Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Diese Daten sammeln soziale Netzwerke

Die grossen Internetdienste werden oft als Datenkraken bezeichnet - weil sie meist tatsächlich viele Informationen sammeln, etwa um personalisierte Werbung anzeigen zu können. Wie genau die Dienste den Nutzer kennen, kann überraschen.
© (Quelle: Twin Design / Shutterstock.com)

Wenn du nicht für einen Dienst bezahlst, dann bist du selbst das Produkt. Diese vielzitierte Aussage im Zusammenhang mit Online-Diensten und Apps ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Viele Dienste im Netz sind nur vordergründig kostenlos. Tatsächlich zahlt man für die digitalen Dienstleistungen mit seinen Daten. Der Grossteil der werbefinanzierten sozialen Netzwerke habe in den Datenschutzvereinbarungen oder Nutzungsbedingungen geregelt, dass bestimmte personenbezogene Daten gesammelt werden, sagt Julian Graf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

«Das können ganz allgemein Name, Adresse oder Geburtsdatum sein» - also in der Regel Informationen, die die Nutzer bei der Anmeldung eingeben. «Das können aber auch weitergehende Informationen über das konkrete Nutzungsverhalten sein» - etwa wer mit wem wie oft Kontakt hat.

Diese Daten nutzt Facebook

Facebook zum Beispiel nutzt unter anderem folgende Daten, um möglichst auf den Nutzer zugeschnittene Werbung anzuzeigen: Informationen aus dem Konto wie Geschlecht, Alter, Standort und genutzte Geräte, Informationen über die Aktivität wie mit «Gefällt mir» markierte Seiten, Informationen von Werbekunden und Marketingpartnern, die diese bereits ausserhalb von Facebook über die Nutzer haben sowie Informationen aus Facebook-Marketing-Lösungen, die auf externen Webseiten und Apps eingebunden sind.

«Viele grössere Anbieter zeigen in den Einstellungen, welche konkreten Daten wann und wie gesammelt wurden», sagt Verbraucherschützer Graf. Bei Facebook können Nutzer etwa unter «Einstellungen/Werbeanzeigen» einsehen, welche werberelevanten Seiten sie mit «Gefällt mir» markiert oder mit welchen Werbetreibenden sie interagiert haben.

Unter «Deine Informationen» ist in Kategorien zu sehen, welche Attribute das Netzwerk dem Nutzer zuschreibt - etwa «Von der Heimatstadt entfernt», «Vielreisende» oder «Enge Freunde von Personen, die in einer Woche Geburtstag haben». Die Nutzer können hier auch angeben, zu welchen Dingen sie keine Werbung angezeigt bekommen wollen. Unter «Einstellungen für Werbeanzeigen» lässt sich personalisierte Facebook-Werbung auch ganz ausschalten.

Das speichert Twitter

Ähnlich bei Twitter: Unter «Einstellungen und Datenschutz/Deine Twitter-Daten» sehen die Nutzer genau, welche Informationen der Kurznachrichtendienst gesammelt hat. Unter «Interessen von Twitter» finden sich dem Nutzer zugeschriebene, werberelevante Kategorien. Personalisierte Werbung wird unter «Datenschutz und Sicherheit/Individualisierung und Daten» deaktiviert.

Generell können Nutzer bei jedem Anbieter, der deutschem Datenschutzrecht unterliegt, die über sie gespeicherten Daten und deren Nutzungszweck anfordern. «Da brauchen Sie aber gegebenenfalls einen längeren Atem», weiss Graf.

Cookies

Nicht nur die Aktivität innerhalb der Netzwerke lässt sich verfolgen. Unter anderem über die sogenannten Cookies wird das Surfverhalten von Nutzern teils auch webseitenübergreifend ausgewertet und für personalisierte Werbung genutzt. Wer das verhindern möchte, sollte Drittanbieter-Cookies in den Browser-Einstellungen sperren, rät Graf. Ausserdem kann es sinnvoll sein, datenhungrige Dienste oder Netzwerke isoliert in einem eigenen Browser zu nutzen.

Auch wenn es praktisch ist: Absehen sollte man vom Einloggen bei dritten Diensten mit dem Benutzernamen und Passwort eines bestehenden Kontos, rät das Verbraucherschutzportal «Mobilsicher.de». Dieses Single-Sign-on-Verfahren (SSO) bieten neben Facebook (Facebook Connect) zum Beispiel auch Twitter (Twitter Auth) und Google (Google OpenID) an. Das Problem von SSO hat zwei Seiten: Zum einen sieht etwa Facebook bei Log-ins via Facebook Connect mehr von dem, was Nutzer ausserhalb von Facebook tun, warnt «Mobilsicher.de». Und der Drittanbieter kann Zugriff auf das öffentliche Profil, die bei Facebook hinterlegte E-Mail-Adresse und die Freundesliste erhalten.

Facebook X (Twitter) Youtube
Anzeige

Neueste Beiträge

Schweizer Massnahmen zur Umsetzung der KI-Konvention des Europarats - Beirat Digitale Schweiz
Am Beiratstreffen Digitale Schweiz vom 10. Februar 2026 haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Frage ausgetauscht, mit welchen Massnahmen die Konvention des Europarats zu Künstlicher Intelligenz (KI) in der Schweiz umgesetzt werden soll.
3 Minuten
11. Feb 2026
swissICT-Geschäftsführer Christian Hunziker kündigt Rücktritt an - Executive Change
Christian Hunziker, seit 2018 Geschäftsführer von swissICT, hat sich entschieden, per Ende Mai 2026 in Frühpension zu gehen. Der Entscheid erfolgt aus privaten Gründen und markiert den Abschluss einer äusserst erfolgreichen Wachstumsphase des grössten Branchenverbands der Schweiz.
2 Minuten
Sovereignty in Practice Studie 2026
Statt digitale Souveränität als Randthema zu behandeln, rückt die Sovereignty in Practice Study 2026 sie bewusst ins Zentrum. Ziel ist es nicht, eine theoretische Idealdefinition zu liefern, sondern zu verstehen, wie Organisationen digitale Souveränität heute ganz konkret umsetzen.
2 Minuten
10. Feb 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Michael Tobler neuer CEO von iWay - Personalie
Der Telekom- und IT-Experte Michael Tobler übernimmt den CEO-Job von Markus Vetterli und soll das Unternehmenswachstum vorantreiben und weitere Marktanteile gewinnen.
3 Minuten
28. Jan 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige