16.04.2015, 08:51 Uhr

ETH arbeitet an Päckli-Drohne

Das Institut für Informatik der ETH Zürich arbeitet an einer Drohne. Diese soll dereinst die Post ausliefern. Noch ist es aber nicht soweit.
«Eminem» heisst die jüngste Neuentwicklung von Robotikprofessor Davide Scaramuzza und seinem Team. Eminem ist die Schweizer Version einer Drohne, wie sie sich bereits in anderen Ländern in der Entwicklung befindet. Genau wie die anderen sieht der Plan auch hier vor, dass die fertige Drohne Pakete an Postkunden ausliefern soll. Dabei ist Scaramuzza nun ein wichtiger Entwicklungsschritt gelungen: Die Drohne enthält ein Notfallsystem. Prallt sie beispielsweise auf ein Hindernis, versucht sie, auf die Flugroute zurückzukehren. Funktioniert dies nicht, kann sie selbstständig eine Notlandung einleiten. Dies sei eine Grundbedingung für den Lieferdienst, teilt Scaramuzza mit.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Drohnen navigiert Eminem mittels einer Kamera statt per GPS. Denn dieses sei gerade in urbanen Regionen instabil. Neben der Kamera ist auch ein Beschleunigungssensor und ein sogenanntes Gyroskop eingebaut, eine Art künstliches Gleichgewichtsorgan, das diese Fähigkeiten möglich macht. Der Beschleunigungssensor meldet ungewöhnliche Fluglagen, das Gyroskop versucht, diese zu korrigieren. Da sämtliche Komponenten, auch ein zentrales Rechenmodul, in der Drohne enthalten ist, benötigt die Drohne keinen Computer zum Datenaustausch. Sie ist total autonom. 

Schweizer Post will Drohnen testen

Neben Onlinehändlern, wie Amazon oder Google, verfolgt auch die Schweizer Post die Entwicklung der Drohnen. Gemäss Bernhard Bürki plane die Post noch dieses Jahr erste Pilotversuche. Interessant seien diese Drohnen vor allem für Schweizer Randgebiete oder für die innerbetriebliche Logistik.  Laut Scaramuzza sei der alltägliche Einsatz von Paket-Drohnen aber noch nicht in Sichtweite. Neben zu klärenden Sicherheitsfragen sei Eminem auch technisch noch nicht bereit: Momentan reicht die Energie nur für einen 15-Minuten-Flug.


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