Alles aus einer Hand
Nachgefragt bei Rohde & Schwarz
Computerworld: Herr Mallinson, warum wurden die Bereiche Cybersecurity und Netzwerkgeschäft zusammengeführt?
Robert Mallinson: Beide Welten sind heute nicht mehr voneinander zu trennen. Mit der Fusion entsprechen wir den Bedürfnissen des Marktes nach integrierten Lösungen für Netzwerk- und Security. Wir wollen Kunden künftig ein noch umfassenderes Lösungsportfolio aus einer Hand anbieten.
CW: Welche Synergien ergeben sich dadurch?
Mallinson: Wir haben auf der Netzwerk- und Security-Seite teilweise dieselben Kunden und Partner. Mit der Fusion reduzieren wir Schnittstellen und schaffen gleichzeitig einen zentralen Zugang für unsere Kunden und Partner, mit einem einheitlichen Partnerprogramm, einem gemeinsamen Partnerportal und klar definierten Ansprechpartnern.
CW: Entspricht die Fusion einem Kundenbedürfnis?
Mallinson: Absolut, der Bedarf an hochsicherer Datenübertragung wächst immens, und das nicht nur bei hochsensiblen Anwendungsfällen wie etwa der Signalübertragung im Bahnverkehr. Auch für die Vernetzung ihrer Firmenstandorte setzen immer mehr Kunden auf zusätzliche Sicherheit. Hier kommen dann zum Beispiel unsere Layer-2- und Layer-3-Netzwerkverschlüsseler ins Spiel.
CW: Wie sieht das neue Lösungsangebot aus?
Mallinson: Teil unserer Wachstumsstrategie ist eine noch stärkere Kundenausrichtung und Differenzierung des Portfolios. Wir übersetzen die Anforderungen unserer Kunden in konkrete Use Cases, die über ein Steering Board unmittelbar in die Produktentwicklung einfliessen. Dadurch stellen wir sicher, dass unsere Kunden bei uns die Lösungen finden, die sie für ihre realen Anwendungsszenarien brauchen.
CW: Welche Kundengruppen sprechen Sie in der Schweiz an?
Mallinson: Wir haben vier Segmente definiert: Neben dem klassischen Netzwerkgeschäft für Unternehmen – etwa KMU, Retail oder Finance – richten wir uns vor allem an Kunden der öffentlichen Hand wie zum Beispiel Behörden, Kommunen oder Schulen. Als neue Zielmärkte kommen kritische Infrastruktur, Sicherheit- und Verteidigung hinzu. Letztere adressieren wir gemeinsam mit unserer Konzernmutter.
CW: Was ändert sich dabei für bestehende Kunden?
Mallinson: Wir behalten unser indirektes Vertriebsmodell bei und verkaufen über unsere bekannten Schweizer Channelpartner. Auch unser Sales- und Presales-Team bleibt bestehen. Das garantiert unseren Kunden kurze Wege und direkte Ansprechpartner für die Planung und Umsetzung ihrer Projekte. Einziger Unterschied: Sie haben künftig Zugriff auf ein noch breiteres Portfolio, das die Anforderungen hochsicherer Netzwerke durchgängig adressiert.
CW: Welche Wachstumsziele verfolgen Sie im Schweizer Markt?
Mallinson: Auch in der Schweiz hat das Thema Digitale Souveränität den Markt nachhaltig in Bewegung versetzt. Als europäischer Hersteller mit unserer Portfoliotiefe haben wir hier ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Unsere Lösungen werden in Deutschland entwickelt, teils sogar dort gefertigt. Dieses Momentum wollen wir nutzen und unsere zweistelligen Wachstumsraten konsequent weiter fortsetzen.
Zur Person
Robert Mallinson ist Co-CEO und Vertriebschef von Rohde & Schwarz Networks and Cybersecurity. Das Unternehmen ist im Juli aus der Fusion der beiden Schwesterunternehmen LANCOM Systems und Rohde & Schwarz Cybersecurity hervorgegangen und will nicht nur in Deutschland kräftig weiter wachsen. Mit der Schweiz verbindet den gebürtigen Engländer seine Schulzeit an der Stiftsschule in Einsiedeln.