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Lesedauer 4 Min.

Agentic AI: Lücke zwischen Vision und Realität

Camunda, ein Spezialist für agentenbasierte Automatisierung, zeichnet im „2026 State of Agentic Orchestration and Automation Report“ ein kritisches Bild der Hype-Technologie Agentic AI.
© Camunda

So sehen fast drei Viertel (73 Prozent) der befragten Unternehmen eine Lücke zwischen der Vision für den Einsatz von KI-Agenten und der Realität. Obwohl 71 Prozent der Unternehmen angeben, KI-Agenten zu nutzen, haben im letzten Jahr nur 11 Prozent dieser Anwendungsfälle die Produktionsreife erreicht. Zudem befürchten 50 Prozent der Befragten, dass unkontrollierte KI-Agenten das Risiko bergen, Probleme bei schlecht implementierten Prozessen und Automatisierungen noch zu verschärfen. Risiken, Komplexität und fehlende Fachkenntnisse bremsen den Fortschritt bei Agentic AI.

Insgesamt wurden für den Report 1'150 leitende Entscheider und Entscheiderinnen aus Unternehmen mit mehr als 1'000 Mitarbeitenden in Deutschland, USA, UK und Frankreich befragt. Dem Bericht zufolge experimentieren zwar viele Firmen mit KI-Agenten oder planen deren Einsatz, doch fehlendes Vertrauen bleibt ein wesentliches Hindernis für eine breitere Einführung:

  • 84 Prozent der Befragten befürchten geschäftliche Risiken in laufenden Prozessen, wenn der IT entsprechende Kontrollmechanismen fehlen.
  • 80 Prozent sind besorgt über mangelnde Transparenz hinsichtlich der KI-Nutzung.
  • 66 Prozent nennen Compliance-Bedenken im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI-Agenten.

Diese Bedenken führen zu gegensätzlichen Mustern bei der Einführung: 80 Prozent geben an, dass es sich bei dem Grossteil der eingesetzten KI-Agenten um Chatbots oder um Assistenten handelt. Sie erstellen lediglich Zusammenfassungen oder beantworten Fragen, können aber keine geschäftskritischen Fälle bearbeiten. Weitere 48 Prozent sagen, dass ihre KI-Agenten in Silos operieren und nicht «end-to-end» in durchgängige Geschäftsprozesse eingebunden sind.

«Das Nutzenversprechen von KI-Agenten ist unbestritten, aber für die Akzeptanz bleibt Vertrauen die grösste Hürde», erklärt Kurt Petersen, Senior Vice President Customer Success bei Camunda. «Viele Unternehmen gehen das Thema vorsichtig an, kommen dabei aber nicht über Pilotprojekte oder isolierte Anwendungsfälle hinaus.» Ohne klare Leitplanken und Transparenz würden Agenten eine Randerscheinung im Unternehmen bleiben. Sobald allerdings eine Vertrauensbasis bestehe, könnten Agenten zu starken Multiplikatoren innerhalb gesteuerter Prozesse werden, statt lediglich isolierte Co-Piloten oder Chatbots zu bleiben.

Automatisierung: Fortschritte vs. Kontrolle

Der Report hebt hervor, dass die Mehrheit (95 Prozent) der Unternehmen im vergangenen Jahr durch Prozessautomatisierung ein gesteigertes Geschäftswachstum verzeichnet hat, während es im Vorjahr noch 87 Prozent waren. Im Durchschnitt haben Unternehmen knapp die Hälfte (48 Prozent) ihrer Prozesse automatisiert und gehen davon aus, dass dieser Wert in Zukunft auf 64 Prozent steigen könnte. Knapp vier von fünf Unternehmen (79 Prozent) planen, ihre Ausgaben für Automatisierung zu erhöhen, wobei die Budgets in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich um durchschnittlich 20 Prozent steigen werden.

Gleichzeitig werden Technologie-Stacks zunehmend breit verteilt – und die Anzahl der Endpunkte, die an jedem Prozess beteiligt sind, wächst. Tatsächlich geben mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Organisationen an, dass Volumen und Vielfalt der Endpunkte exponentiell zunehmen.

Aus diesem Grund sagen 85 Prozent, dass sie bessere Tools benötigen, um die Schnittstellen zwischen Prozessen zu verwalten. Unternehmen stehen somit vor der Herausforderung, den vollen Wert aus ihren Investitionen in KI und Automatisierung zu schöpfen.

«Agentic Orchestration» als Betriebsmodell

«Agentic Orchestration» (Agentenbasierte Orchestrierung) verbindet daher die deterministische und dynamische Orchestrierung von Geschäftsprozessen. Sie nutzt Agenten, um Prozessen dynamisches logisches Denken («Reasoning») hinzuzufügen, damit diese sich in Echtzeit anpassen können.

Hierzu hebt der Report hervor:

  • 88 Prozent der Befragten sagen, dass KI über Geschäftsprozesse hinweg orchestriert werden muss, um den maximalen Nutzen aus KI-Investitionen zu ziehen.
  • 90 Prozent sind der Meinung, dass KI wie jeder andere Endpunkt innerhalb automatisierter Geschäftsprozesse orchestriert werden muss, um die Compliance zu gewährleisten.
  • 85 Prozent geben an, dass sie noch nicht den richtigen Reifegrad bei ihren Prozessen erreicht haben, um Agentic Orchestration zu implementieren.

«Einzelne Agenten sind nicht der Schlüssel, um die Lücke zwischen KI-Vision und Realität zu schliessen, sondern die agentenbasierte Orchestrierung», resümiert Petersen. «Deterministische Orchestrierung hat schon immer klare Leitplanken etabliert. Dynamische Orchestrierung ermöglicht das logische Denken in End-to-End Prozesssen über KI-Agenten, Menschen und Systeme hinweg. Werden die beiden kombiniert, können Unternehmen eine Basis schaffen, mit der sie KI-Agenten vertrauen. Das ist Enterprise Agentic Automation in der Praxis. So werden Unternehmen KI-Experimente in stabile, geschäftskritische Fähigkeiten verwandeln.»

Den vollständigen Report in deutscher Sprache gibt es hier als Download!
 

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