Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Schweizer Forschende unter den Nobelpreis-Favoriten

Die Nobelpreis-Woche steht vor der Tür. Wer einen der begehrten Preise erhält, bleibt allerdings bis zur Verkündung ab dem 6. Oktober streng geheim.
© (Quelle: Nobel Prize Outreach. Photo: Clément Morin.)

ie Spekulationen laufen trotzdem bereits auf Hochtouren. Auch Forscherinnen und Forscher aus der Schweiz dürfen sich Hoffnung machen.

Auf der Favoritenliste des britisch-amerikanischen Datenkonzerns Clarivate stehen mit Andrea Ablasser von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) und Daniel Loss von der Universität Basel gleich zwei Schweizer Forschende.

Alljährlich erstellt Clarivate eine Liste vonnobelpreisverdächtigen Forschenden. Als Grundlage dafür dient eine Analyse von vielzitierten und damit besonders einflussreichen wissenschaftlichen Arbeiten. Die Trefferquote der Prognosen ist allerdings jeweils bescheiden.

Andrea Ablasser - Pionierin der Immunforschung

Ablasser könnte laut Clarivate für die Entdeckung eines zentralen Mechanismus des Immunsystems mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet werden. Gemeinsam mit Glen Barber (Ohio State University/USA) und Zhijian Chen (University of Texas/USA) entdeckte die heute 42-jährige Forscherin den sogenannten cGAS-STING-Signalweg.

Dieser Signalweg funktioniert wie eine Art Alarmanlage im Immunsystem: Wenn DNA bei Infektionen, Krebs oder zellulärem Stress in das Plasma einer Zelle eindringt, schlägt er Alarm und mobilisiert das Immunsystem zur Gegenwehr. Die Entdeckung gelang den Forschenden in den Jahren 2008 bis 2013.

Auf Basis dieser Erkenntnisse werden derzeit Medikamente entwickelt, die gezielt in diesen Signalweg eingreifen. Einige sollen die Immunabwehr bei Krebs stärken. Andere zielen darauf ab, überschiessende Entzündungen bei Autoimmunerkrankungen zu dämpfen.

Daniel Loss - Wegbereiter der Quantencomputer

Loss wird von Clarivate als Favorit für den Physik-Nobelpreis gehandelt. Er schlug gemeinsam mit David DiVincenzo (Forschungszentrum Jülich, Uni Aachen/Deutschland) ein Konzept zur Realisierung eines Quantencomputers vor.

Erste Anwendungen mit Algorithmen, die auf Quantentechnologie basieren, gibt es schon heute. Ob es sich dabei um richtige Quantencomputer handelt, ist eine Frage der Definition. Klar ist: Noch steckt die Entwicklung von Quantencomputern in ihren Kinderschuhen.

Statt Bits (0 oder 1) nutzen Quantencomputer Qubits. 1998 publizierten der heute 67-jährige Loss und DiVincenzo den Vorschlag, eine schwer fassbare quantenphysikalische Eigenschaft, den sogenannten Spin einzelner Elektronen in Festkörpern als Qubits zu nutzen. Ihr Konzept diente als Grundlage für zahlreiche spätere theoretische und experimentelle Arbeiten im Bereich Quantencomputer.

83 Treffer seit 2002

Insgesamt stehen auf der diesjährigen Clarivate-Liste 22 Forscherinnen und Forscher. Zehn von ihnen sind in den USA tätig, drei in Frankreich, jeweils zwei arbeiten in Deutschland, Japan und der Schweiz. Die restlichen Favoritinnen und Favoriten haben ihre aktuelle Arbeitsstätte in Kanada, den Niederlanden und in China.

Seit 2002 hat Clarivate über 450 Favoriten gekürt. Von ihnen haben 83 tatsächlich den Nobelpreis erhalten - viele davon aber auch erst Jahre nach der Nennung durch das Datenunternehmen.

Vorhergesagt hat Clarivate etwa den Nobelpreis der Schweizer Physiker Didier Queloz und Michel Mayor - allerdings sechs Jahre zu früh.

Wissenschaft Forschung
Anzeige

Neueste Beiträge

Canon stärkt länderübergreifende Führung von IPSG in Deutschland und der Schweiz
Jodok Ludwig verantwortet die Integrated Printing & Solutions Group (IPSG) in beiden Märkten und ein gemeinsames Senior Leadership Team bündelt zentrale Geschäftsbereiche.
4 Minuten
22. Okt 2026
Prüfung der Sicherheit und Nutzbarkeit von Microsoft 365
Der Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (BK-DTI) der Bundeskanzlei hat per Ende 2025 die digitale Arbeitsplattform Microsoft 365 (M365) flächendeckend in der Bundesverwaltung eingeführt.
2 Minuten
22. Okt 2026
Smarthome ganz einfach - Smarthome-Tipps
Die beiden Standards «Matter» und «Thread» sorgen dafür, dass Smarthome-Geräte herstellerunabhängig miteinander harmonieren und sich zentral über ein einziges System steuern lassen. Hier lesen Sie alles, was Sie dazu wissen müssen.
9 Minuten
22. Okt 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Nutzen und Mehrwert sind gefragt - Top-10 der ICT-Sparten
Wen wundert’s: Geopolitische und wirtschaftliche Wirrungen verunsichern die Kunden und lassen sie abwarten. Investiert wird gezielter – und nur dort, wo ein klarer, rascher Mehrwert erkennbar ist.
11 Minuten
Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige