01.12.2017, 10:56 Uhr

General Motors will 2019 Robo-Taxis in Betrieb nehmen

Bereits im Jahr 2019 will der US-Autobauer General Motors selbstfahrende Taxis auf die Strasse bringen. Aktuell testet der Hersteller bereits autonome Fahrzeuge in San Francisco.
Auch GM mischt nun im Wettrennen um autonome Fahrdienste mit
Der US-Autokonzern General Motors (GM) drückt beim autonomen Fahren aufs Tempo und will bereits im Jahr 2019 Roboter-Taxis auf die Strasse bringen. Der Zeitplan basiere allerdings auf aktuellen Fortschritten der Technologie, schränkte GM in einer Präsentation am Donnerstag ein. Der Konzern bringt damit aber ein früheres Datum als viele Rivalen ins Gespräch und könnte sich nach Einschätzung von Experten an die Spitze der Entwicklung setzen.
GM hatte im vergangenen Jahr das Roboterwagen-Start-up Cruise Automation gekauft und testet aktuell selbstfahrende Autos im Strassenverkehr, etwa in San Francisco. Bisher bieten der Fahrdienst-Vermittler Uber und das Start-up Nutonomy testweise Fahrten in selbstfahrenden Autos für Fahrgäste an. Roboter-Taxis planen neben GM aber unter anderem auch Daimler, Uber und Renault. Obwohl sowohl Tech-Unternehmen als auch viele andere Autobauer auf Hochtouren zum autonomen Fahren forschen, ist GM einer der ersten Entwickler, die einen Zeitplan für die Kommerzialisierung der Technologie umreissen. Der Konzern rechnet sich lukrative Geschäfte aus. Finanzchef Chuck Stevens geht davon aus, dass der Markt für Roboter-Taxis bis 2025 ein Volumen von mehreren Hundert Milliarden Dollar erreicht und Gewinnspannen von 20 bis 30 Prozent drin sind. Das wäre deutlich mehr, als man bei der Autoproduktion verdient.

Autobauer vs. Tech-Giganten

Bei der Entwicklung selbstfahrender Autos holen die etablierten Grössen der Industrie im Wettrüsten mit den Tech-Giganten aus dem Silicon Valley laut Marktbeobachtern wieder auf. Angesichts des Engagements von Googles Schwesterfirma Waymo, Uber, Tesla oder auch Apple hatten GM und Ford zwischenzeitlich ziemlich alt ausgesehen. Doch mittlerweile scheint sich das Blatt zu wenden. Denn um Apple blieb es beim Thema Roboterwagen zuletzt ruhig, Tesla kämpft mit Problemen, und die zwei anderen Konkurrenten bremsen sich selbst aus. Waymo hat Uber wegen angeblichen Technologie-Diebstahls vor Gericht gebracht, der Rechtsstreit bindet Kräfte und dürfte sich noch länger hinziehen. Das spielt den zeitweise schon abgeschriebenen Branchenurgesteinen aus der US-Autometropole Detroit in die Karten. GM sei bei der Entwicklung von Roboterautos mittlerweile ganz vorne mit dabei, sagte Experte Reilly Brennan von Trucks Venture Capital dem Wirtschaftsblatt «Bloomberg Businessweek». Der US-Autoriese sei durch den Kauf von Cruise Automation attraktiv für Tech-Talente geworden. Die Mitarbeiterzahl der Firma, für die GM laut Bloomberg ohne erfolgsabhängige Prämien 581 Millionen Dollar hinlegte, ist seit der Übernahme von etwa 40 auf über 400 gestiegen.


Das könnte Sie auch interessieren