Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Grossspeicher lösen Netzkapazitätsprobleme von Festzelten

Seit dem Ukrainekrieg wird das Oktoberfest zunehmend elektrifiziert – doch die physische Netzinfrastruktur auf der Theresienwiese stösst an ihre Grenzen. Im vergangenen Jahr kam es in den Festzelten zu mehreren Stromausfällen.

Zwei Batteriespeicher Tesvolt Morton kappen Lastspitzen im Pschorr-Bräurosl Festzelt auf dem Oktoberfest.

© Tesvolt

Elektromeister Matthias Poeting sichert den diesjährigen Betrieb der grossen Festzelte von Pschorr-Bräurosl und Löwenbräu nun mit drei Batteriegrossspeichern des Wittenberger Anbieters Tesvolt ab.

Physikalische Grenzen der Netzinfrastruktur

Ein grosses Festzelt erhalte von den Stadtwerken München eine Anschlussleistung von rund 420 Kilowatt, der reale Bedarf schiesse in Spitzenzeiten jedoch auf weit über 500 Kilowatt. Im vergangenen Jahr sei im Löwenbräu-Zelt zweimal komplett das Licht ausgegangen, im Pschorr-Bräurosl-Zelt habe es die Wirte einmal mitten im laufenden Betrieb getroffen.

«Ein Stromausfall im voll besetzten Zelt ist der absolute Albtraum für jeden Wirt. Bisher konnten wir bei einer Überlastung des Netzanschlusses innerhalb von fünf Minuten kaum so reagieren, dass das Zelt nicht ausfällt”, erklärt Matthias Poeting, Geschäftsführer von MP Elektrotechnik München. «Dieses Jahr haben wir durch die Batteriespeicher einen Puffer von zwei Stunden. Das gibt mir jetzt einfach ein bisschen Luft, ich kann mit den Leuten in der Küche sprechen, wir können Geräte gezielt runterfahren und die Last reduzieren – das ist ein wahnsinniger Vorteil für die Betriebssicherheit.”

Ukrainekrieg und Abgasvorgaben treiben den Elektro-Boom

Der Hunger nach Strom habe sich auf der Theresienwiese in kurzer Zeit vervielfacht. Neben dem Verzicht auf Gas seit dem Ukrainekrieg trieben auch neue strenge Abgasvorgaben der Stadt den Umstieg auf Elektroantriebe voran. Allein die Heizstrahler in den Aussenbereichen benötigten mittlerweile teilweise um die 150 Kilowatt pro Zelt. Dieser Strom komme nun dezentral aus den Batteriespeichersystemen und entlaste den Netzanschluss der Zelte.

Wirtschaftlicher als Netzausbau

Ein klassischer Ausbau der Netzinfrastruktur sei auf dem Festgelände kaum realisierbar. Die umliegenden Trafostationen arbeiteten während der Wiesn am Limit, und eine Erweiterung der Mittelspannung sowie der Niederspannungshauptverteiler stünde wirtschaftlich und logistisch in keinem Verhältnis.

«Die Investition in die Batteriespeicher ist vom Umfang her deutlich geringer als ein tiefgreifender Umbau der Trafostationen und der Netze vor Ort”, erklärt Poeting. «Ein solcher Speicher amortisiert sich in der Praxis voraussichtlich schon nach zwei bis drei Jahren. Ausserdem nehmen die Systeme wenig Platz weg – und wenn die Last in den kommenden Jahren noch grösser wird, dann erweitern wir das Batteriesystem einfach und fertig.”

«Das Oktoberfest ist für jede Technologie ein absoluter Stresstest unter Extrembedingungen. Genau dafür haben wir unsere Tesvolt Forton-Grossspeicher geliefert”, sagt Daniel Hannemann, Mitgründer und Aufsichtsratsmitglied von Tesvolt. «In diesen Systemen setzen wir auf modernste Hochtemperaturzellen. Sie machen die Speicher sehr belastbar und langlebig. Ein weiterer Vorteil auf dem engen Festgelände ist, dass die Technologie ohne Flüssigkeitskühlung auskommt. Das spart Platz und verzichtet auch vollständig auf umweltgefährdende Kühlstoffe.”

«Niemand kann genau sagen, wie die Energie-Infrastruktur der Wiesn in fünf oder zehn Jahren aussieht. Es wäre doch ziemlich klug, auch die Abwärme der Zelte zu nutzen oder den Wind und vielleicht gibt es ja mal Solarmodulfolien auf den Zeltdächern”, so Poeting. «Warum sollten wir also das Netz mit gigantischem Aufwand ausbauen, wenn intelligente Speichertechnologie die viel preiswertere Lösung bietet und total flexibel auf die künftige Energiesituation reagieren kann. Auch die Wiesnwirte sind sehr offen für intelligente, grüne Energiesysteme.”

Markus Borke, Area Manager bei Tesvolt (links), und Matthias Poeting, Geschäftsführer von MP Elektrotechnik München bei der Installation der Gewerbespeicher auf der Festwiese.

© Tesvolt
Hardware
Anzeige

Neueste Beiträge

Bundesverwaltung priorisiert KI-Strategiemassnahmen
Der Bundesrat wurde über die Anpassung der Umsetzungsmassnahmen zur KI-Strategie der Bundesverwaltung informiert. Die Bundesverwaltung setzt ihre Strategie fort, muss aber aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel einzelne unterstützende Massnahmen streichen.
3 Minuten
23. Sep 2026
Vorteilsprogramm Brack Plus belohnt aktuelles Einkaufsverhalten und langjährige Treue
Brack hat sein Vorteilsprogramm Brack Plus komplett überarbeitet. Neu ist, dass ab sofort alle Interessierten Mitglied werden können und bereits nach der Anmeldung von Vorteilen wie exklusiven Angeboten und Gewinnspielen profitieren.
3 Minuten
23. Sep 2026
Ericsson und Vodafone testen Live-Übersetzung bei mobilen Telefonaten
Eine KI-Technologie ermöglicht es, Telefonate live zu übersetzen und störende Hintergrundgeräusche herauszufiltern. Ericsson und Vodafone haben dies jetzt in einem realitätsgetreuen Szenario erfolgreich getestet.
3 Minuten
23. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Navimow/Segway H5 Pro: Rasenpflege deluxe - IFA 2026
Segway Navimow könnte mit dem auf der IFA (4. bis 8. 9. 2026 in Berlin)  präsentierten H5 Pro der ganz grosse Wurf gelungen sein. Der Mähroboter verspricht eine nahtlose Kombination aus präziser Sensorik, hoher Geländegängigkeit und konsquentem Kantenmähen.
4 Minuten
3. Sep 2026
Samsung baut weiter am vernetzten KI-Universum - IFA 2026
Samsung präsentiert an der IFA 2026 im Berliner Humboldt Carré seine Vision eines KI-gestützten Alltags. Unter dem Motto «Companion to AI Living» zeigt der südkoreanische Hersteller vernetzte Geräte von Fernsehern über Monitore bis hin zu Haushaltsgeräten und Mobiltelefonen.
5 Minuten
3. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige