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Zoll-Angst kostet Apple den Börsenthron - Microsoft klettert an die Spitze

Apple hat den Titel des wertvollsten Unternehmens an der Börse verloren. Anlegerinnen und Anleger fürchten die Folgen der von Präsident Donald Trump verhängten China-Zölle für den Konzern. Die Aktie büsste in den vergangenen Tagen über einen Fünftel ihres Werts ein.
© (Quelle: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Zur Nummer eins auf dem Börsenolymp wurde am Dienstag Microsoft mit einem Marktwert von rund 2,64 Billionen Dollar. Apple lag dahinter mit knapp 2,6 Billionen Dollar.

Die meisten iPhones werden in China produziert. Zählt man alle Zollmassnahmen der Trump-Regierung zusammen, werden auf Einfuhren aus der Volksrepublik in die USA ab Mittwoch Abgaben von 104 Prozent fällig. Apple wolle nun zunächst iPhones aus Indien in die USA liefern, während Konzernchef Tim Cook eine Ausnahme von den Zöllen zu erwirken versuche, schrieb das «Wall Street Journal». Um langfristige Investitionen in den Lieferketten umzukrempeln, sei die Lage noch zu unklar, hiess es unter Berufung auf informierte Personen. Für Waren aus Indien verhängte Trump einen Zoll von 27 Prozent.

US-Amerikaner sollen «winzige Schrauben reindrehen»

Die Botschaft aus dem Weissen Haus ist derweil unmissverständlich: Apple könne die iPhones für den amerikanischen Markt doch einfach in den USA produzieren. «Warum bauen sie das alles in China? Warum tun sie es nicht hier?», fragte Trumps Handelsminister Howard Lutnick schon vor Wochen.

Auf den Einwand, dass in China unter anderem die Arbeitskraft günstiger sei, entgegnete Lutnick damals: «Jetzt gibt es Roboter, die das machen können.» In den USA werde das «Millionen und Millionen» von Jobs schaffen - etwa Mechanikerinnen und Mechaniker, die die Roboter warten. Zuletzt schwärmte Lutnick: «Die Armee aus Millionen und Millionen menschlichen Wesen, die winzige Schrauben reindrehen, um iPhones zu produzieren - so etwas wird nach Amerika kommen.»

iPhone für 3500 Dollar?

Branchenexperten, die sich mit Apples Lieferketten auskennen, zerlegen solche Gedankenspiele schnell. Wenn Apple seine iPhones etwa in einer Fabrik in West Virginia oder New Jersey bauen würde, läge der Preis eines Geräts bei 3500 Dollar, warnte Analyst Dan Ives von der Investmentfirma Wedbush. Verlegte der Konzern nur zehn Prozent der Lieferkette in die USA, würde ihn das drei Jahre und 30 Milliarden Dollar kosten, schätzte Ives im Nachrichtensender CNN.

Kein anderes Unternehmen sei so stark von Trumps Zöllen betroffen, betonte der Marktexperte. «Das kann die Zukunft von Apple verändern.» Needham-Analystin Laura Martin gab bei CNBC zu bedenken, dass Apple rund drei Jahre gebraucht habe, um 14 Prozent der iPhone-Produktion nach Indien zu verlagern. Martin geht auch davon aus, dass der Konzern versuchen werde, die Preise für Endkunden in den USA unverändert zu lassen.

20 Jahre in China investiert

Aus Sicht des Marktexperten Craig Moffett von Moffett Nathanson gibt es «keine gute Antwort» von Apple auf die Zölle. Der Konzern habe 15 bis 20 Jahre lang in den Aufbau seiner aktuellen Lieferketten investiert - «und das ist woanders schlicht nicht nachzubauen». Es gehe nicht darum, in den USA Zement in den Boden für eine Fabrik zu giessen und Roboter zu bestellen - denn der US-Arbeitsmarkt gebe allein schon die nötigen Qualifikationen und Zahlen nicht her, argumentierte Moffett bei CNBC.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte am Dienstag, der Präsident sei «absolut» der Ansicht, dass Apple iPhones in den USA produzieren könne. Trump glaube, dass die USA durchaus die Ressourcen und Arbeitskraft dazu hätten.

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