10.02.2006, 18:15 Uhr

Banken-IT vor Umwälzungen

Auch bei den Banken wird Wettbewerb härter. Der Druck, die heterogenen IT-Landschaften zu verschlanken, wächst.
Georg Ganter von IBM Schweiz erläutert in Zürich die Konsequenzen der jüngsten Bankenstudie des Blauen Riesen auf die IT der Geldinstitute.
Die Banken werden sich warm anziehen müssen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von IBM, die Prognosen zum weltweiten Bankwesen bis 2015 wagt. Mehrere Faktoren würden den Konkurrenzdruck auf die Geldinstitute erhöhen, denen es bislang sehr gut gegangen sei, erklärt Georg Ganter, Partner der Business Consulting Services bei IBM Schweiz, während einer Präsentation der Studienergebnisse in Zürich. Zum einen werden spezialisierte Nischenplayer - wie etwa Leasing-Anbieter - den grossen Retailbanken, sprich UBS, CS und ZKB, Marktanteile abknüpfen. «Zum anderen werden die Kunden die Kontrolle übernehmen», prophezeit Ganter. Vor allem das Internet trage zur besseren Information der Leute bei. So könnten sie schon heute Konditionen für Kredite oder Anlagen vergleichen und das beste Angebot herauspicken. Des weiteren werden Banken für mehr Transparenz und Kontrolle sorgen müssen. Allein die Bemühungen, den Rechnungslegungsstandards wie Sarbanes-Oxley und Basel II zu genügen, werden 15 Prozent der Ausgaben verschlingen, rechnet Ganter vor. Diese Trends wirken sich unweigerlich auch auf die IT-Infrastruktur der Geldinstitute aus. Deren Core-Systeme wie etwa die Kontoführung der Kunden seien zum Teil 25 Jahre und älter, weiss Ganter über die Schweizer Banking-Szene zu berichten. Zudem sei die IT-Landschaft bei den Banken sehr heterogen. Bis zu 30 Systeme seien derzeit in vielen Schweizer Retailbanken Normalität. «In der Industrie haben dagegen die Unternehmen häufig ein ERP-System und wenige zusätzliche Installationen», sagt er. In den nächsten fünf bis zehn Jahren erwartet der IBM-Mann daher, dass hier standardisiert wird. Beste Chancen haben dabei die Anbieter von so genannten integrierten Banking-Lösungen wie sie die beiden helvetischen Softwareschmieden Avaloq und Finnova anbieten. Diese Vereinfachung bedinge riesige Anpassungen bei der bestehenden Infrastruktur. Und auf die IT-Abteilungen warteten Umwälzungen, die einem Kulturschock gleichkommen.


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