27.10.2017, 08:35 Uhr

«Bei Open Government Data sind wir schweizweit Pionierin»

Andreas Németh, Direktor, Organisation und Informatik Zürich, spricht über die Smart-City-Strategie seiner Stadt.
Andreas Németh, Direktor, Organisation und Informatik, Stadt Zürich.
Wie smart ist Ihre Stadt und weshalb?
Obwohl die Stadt Zürich den Begriff Smart City noch nicht explizit verwendet, ist Zürich bereits smart. Im Bereich Open Government Data sind wir schweizweit Pionierin. Daraus sind zahlreiche praktische Apps für die Bevölkerung entstanden. Auch die Bereitstellung von Online Services für die Bevölkerung und Unternehmen schreitet stetig voran, etwa im Bereich E-Government. Es gibt zahlreiche weitere Vorhaben, um die neusten Technologien zum Wohle der Bevölkerung einzusetzen. Zu erwähnen ist beispielsweise die LoRa-Technik, die wir für Smart Parking einsetzen wollen. Pilotprojekte dazu laufen.
Wie sieht die Smart-City-Strategie von Zürich aus?
Der Stadtrat von Zürich ist derzeit dabei, eine Smart-City-Strategie für Zürich zu entwickeln. Deshalb kann ich mich dazu noch nicht äussern.   Welche Rolle spielen Sie als IT-Verantwortlicher bei den Smart-City-Projekten Ihrer Stadt?  Die Technik ist das Rückgrat von Smart City. Deshalb ist der IT-Verantwortliche zwar in einer Schlüsselposition, viel entscheidender sind aber gute Ideen, sinnvolle Use Cases und das Zusammenspiel aller Abteilungen über Departementsgrenzen hinaus. Erst wenn alle Stakeholder zusammenarbeiten, können Smart-City-Projekte gelingen. Und da haben wir in der Stadt Zürich eine sehr gute Ausgangslage: Die Vernetzung zwischen den einzelnen Departementen ist sehr gut.
Wie verknüpfen Sie die verschiedenen Zuständigkeiten aus den Bereichen Stadtwerke, Verkehr, IT, Finanzen etc.?
Das funktioniert in der Stadt Zürich unkompliziert und schnell. Die verschiedenen Dienstabteilungen und Departemente sind ständig miteinander in Kontakt und arbeiten gut zusammen, mit dem Ziel, die Stadt Zürich weiter voranzubringen.   Smart-City-Projekte erfordern Geld und personelle Ressourcen. Wie gehen Sie mit diesen Herausforderungen um?  Aus dem Zürcher Gemeinderat kommt eine Motion, die ein Konzept für diese Fragen verlangt. Diese Frage wird der Stadtrat in seiner Smart-City-Strategie beantworten.
Experten raten Städten, die Funktion des Smart-City-CIOs zu schaffen. Inwieweit braucht es einen Smart-City-CIO?
Das wird der Stadtrat in seiner Smart-City-Strategie festlegen. Wir sind bereits gut aufgestellt und haben kurze Entscheidungswege. Dies aufgrund der Governance der städtischen IT-Strategie. So befasst sich eine Delegation des Stadtrats institutionell in der sogenannten IT-Delegation monatlich mit den wichtigsten IT-Vorhaben.
Wie wird sich die Rolle des CIOs einer Stadt in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
Aus meiner Sicht stehen die Vernetzung und die Beratung im Zentrum. Natürlich muss die IT-Infrastruktur funktionieren, aber die ist nicht mehr die zentrale Herausforderung eines CIOs einer Stadt. Der CIO muss zu einem «Matchmaker» werden, der Business und Technologie zusammenbringt. Er muss dafür sorgen, dass die richtigen Partner – auch über eine Stadt hinaus – zusammen am Tisch sitzen und dass aus technischen Innovationen sinnvolle Services für die Bevölkerung und Unternehmen werden. Im Fokus müssen zudem die Informationssicherheit und der Datenschutz stehen.


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