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Lesedauer 4 Min.

Schweizer KI-Innovation schliesst die Lücke zwischen Denken und Handeln

Die Schweiz macht erneut mit einer spannenden KI-Innovation auf sich aufmerksam. Das Zürcher Unternehmen Gieni bringt mit GieniABX ein Agentensystem auf den Markt, das einen Schritt weiter gehen soll als klassische Chatbots oder KI-Assistenten. 
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Timur Göreci, operativer Geschäftsführer, und Derek Tanner, CEO, Gieni AG (v.l.)

© zVg

Während Systeme wie ChatGPT oder Microsoft Copilot vor allem Informationen liefern und Inhalte erstellen, soll GieniABX komplette Geschäftsprozesse eigenständig planen, koordinieren und bis zur Freigabe durch den Menschen ausführen.Damit greift das Unternehmen einen Bereich auf, der in der KI-Branche derzeit als einer der wichtigsten Entwicklungsschritte gilt: den Übergang von generativer KI zu sogenannten Agentic-AI-Systemen. Solche Systeme beantworten nicht nur Fragen, sondern erledigen Aufgaben selbstständig.

Von der Antwort zur Ausführung

Nach Ansicht von Gieni liegt die grösste Schwäche heutiger KI-Lösungen darin, dass sie zwar Wissen bereitstellen, die eigentliche Arbeit danach aber weiterhin von Mitarbeitenden erledigt werden muss. Berichte erstellen, Daten aufbereiten, CRM-Systeme aktualisieren oder verschiedene Anwendungen koordinieren – diese Schritte erfolgen vielerorts noch manuell.

Genau hier setzt GieniABX an. Das System orchestriert mehrere KI-Agenten, die komplexe Aufgaben eigenständig planen, Informationen beschaffen, bewerten und anschliessend das gewünschte Ergebnis erstellen. Der Mensch übernimmt am Ende lediglich die Kontrolle und Freigabe. Damit soll die Lücke zwischen KI-Unterstützung und tatsächlicher Prozessausführung geschlossen werden.

«Chatbots, Copiloten und intelligente Suchsysteme liefern heute innerhalb weniger Sekunden Antworten auf komplexe Fragestellungen und unterstützen Mitarbeitende bei Recherchen, Analysen und Wissensarbeit. Trotz dieser technologischen Fortschritte kämpfen Unternehmen weltweit mit stagnierender Produktivität, zunehmendem Fachkräftemangel und einer stetig wachsenden administrativen Belastung», sagt Timur Göreci, operativer Geschäftsführer der Gieni AG. Der Grund dafür liege nicht in fehlenden Informationen, sondern in der Art und Weise, wie Unternehmen heute Arbeit organisierten.

Integration in bestehende Unternehmensumgebungen

Technisch basiert die Lösung auf Microsoft Azure und ist in Microsoft 365, Microsoft Teams sowie Microsoft Copilot integriert. Über das Model Context Protocol (MCP) kann GieniABX nach Unternehmensangaben mit mehr als 3000 Anwendungen kommunizieren. Die Steuerung erfolgt vollständig in natürlicher Sprache. Gleichzeitig lernt das System aus bisherigen Arbeitsabläufen und soll seine Ergebnisse kontinuierlich verbessern.

Timur Göreci betont: «Die eigentliche Arbeit endet nicht mit der Antwort einer KI, sondern beginnt erst danach. Aufgaben wie Berichterstellung, Informationsbewertung, CRM-Pflege, Präsentationen oder Kommunikationsprozesse werden heute grösstenteils noch manuell erledigt. Die nächste Entwicklungsstufe künstlicher Intelligenz besteht deshalb darin, Unternehmensarbeit zuverlässig und automatisiert auszuführen.»

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Datensouveränität. Neben einer Cloud-Version auf europäischen Microsoft-Servern bietet Gieni auch einen vollständigen On-Premises-Betrieb an. Nach Angaben des Unternehmens kann die Lösung vollständig innerhalb der Infrastruktur eines Kunden betrieben werden – ohne Verbindung zum öffentlichen Internet. Gerade für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Compliance dürfte dies ein wichtiges Argument sein.

Schweizer KI-Kompetenz im internationalen Wettbewerb

Mit GieniABX zeigt sich einmal mehr, dass die Schweiz nicht nur in der KI-Forschung, sondern auch bei marktreifen Unternehmenslösungen eine aktive Rolle spielt. Während viele Anbieter derzeit noch auf Chatbots und Copiloten setzen, konzentriert sich Gieni auf den nächsten Evolutionsschritt: autonome KI-Agenten, die operative Geschäftsprozesse übernehmen.

Derek Tanner, CEO der Gieni AG, erklärt: «Wir entwickeln die Ausführungsebene für Unternehmen. Unser Ziel besteht darin, operative Wissensarbeit zuverlässig, sicher und nachvollziehbar auszuführen – unabhängig davon, welches Foundation Model im Hintergrund arbeitet.»

Ob sich dieser Ansatz im Unternehmensalltag durchsetzt, wird sich zeigen. Fest steht jedoch, dass Agentic AI derzeit zu den dynamischsten Entwicklungsfeldern der Künstlichen Intelligenz gehört – und dass mit Gieni nun auch ein Schweizer Anbieter diesen Zukunftsmarkt aktiv mitgestalten will.

Über Gieni AG

Die Gieni AG mit Sitz in Zürich entwickelt KI-gestützte Unternehmenssoftware für die nächste Generation der Unternehmensarbeit. Mit GieniExplorer analysieren Unternehmen Märkte, Lieferketten und industrielle Daten, während GieniABX daraus konkrete Unternehmensprozesse und Ergebnisse ableitet und interagierende KI-Agenten komplexe Arbeitsabläufe selbstständig planen und ausführen lässt. Gemeinsam verbinden beide Systeme Intelligence und Execution – von der Analyse bis zur autonomen Unternehmensausführung. 

gieniabx.com

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