämlich Frankreich, Pakistan und Ägypten, haben in offiziellen Papieren die Bemühungen unterstützt. Die diplomatischen Aktivitäten kommen nur wenige Tage, nachdem auf dem Waffenplatz von Fort Benning im US-Bundesstaat Georgia die Hersteller von Killer-Robots demonstriert haben, was ihre Maschinen-Soldaten im Stande sind zu leisten. Insgesamt namen vier Firmen, namentlich Northrop Grumman, HDT Robotics, iRobot und QinetiQ an den Vorführungen teil. Dabei galt es über 150 Meter hinweg auf Pappsoldaten in einem Schützengraben zu zielen und zu schiessen. Die Roboter waren für die Übung mit Maschinengewehren ausgerüstet. Einige von ihnen könnten aber auch mit grösserem Geschütz umgehen, so etwa mit Granatwerfern und Panzerabwehrraketen. Nächste Seite: Wohin zielt die Industrie? Wie Vertreter aus Industrie und Militär während der Demonstration beteuerten, seien die gezeigten Systeme noch nicht völlig autonom und würden immer noch von Menschen bedient. So würde der Roboter zwar zielen, am Abzug sitze aber immer noch der Mensch. «Damit haben wir grundsätzlich auch kein Problem», meint die Menschenrechtlerin Wareham zu den Aussagen der Militärs. Die wichtigste Forderung sei ja, dass noch Menschen an der Entscheidung über Leben und Tod einbezogen seien. «Leider sind es derzeit nur Richtlinien, die dies regeln, aber keine Gesetze», fügt sie an. Noch kenne Human Rights Watch kein Land, das über komplett autonome, bewaffnete Roboter verfügt. Wareham hofft daher, dass eine Ächtung in internationales Recht gegossen werde, bevor dies der Fall sein wird. «Wir sehen genau, wohin sich Industrie und Militär bewegen. Sie wollen die Kriegsführung immer mehr automatisieren», warnt sie.


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