Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Temu und Shein kosten den deutschen Handel Milliarden

Eine Studie im Auftrag des HDE zeigt auf, wie sehr die deutsche Wirtschaft und die Arbeitnehmer unter den chinesischen Online-Handelsplattformen Temu und Shein leiden. Der Verband fordert die Politik auf, endlich zu reagieren.
© ChatGPT

Für viele deutsche Einzelhändler ist die Konkurrenz durch die Billigplattformen Temu und Shein eine ärgerliche Realität. Täglich erreichen rund 460.000 Pakete von Temu und Shein Deutschland, europaweit sind es etwa zwölf Millionen Sendungen pro Tag. Eine repräsentative Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) erstellt hat, beziffert jetzt, wie hoch der Schaden durch die Plattformen aus China für Deutschland ist.

Gemäss den Berechnungen gehen der deutschen Wirtschaft jährlich rund 2,4 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren. Dabei ist der Einzelhandel mit etwa 1,3 Milliarden Euro am stärksten betroffen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen gehen weit über die Umsatzeinbussen hinaus: Den öffentlichen Haushalten entgehen jährlich rund 429 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Gleichzeitig führt der Wettbewerbsdruck zum Verlust von mehr als 40.000 Arbeitsplätzen in Deutschland, davon alleine 28.300 im Einzelhandel.

Laut der Studie halten sich die Anbieter häufig nicht an EU-Vorgaben, etwa bei Produktsicherheit, Steuern oder Zollbestimmungen. Dies verschaffe ihnen erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber den regulierten Anbietern aus der EU. «Die Lage ist eindeutig. Die Politik hat bei dem Thema trotz grosser Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Händler streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze», fasst HDE-Präsident Alexander von Preen zusammen.

Der HDE fordert die Politik zu einem stärkeren Einsatz für fairen Wettbewerb auf. So soll der Zoll, ähnlich wie in Frankreich, bei der Einfuhr der Pakete mit massiven Schwerpunktkontrollen deutliche Signale setzen und den Kontrolldruck erhöhen. Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen solventen und in der Praxis erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss, damit bei Verstössen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann.

 

E-Commerce
Anzeige

Neueste Beiträge

Start Pilotversuch Transparenzregister
Der Bund verstärkt die Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung mit dem neuen zentralen Bundesregister der wirtschaftlich berechtigten Personen an juristischen Personen (sog. Schweizerisches Transparenzregister). 
3 Minuten
17. Jun 2026
YouTube Premium ab sofort bei Sunrise erhältlich
Sunrise Kunden können neu ein YouTube Premium-Abo über die Sunrise Website, My Sunrise (Kundenportal oder App), via TV-Box im Sunrise TV Shop als auch in den Sunrise Shops abonnieren.
2 Minuten
17. Jun 2026
Markus Gemperle neuer Verwaltungsratspräsident von Abraxas
Die Aktionäre der Abraxas haben Dr. Markus Gemperle zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Neu im Verwaltungsrat der Firma ist Patrick Kammermann.
3 Minuten
17. Jun 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
«Echtzeit wird zum entscheidenden Faktor» - Digital Insights
Im Gespräch mit Computerworld erläutert Alexander Finger, weshalb moderne Datenarchitekturen heute stärker auf Echtzeitfähigkeit, Datenverantwortung und Transparenz ausgerichtet sein müssen, damit KI im Unternehmen tatsächlich produktiv eingesetzt werden kann.
3 Minuten
Mehr Daten, weniger Telefonie: Bundesnetzagentur legt ihren Jahresbericht vor
Die Fest- und Mobilfunknetze wurden 2025 weiter ausgebaut, der Datenverkehr wuchs stark : Insgesamt zeichnet der Jahresbericht der Bundesnetzagentur ein positives Bild der Entwickungen am Markt. Doch gegen diese Sichtweise regt sich auch Kritik.
4 Minuten
8. Jun 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige