Branchen-Ikonen 15.01.2019, 15:09 Uhr

SAP-Gründer Hasso Plattner wird 75

Mit dem richtigen Gespür für künftige Trends brachte Hasso Plattner seinen Softwarekonzern SAP an die Weltspitze. Im Alter von 75 Jahren steht der streitbare Segelfan immer noch an der Spitze des Aufsichtsrats. Dabei denkt er offenbar langsam ans Aufhören.
Einer der SAP-Gründer, Hasso Plattner, wird 75
(Quelle: Uwe Anspach / dpa)
Im vergangenen Jahr wollte Hasso Plattner es noch einmal wissen: Zusammen mit seiner Tochter nahm er an der internationalen Segel-Regatta 52 Super Series teil.
Nur knapp verpasste ihr Team mit Plattners Tochter am Steuer den Sieg vor der kroatischen Küste - in der Gesamtwertung schafften sie es auf Rang sieben. In einem Alter, in dem andere sich zurückziehen, bleibt Plattner aktiv. Am 21. Januar feiert der Mitgründer des Software-Konzerns SAP seinen 75. Geburtstag.
Inzwischen scheint es um Plattner aber etwas ruhiger geworden zu sein: Die Zeiten, in denen er sich mit E-Gitarre auf die Bühne vor Kunden stellte, sind längst vorbei. Die Regatten in den kleinen 505er-Jollen mutet er sich ebenfalls nicht mehr zu. Auch die legendären Segelwettfahrten gegen Oracle-Chef Larry Ellison sind Geschichte - und mit streitbaren Verlautbarungen hielt er sich zuletzt ebenfalls zurück.
In früheren Zeiten wetterte er gern mal gegen das deutsche Steuersystem oder brachte die SAP-Belegschaft gegen sich auf, indem er unbequeme Losungen ausgab. Mal sollte SAP eine «Happy Company» à la Google werden, mal warf er den Mitarbeitern entgegen: «Manchmal will ich die Walldorfer Entwickler packen und schütteln und anschreien: Bewegt euch schneller!»
Dabei mischt Plattner immer noch mit - vor allem als Mäzen für Wissenschaft und Kunst. Das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» schätzt sein Vermögen auf 12,5 Milliarden US-Dollar. In dem von ihm gestifteten Hasso-Plattner-Institut in Potsdam stellt sich der SAP-Aufsichtsratschef vor die Studenten, um über Trends in der Softwareindustrie zu referieren.
Nach dem Widerstand Potsdams gegen eine moderne Kunsthalle liess er das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Palais Barberini zum Museum wiederaufbauen. Für die Eröffnungsausstellung liess Plattner nicht nur einige Bilder aus seiner Privatsammlung im kalifornischen Palo Alto kommen, sondern animierte nach eigenen Worten auch Microsoft-Gründer Bill Gates dazu ein Bild nach Potsdam zu schicken.


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