04.01.2013, 13:24 Uhr

Googles Politik hat Vorbildfunktion

Das Kartellverfahren gegen Google wurde heute eingestellt. Dies kostete Google wohl einiges an Überzeugungsgelder, mit denen sich der Konzern dafür weiter die Marktführerschaft der Suchmaschinisten sicherte.
Computerworld-Redaktor Fabian Vogt beglückwünscht Google zum FTC-Entscheid.
Google hat in den letzten beiden Jahren 25 Millionen Dollar in Lobbying investiert, schreibt eine amerikanische Webseite. Ein Teil der Aufwendungen wird dabei ziemlich sicher verwendet worden sein, um die US-Handelskommission FTC «zu überzeugen», dass der Suchmaschinist einen fairen Wettbewerb anstrebt. Diese Anstrengungen haben sich gelohnt, die FTC hat die Klage fallengelassen, ohne dass Google grosse Zugeständnisse machen musste.  Keine Frage: dass Google Lobbying betrieben hat, ist legal und wird auch hierzulande gerne praktiziert ? alleine Swisscom hat drei voll angestellte Personen, die regel­mässig den Dialog mit Parlamentariern und Behörden suchen. Was aber erstaunt ist, dass Google so billig weggekommen ist. Denn auch falls das gesamte Lobbyingbudget für den FTC-Fall verwendet wurde sind 25 Millionen Dollar bei eine Firma, die ungefhr 50 Milliarden Cash zur Verfügung hat, noch nicht einmal unter ausserordentlichem Betriebsaufwand zu verbuchen. Dass die Politiker Google so wenig abgeknöpft haben, ist natürlich kein Vorwurf an das Unternehmen. Es zeigt aber, dass Washington nicht wirklich kapiert hat, wie entscheidend diese Untersuchung für den Suchmaschinisten war. Hätte die FTC nämlich entschieden, dass Googles Suchergebnisse die Konkurrenz benachteiligen, wäre unter Umständen das gesamte Geschäftsmodell des Unternehmens ins Wanken geraten. So aber darf Google ? zumindest für den Moment und in den USA -  Suchergebnisse und Ads-Preise weiterhin nach eigenem Gutdünken bestimmen. Es bleibt abzuwarten, ob nun auch andere Techfirmen - ganz nach dem Motto: «spend, and win» - versuchen werden, Politik zu ihren Gunsten zu beugen.


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