Die richtige Smartwatch
Smartwatches
Wohl kaum ein anderes smartes Gadget ist nach dem Smartphone so beliebt wie die Smartwatch. Als die ersten Smartwatches erschienen sind, waren sie nicht viel mehr als Erweiterungen des Smartphones, die man am Handgelenk tragen konnte. Der Träger konnte über das Display der Uhr etwa Anrufe entgegennehmen, Nachrichten lesen, den Wetterbericht abrufen oder Musik hören, Bild 1.
Inzwischen sind Smartwatches aber zu wahren Wunderwerken der Technik geworden, die teilweise sogar ganz ohne Smartphone auskommen. Vor allem im Bereich des Gesundheits-Trackings sind Smartwatches den Handys mittlerweile weit überlegen. Neueste High-End-Modelle können unter anderem gesundheitliche Daten erfassen, für die man früher umfangreiches Equipment benötigt hat. Die Genauigkeit ist dabei so hoch, dass Smartwatches schon dazu beigetragen haben, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, Bild 2.
Ausserdem sind einige neuere Smartwatches auch LTE-fähig und damit bezüglich Internetverbindung von einem Smartphone unabhängig; die Uhr lässt sich dank der integrierten eSIM mit jedem Mobilfunknetz verbinden, was sie äusserst flexibel macht. So ist es auch möglich, ohne Smartphone Anrufe zu tätigen, Textnachrichten zu empfangen oder Musik zu streamen. Kurzum: Die Smartwatch wird zum Miniatursmartphone am Handgelenk, Bild 3.
Kaufratgeber
Beim Kauf einer Smartwatch gibt es einiges zu beachten. Die wichtigsten Faktoren, die Sie vorher berücksichtigen sollten, lesen Sie gleich nachfolgend:Kompatibilität
Kaufen Sie keine Smartwatch, ohne sich zu vergewissern, dass sie mit Ihrem Smartphone kompatibel ist. Apple Watches funktionieren beispielsweise nur mit den neueren iPhones, Bild 4. Galaxy-Watches sind zwar grundsätzlich mit jedem Android-Handy kompatibel, bieten aber lediglich auf Samsung-Handys den vollen Funktionsumfang. Das Gleiche gilt etwa für die Pixel Watch von Google.
Wichtig: Einige Features von Smartwatches sind in der Schweiz womöglich (noch) nicht verfügbar. Beispielsweise war die Sturzerkennung bei den Google Pixel Watches nicht von Anfang an in der Schweiz freigeschaltet. Wenn Sie eine Smartwatch also wegen eins speziellen neuen Features kaufen möchten, stellen Sie sicher, dass die Funktion in der Schweiz tatsächlich freigeschaltet ist.
Fitnessfunktionen
Wenn Sie ein Fitnessfan sind, wählen Sie eine Uhr mit Herzfrequenzsensor und GPS, damit Sie Ihre sportlichen Aktivitäten tracken können. So können Sie nicht nur Ihre Route verfolgen, sondern auch nützliche Dinge wie Ihr durchschnittliches Tempo, Bild 5.
Mittlerweile bieten alle Smartwatches das Tracking von grundsätzlichen Sportarten wie Joggen, HIIT (hochintensives Intervalltraining) oder Schwimmen an. Falls Sie einer etwas spezielleren Sportart nachgehen, prüfen Sie vorher, ob deren Tracking unterstützt wird.
Bei einigen Smartwatches ist das Aktivitäts-Tracking von Ihrem Smartphone abhängig, aber die meisten Uhren verfügen zumindest über einen integrierten Schrittzähler zum Schrittzählen oder -Tracking.
Dennoch haben Smartwatches, die eine umfangreiche Tracking-Funktion ohne Smartphone ermöglichen, einen riesigen Vorteil: Sie müssen für den Sport nicht das schwere Smartphone mitschleppen. Da heute jede Smartwatch Bluetooth hat, können Sie sogar Ihre Kopfhörer mit dieser koppeln, um Musik zu hören. Voraussetzung ist natürlich, dass die Smartwatch eine eigene Musik-App bietet (siehe dazu auch Abschnitt «Auswahl an Apps», siehe weiter unten).
Gesundheitsüberwachung
Geräte wie die Polar Vantage V3 und die Garmin Fenix 7 überwachen nicht nur das Training, sondern bieten auch Einblicke in die Schlafqualität und die Erholung nach dem Training. Sie überwachen ausserdem die Sauerstoffsättigung im Blut, die Hauttemperatur und vieles mehr. Auch Smartwatches von Anbietern wie Apple, Samsung oder Google bieten mittlerweile viele Einblicke in Ihre Gesundheit. So erkennen einige Uhren etwa Anzeichen für Schlafapnoe oder Vorhofflimmern, Bild 6.
