20.11.2017, 14:35 Uhr

Geschäftsdaten und iPhones in Gefahr

Das Jungunternehmen samtec fokussiert auf Mobile Device Management mit Blackberry-Technologie. Die Zürcher sichern Firmen-iPhones ab. Und alle darauf gespeicherten Daten.
Die Sicherheit von Smartphones ist das Geschäft von samtec. Das Jungunternehmen setzt dafür auf vorhandene Technologie. Und das hat seinen Grund: Der Gründer Samuel Jud ist ein gefragter Experte für die Sicherheitslösungen von Blackberry. Er zählt zu den Besten in Europa, sagt die Konkurrenz. Sie holt ihn auch, wenn ein Projekt in Schieflage gerät. Jud macht dann manchmal eine Ausnahme. Denn eigentlich hat er mit samtec selbst genug zu tun.
Jud und sein Kollege Joël Bono realisieren bei Unternehmen hauptsächlich im Grossraum Zürich Lösungen für das Mobile Device Management. Wie beide sagen, ist der Bedarf trotz allgegenwärtiger Smartphones noch lange nicht gedeckt. Verkaufsleiter Bono schätzt die Verbreitung von Enterprise Mobility Management auf etwa zehn Prozent. Beim Mobile Document Management sei der Prozentsatz noch tiefer. Nicht nur massenweise Firmen-Handys sind ungeschützt, sondern auch massenweise Geschäftsunterlagen, die auf den (teils privaten) Smartphones (zwischen-)gespeichert sind. Einem Unternehmen aus dem Finanzbereich wurde von der Revisionsstelle die Auflage gemacht, umgehend eine Lösung für das Mobile Document Management zu implementieren. Hier kam samtec zum Zug.

Mehr als Handys verwalten

Der Fall beim Finanzdienstleister demonstriert, dass Enterprise Mobility Management nicht nur das schlichte Verwalten von Smartphones ist. Wie Bono sagt, spielen auch Aspekte wie die Arbeitszeiterfassung und Pausen, Compliance und Regulation eine entscheidende Rolle. Den Kunden ist die Komplexität der Herausforderung beim Einsatz von Geschäftshandys nicht immer bewusst. «Teils wünscht der Kunde nur eine Beratung zu Enterprise Mobility Management. Letztendlich liefern wir eine komplette Security-Beratung und decken noch Sicherheitslücken auf», berichtet Bono. Die Unternehmen schätzen die lokale Präsenz: samtec ist der einzige in der Stadt Zürich ansässige Blackberry-Partner. Die Marktbegleiter Comdirect (Bösingen FR), go4mobile (Bern), InfoGuard (Baar ZG), Nomasis (Langnau ZH) und Novalink (Frauenfeld TG) sitzen ausserhalb. «Bei einer typischen Projektdauer von zwei bis vier Tage sind kurze Wege ein Vorteil», sagt Jud. Die Zürcher können schneller liefern – auch wenn es gerade «brennt» – und wollen damit auch günstiger als die Konkurrenz sein.  Nächste Seite: Server, Ports, Kioskmodus Als einen weiteren Grund für die tieferen Preise führt Jud die eingesetzte Blackberry-Technologie an. Sie sei sparsamer als die Wettbewerberlösungen – sowohl hinsichtlich der notwendigen Ressourcen als auch der erforderlichen Sicherheitseinstellungen. In einem Fall wurden die samtec-Spezialisten während eines laufenden Projekts hinzugezogen. Bei dem Kunden waren bereits zwei Server installiert, ein dritter schien notwendig. Der IT-Leiter erachtete den Aufwand und die Kosten aber als zu hoch. Letztendlich genügte der Blackberry-Lösung ein einziger Server (für bis zu 1000 User). Noch grösser ist nach Auskunft von Jud der Unterschied bei den Netzwerk-Einstellungen: Die marktführende MobileIron-Anwendung benötigt sieben bis zehn Incoming Ports, Blackberry null. Dies sei ein starkes Argument für die Sicherheitsverantwortlichen der Kunden, sagt der Firmengründer.
Als Problemlöser gerufen wurden die samtec-Experten auch bei der Baumarktkette Jumbo. Die IT-Abteilung am Hauptsitz in Dietlikon wollte alle Mobilgeräte und den Kioskmodus der Beratungs-iPads zentral verwalten. Diese Anforderung liess sich mit der eingekauften Mobility-Lösung nicht realisieren. Mit Blackberry schlossen Jud und Bono das Projekt in drei Tagen ab. Wie die Unternehmer sagen, ist für sie aber auch nicht jede Anfrage umsetzbar. Während der Wettbewerb 24/7-Support und SLAs anbieten können, sind die Ressourcen bei samtec begrenzt. «Wie unsere Marktbegleiter brauchen wir geeignete Mitarbeiter, die wir gerne ausbilden wollen», sagt Bono. «Und werden. Anfang Jahr schafft samtec eine neue Stelle.» Ausserdem soll das Portfolio vergrössert werden, zum Beispiel durch Partnerschaften in den Bereichen Enterprise File Sharing, Mobile Threat Detection und der Sicherheitsberatung.


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