29.09.2010, 14:16 Uhr

Zürich will Silicon Valley Europas werden

Die Stadt Zürich will bis 2014 zum internationalen Top-Standort im Bereich ICT-Dienstleistungen und -Infrastruktur avancieren. Auch das Volk soll künftig mitreden dürfen.
Will Zürich zum ICT-Top-Standort machen: Daniel Heinzmann, Direktor OIZ.
Der Zürcher Stadtrat hat heute morgen an einer Medienkonferenz seine Schwerpunkte für die Legislaturperiode 2010-2014 vorgestellt. Um die vier Themen "Kultur- und Kreativstadt Zürich", "Stadt und Quartiere gemeinsam gestalten", "Frühförderung - gute Startchancen für alle Kinder" sowie "eZürich" will sich die Stadt in den nächsten vier Jahren besonders kümmern.

Mit dem Projekt eZürich wolle man vor allem den "eGraben zuschütten", wie Stadtrat Martin Vollenwyder vom Finanzdepartement erklärt. Konkret heisst das einen Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln für alle zu schaffen, verwaltungsinterne Verfahren zu vereinfachen, kundenfreundlichere Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen sowie die Medienkompetenz der Bevölkerung zu fördern, um den "digitalen Graben" abzubauen.

Zudem will sich Zürich als Top-ICT-Standort in Europa etablieren. Auf dem Weg dorthin, dürften allerdings noch einige Stolpersteine wegzuräumen sein. Konkrete Projekte wurden denn auch noch nicht vorgestellt. In einem ersten Schritt wird im Februar nächsten Jahres ein dreitägiger Workshop durchgeführt. 40 Teilnehmer aus Wirtschaft (Grossfirmen, KMU, Start-ups, Open-Source-Anbieter), Politik, von Verbänden, Banken, Versicherungen, der ETH und aus der Verwaltung nehmen sich dem Thema eZürich an. Im Workshop wolle man evaluieren, welche Projekte am dringendsten, aber auch realisierbar sind und welche auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Aus dem Workshops werden konkrete Projekte hervorgehen, die sofort an den Start gehen sollen, wie Daniel Heinzmann (Bild), Direktor Organisation und Informatik der Stadt Zürich (OIZ), gegenüber Computerworld erklärt. Die Themenbreite erstreckt sich von eGovernment-Projekten, über eHealtstrategien bis hin zu Green-IT oder dem Ausbau der ICT-Infrastruktur (Glasfasernetz, Mobil-Infrastruktur).

Aber auch die Bevölkerung soll künftig mitreden dürfen. Eigens für ein Online-Partizipationsverfahren wird am 4. November die neue Webseite www.eZuerich.ch offiziell an den Start gehen. Hier kann das Volk Vorschläge und Anregungen für digitale Dienstleistungen einreichen, kommentieren und bewerten. Die kreativsten Beiträge werden prämiert. Unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit sollen Ideen konkret in eZürich-Projekte eingebunden werden.


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