Für ältere Leute dürfte es auch interessant sein, dass viele Smartwatches eine Sturzerkennung haben. Die Uhren sind dabei sogar fähig, den Notruf zu alarmieren oder Notfallkontakte zu informieren.
Wichtig: Smartwatches sind keine medizinischen Diagnosegeräte. Erkennt eine Watch etwa Anzeichen für Vorhofflimmern, konsultieren Sie immer einen Arzt.
Akkulaufzeit
Achten Sie beim Kauf auf die angegebene Akkulaufzeit. Vor allem High-End-Smartwatches mit vielen Trackingfunktionen haben nicht immer die beste Akkulaufzeit. Da kann es schon mal sein, dass die Uhr nach einem Tag keinen Saft mehr hat. Die Laufzeit lässt sich zwar mittels Energiesparmodus verlängern, allerdings stehen Ihnen dann nicht mehr alle Funktionen zur Verfügung.
Hybrid-Smartwatches, die eher wie analoge Zeitmesser aussehen, haben in der Regel die längste Akkulaufzeit, aber keinen Touchscreen. Einige sind sogar solarbetrieben. Auch solche Uhren muss man gelegentlich aufladen, aber dank der Solarfunktion kommen sie teilweise Wochen ohne Steckdose aus, Bild 7.
Wasserdichtigkeit
Die meisten Smartwatches sind wasserdicht, aber nicht alle sind für längere Zeiträume im Wasser oder in grossen Tiefen ausgelegt. Einige sind höchstens für ein kurzes Untertauchen gut, andere für richtige Tauchgänge unter zehn Metern.
Wichtig ist, dass Sie beim Kauf auf eine Zertifizierung bezüglich der Wasserdichtigkeit achten. Eine IP68-Zertifizierung, wie man sie von Smartphones kennt, reicht hier nicht unbedingt aus, denn: Die Uhr muss laut diesen Richtlinien nur 30 Minuten lang in Süsswasser bei einer Tiefe von maximal 1,5 Metern wasserdicht sein, Bild 8.
Möchten Sie also länger schwimmen oder gar tauchen gehen, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie eine entsprechende Uhr kaufen. Und passen Sie zudem auf, ob die vom Hersteller genannten Angaben nur für Süsswasser gelten (was die Regel ist) oder auch für Salzwasser.
Wechsel-Armbänder
Austauschbare Armbänder sind praktisch, denn so können Sie die Uhr optisch auch einmal für einen schönen Abend im Restaurant fit machen. Bei den meisten Smartwatches sind Armbänder austauschbar, aber auch hier gib es Ausnahmen. Weiterhin sind nicht alle Mechanismen zum Austauschen ganz einfach zu bedienen. Informieren Sie sich hier am besten mithilfe von Tutorials auf YouTube oder im Internet.
Schliesslich ist auch die Auswahl an Ersatzarmbändern ein Thema. Während es bei Anbietern wie Apple oder Samsung sehr viele günstige Armbänder von Drittanbietern gibt, ist bei Watches von kleineren Marken die Auswahl sehr beschränkt.
Tipp: Einige Smartwatches haben auch klassische Verschlüsse, die man von normalen Uhren kennt. Hier steht Ihnen die gesamte Welt der Uhrenarmbänder offen.
Auswahl an Apps
Die Auswahl an Apps ist ein Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. So bietet etwa die Fitbit Versa 4 nicht annähernd so viele Apps wie eine Apple Watch oder Samsung Galaxy Watch – vor allem, wenn Sie Ihre Smartwatch auch mal unabhängig von Ihrem Smartphone verwenden möchten, ist dies ein Kriterium, das Sie unbedingt berücksichtigen sollten, Bild 9.
Doch was bringt eine dedizierte App für eine Smartwatch? Vor allem mehr Funktionen. Laden Sie sich etwa Spotify für Ihre Smartwatch herunter, können Sie die Musik-App direkt auf der Uhr und ohne Telefon nutzen. Sie können so auch Musik direkt offline auf der Watch speichern und Ihre Kopfhörer mit der Uhr verbinden, um Musik zu hören.
