Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Alertswiss informiert, warnt und alarmiert neu auch in Leichter Sprache

Hunderttausenden Menschen in der Schweiz fällt das Lesen schwer. Informationen, Warnungen und Alarmmeldungen müssen aber auch für sie verständlich sein. Deshalb bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) Meldungen in der Alertswiss-App neu auch in Leichter Sprache an.
alertswiss waldbrand.png
© Alertswiss

Davon profitieren insbesondere die etwa 800'000 Menschen mit Leseschwierigkeiten. Die neue Funktionalität stärkt die Barrierefreiheit von Alertswiss und wird schrittweise ausgebaut. Das Angebot wurde im Rahmen des 2022 gestarteten Projekts «Inclusive Information and Communication Technologies» (IICT) unter der Leitung der Universität Zürich entwickelt und dank einer gut funktionierenden Zusammenarbeit mit mehreren Partnern erfolgreich umgesetzt.

Bei drohender Gefahr und im Ereignisfall müssen Informationen, Warnungen und Alarmmeldungen alle Menschen in der Schweiz erreichen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) lanciert deshalb die Leichte Sprache auf der Alertswiss App. Konkret werden sämtliche Meldungen über die Alertswiss-App zusätzlich in Leichter Sprache angeboten. Die Zielgruppe der Leichten Sprache umfasst in der Schweiz etwa 800'000 Personen.

Vordefinierte Textbausteine manuell formuliert – KI-basierte Applikation für Freitext

Die neue Funktionalität konnte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerinstitutionen integriert werden.

Die vordefinierten Textbausteine wie Ereignisbeschriebe und Verhaltensanweisungen haben Fachpersonen des Kompetenzzentrum für Leichte Sprache des Bundes (KLS) für Alertswiss in Leichte Sprache umformuliert, dies auf deutsch, französisch und italienisch.

Darüber hinaus bestehen die Meldungen von Alertswiss aus Freitext, der abhängig vom Ereignis ist und rund um die Uhr sofort zur Verfügung stehen muss. Dabei handelt es sich beispielsweise um Beschreibungen des Ereignisses oder situationsspezifische Anweisungen. Diese Textelemente werden künftig vor der Publikation mit einer KI-basierten Applikation automatisch in Leichte Sprache umgewandelt und anschliessend verbreitet. Wo das System keinen Textteil in Leichter Sprache zur Verfügung stellen kann, wird den Benutzenden der App in Leichter Sprache die entsprechende Textpassage aus der Originalmeldung angezeigt.

Diese Applikation wurde im Rahmen des Projekts zusammen mit den involvierten Partnern verbessert und für die verschiedenen Sprachen weiterentwickelt. Das BABS wird diese Funktionalitäten schrittweise einführen und aufgrund der Erfahrungen im Betrieb laufend optimieren.

Entwicklung in enger Zusammenarbeit

Die Integration der Leichten Sprache in der Alertswiss-App erfolgte im Rahmen des Projekts «Inclusive Information and Communication Technologies» (IICT; 2022-2026). Ziel des Projekts war die Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Kontext von Menschen mit Behinderungen. Das Projekt umfasste mehrere Teilprojekte, darunter die Vereinfachung von Texten. Das von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, finanzierte Projekt wurde von Prof. Dr. Sarah Ebling, Institut für Computerlinguistik der Universität Zürich (UZH), geleitet.

Es umfasste sechs Partner, darunter das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), das Kompetenzzentrum für Leichte Sprache des Bundes (KLS) und die Professur für Barrierefreie Kommunikation der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Das BABS ist für den Betrieb und die Infrastruktur der Alertswiss-App verantwortlich. In diesem Projekt hat das BABS aktiv in den verschiedenen Phasen mitgewirkt und war als Implementationspartner beteiligt.

Das KLS wurde 2024 gegründet, um Menschen mit Behinderungen, die Leseschwierigkeiten haben, den Zugang zu Informationen zu erleichtern und sicherzustellen, dass der Bund die diesbezüglichen gesetzlichen Anforderungen einhält. Im Rahmen des Alertswiss-App-Projekts haben das KLS und seine Fachleute die Übersetzung aller Vorlagen für Alertswiss-Meldungen in die drei Amtssprachen vorgenommen.

Tests mit der Zielgruppe

Nach dem Grundsatz «Nichts über uns ohne uns» wurde die neue Funktionalität mit sieben Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen getestet. Der Test des Alertswiss-Prototyps für iOS und Android bestätigte die gute Verständlichkeit und Benutzerfreundlichkeit und zeigte zugleich konkrete Verbesserungsmöglichkeiten auf. Die Rückmeldungen flossen direkt in die Optimierung ein, damit die App möglichst selbständig und sicher genutzt werden kann.

Alertswiss-App

Apps Security & Compliance
Anzeige

Neueste Beiträge

Martin Resel neuer Leiter Geschäftskunden von Swisscom Schweiz
Martin Resel, aktuell Deputy CEO und CCO Enterprise bei A1 Telekom Austria, übernimmt per 1. Februar 2027 die Leitung des Geschäftskundenbereichs von Swisscom Schweiz.
2 Minuten
21. Okt 2026
Microsoft erweitert sein Angebot für digitale Souveränität
Mit einem Kontrollcenter, künftig mandantenfähigem Azure Local und 29 genannten Partnern will der Konzern Kunden mehr Kontrolle über Daten und Betrieb geben. Für lokale Betreiber und Service Provider entstehen laut Microsoft neue Möglichkeiten.
3 Minuten
21. Okt 2026
Cisco Partner: Kunden testen KI noch häufig
Zwar sehen fast 70 Prozent der deutschen Cisco Partner einen grossen Einfluss von KI auf die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Kunden, doch der Nutzen bleibt oft aus. Die grösste Wachstumschance liegt laut Studie in der Beratung.
3 Minuten
20. Okt 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Nutzen und Mehrwert sind gefragt - Top-10 der ICT-Sparten
Wen wundert’s: Geopolitische und wirtschaftliche Wirrungen verunsichern die Kunden und lassen sie abwarten. Investiert wird gezielter – und nur dort, wo ein klarer, rascher Mehrwert erkennbar ist.
11 Minuten
Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige