Messe topsoft 31.08.2017, 15:11 Uhr

Qualität vor Quantität

Die Aussteller und die Initiatoren sind zufrieden mit der Software-Messe «topsoft» in Zürich. Einmal mehr zog der Anlass sehr interessierte Besucher an, allerdings nicht in Massen.
Rund 90 Prozent der Schweizer Firmen zählen in das Segment KMU. Diese kleinen und mittelständischen Unternehmen beschäftigen rund 70 Prozent der Werktätigen hierzulande. Sowohl die Betriebe als auch ihre Angestellten müssen sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Diese Meinung äusserte Nicolas Bürer, Managing Director der Standortinitiative digitalswitzerland, am Rande der IT-Fachmesse «topsoft» in Zürich.
Sowohl den KMUs als auch den Mitarbeitern bei der Digitalisierung ihrer Geschäfte helfen wollen Schweizer Anbieter von Business-Software. Nach Veranstalterangaben rund 140 Firmen waren Aussteller an der «topsoft». Zu sehen gab es mehr als 350 Lösungen – vom CRM, DMS, ERP bis hin zu Branchenanwendungen und Industrielösungen. 

Abacus: sehr guter Ertrag

Ein Aussteller der ersten Stunde ist Abacus. Wie Mitgründer Thomas Köberl an der «topsoft» der Computerworld sagte, war der ERP-Anbieter schon 1995 dabei. Damals fand die Messe noch im Foyer der früheren Höheren Technischen Lehranstalt in Brugg-Windisch statt. Dort präsentierten Köberl und seine Kollegen noch ausschliesslich die Abacus-Software. Heute haben die St. Galler die Standfläche für Partner reserviert: BDO, Customize und OBT präsentierten Anwendungen sowie Erweiterungen der Standard-Software. Die Partner sind nach Aussage von Köberl «ziemlich zufrieden» mit dem Messeauftritt. «Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag ist sehr gut», resümierte er. Wie in den früheren Jahren zeichneten sich die Kontakte nicht hauptsächlich durch Quantität, sondern vielmehr durch hohe Qualität aus. Trotzdem hätten er und seine Kollegen an den zwei Messetagen über 700 Fruchtsäfte ausgeschenkt. 
Der grösstenteils positive Eindruck von der «topsoft» werde getrübt vom hohen Lärmpegel in den Zürcher Messehallen, sagte Köberl. Die fehlende Schalldämmung in der Halle selbst und die Musik an den Ständen der parallel stattfindende Marketing-Messe «Suisse EMEX» seien teilweise störend. Denn an der «topsoft» solle den Interessenten im Fachgespräch und in Software-Demos doch komplexes Wissen vermittelt werden. 

Lohnende Tage für dynasoft

Der ERP-Anbieter dynasoft zählt ebenfalls zu den langjährigen Ausstellern an der «topsoft». «An der Messe suchen wir ausschliesslich Kontakt mit Neukunden», sagte Senior Consultant Andreas Ammann der Computerworld. Auch in diesem Jahr seien wieder gute Kontakte geknüpft worden, schloss er an. Von den Leads waren ein Drittel eingeladene Interessenten und zwei Drittel reine Messebesucher. «Für dynasoft hat es sich gelohnt, die zwei Tage zu investieren», sagte Ammann. «Wie jedes Jahr gab es nicht übermässig viele Besucher, sie hatten aber eine hohe Qualität.» dynasoft sei im nächsten Jahr fraglos wieder dabei. Nächste Seite: Ausblick auf topsoft 2018 Auch Messeleiter Cyrill Schmid hat an den zwei Messetagen meist positive Rückmeldungen bekommen – von den Ausstellern, Besuchern und Partnern. Er unterstrich im Gespräch mit Computerworld die Tatsache, dass die Zürcher Messehallen stets gut gefüllt waren. «Bemerkenswert ist, was an zwei Tagen 'topsoft' alles gelaufen ist – von der Ausstellung, den Lernwerkstätten bis hin zu hochkarätigen Vorträgen.» Damit spielte Schmid auch auf erstmals parallel veranstaltete «Digital Summit für KMU» an, das mit über 500 Teilnehmern ausverkauft war.
Für das nächste Jahr kann sich Schmid eine Verknüpfung der Messe mit dem «Digital Summit» vorstellen. «Die Schlüssel-Aussteller der 'topsoft' könnten ihre Anwendungen möglicherweise einem grösseren Publikum zeigen», sagte er. Das Ansinnen dürfte bei den Veranstaltern ankommen: Nach den Worten von Projektleiter Thomas Bergmann habe das Summit keinesfalls den Anspruch, eine allumfassende Lösung für die Digitalisierung der Schweizer KMU zu präsentieren. «Das Ziel der Vortragsreihen und Workshops ist, jedem Teilnehmer eine Idee für die Digitalisierung des Geschäftsalltags zu vermitteln», sagte der frühere Digitalchef von Credit Suisse und UPC.


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