Vor allem aber sind solche Apps auf das kleine Smartwatch-Display und die Steuerung darüber ausgelegt; ein Faktor, den Sie nicht unterschätzen sollten. Für die Apple Watch und für die Galaxy Watch gibt es hunderte, wenn nicht tausende Anwendungen.
LCD, OLED, monochrom
Viele Smartwatches verwenden einen hellen LCD-Bildschirm oder ein AMOLED-Display, mit dem Sie Fotos, Apps und andere Inhalte in satten Farben anzeigen können. Letzteres sieht zwar schön aus, der Nachteil ist aber eine kürzere Akkulaufzeit als bei Geräten mit einfacheren monochromen Displays.
Monochrom-Displays hingegen stellen die Nutzeroberfläche in verschiedenen Tönen einer Farbe dar. Umgangssprachlich wird auch von Schwarz-Weiss-Displays geredet. Diese sind lange nicht so eindrucksvoll bezüglich der Darstellung, verbrauchen aber viel weniger Strom. Solche Uhren können teilweise
wochenlang durchhalten, während Uhren mit OLED- oder LCD-Screen oft nach wenigen Tagen an die Steckdose müssen. Verwenden Sie eine Smartwatch nur für das Tracking von Aktivitäten, reicht ein Monochrom-Display völlig aus, Bild 10.
Wie viel kostet eine Smartwatch?
Gute Smartwatches kosten viel Geld. Stimmt das? Das ist nicht unbedingt der Fall. Mittlerweile gibt es gute Smartwatches schon für unter 100 Franken. Etwa die CMF by Nothing Watch Pro 2. Diese bietet etliche Tracking-Funktionen für über 100 Sportarten.
Natürlich beherrscht eine solche Uhr aber nicht alle Funktionen wie eine Smartwatch aus dem höherpreisigen Segment. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie sich vorher Gedanken machen, was Sie wirklich brauchen – und was nicht.
Modelle für Kinder
Smartwatches für Kinder sind mittlerweile stark verbreitet, entsprechend ist die Auswahl gross. Smartwatches für Kinder unterscheiden sich allerdings in einigen Punkten von herkömmlichen smarten Uhren:- Sie sind kleiner und bunter.
- Sie sind wesentlich robuster.
- Sie haben spezielle Funktionen, die Eltern helfen sollen – etwa eine SOS-Funktion oder das Einschränken von fremden Nummern.
Grundsätzlich bieten Kinder-Smartwatches Eltern die Möglichkeit, ihren Sprössling langsam an die digitale Welt heranzuführen. Mit integriertem GPS und teilweise auch Selfie-Kameras haben Eltern die Möglichkeit, festzustellen, wo ihr Kind gerade ist, Bild 11.
Ab welchem Alter?
Diesbezüglich gibt es keine Regelung. Allgemein verbreitet ist die Ansicht, dass man ein Kind nicht vor der Einschulung mit einer Kinder-Smartwatch ausrüsten sollte.
Was sollte man beachten?
Smartwatches für Kinder sind immer wieder ein kontrovers diskutiertes Thema. Dies, weil es Eltern so möglich ist, ihr Kind permanent zu überwachen. Kaufen Sie Ihrem Sprössling eine Smartwatch, wird daher empfohlen, mit ihm die Uhr anzuschauen und mit ihm genau zu besprechen, was diese kann und was Sie damit vorhaben.
Wichtige Kauftipps
Um bei einer Smartwatch für Kinder das Optimum herauszuholen, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
- Die Watch sollte einen Schutz gegen Wasser aufweisen. Wir empfehlen mindestens eine IP68-Zertifizierung.
- Eine App für Eltern sollte vorhanden sein. Werfen Sie vor dem Kauf einen Blick in die App oder den App-Store und schauen Sie sich die Bewertungen an. So erfahren Sie, ob die App hilfreich ist oder nicht.
- Bei der Kompatibilität ist es empfehlenswert, dass die App für iOS und Android verfügbar ist – dies, falls mal jemand anders auf Ihr Kind aufpassen muss und dafür die App benötigt.
- Die Smartwatch sollte eine Ortungsfunktion haben, damit Sie jederzeit einsehen können, wo sich das Kind aufhält. Teilweise lassen sich auch Zonen festlegen, bei denen Sie einen Alarm erhalten, wenn sich Ihr Kind darin befindet.
- Die Watch sollte eine SIM-Karte oder eSIM unterstützen. Ansonsten kann die Watch nicht mit Ihrem Telefon kommunizieren. Nicht vergessen: Dafür brauchen Sie im Minimum ein separates Daten-Abo.