Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

SMI-Konzerne haben 2024 ihren CO2-Ausstoss reduziert

Die grössten börsenkotierten Schweizer Konzerne haben im letzten Jahr Fortschritte beim CO2-Ausstoss gemacht. Doch das gilt nicht für alle.
© (Quelle: Shutterstock.com/Natali Glado)

Insgesamt sind 2024 die Treibhausgasemissionen der Firmen im Leitindex der Schweizer Börse, dem SMI, gesunken, wie eine Datenanalyse der Nachrichtenagentur AWP zeigt. Konkret sind die eigenen Emissionen (Scope 1 & 2), die etwa durch den Öl-, Gas- und Stromverbrauch entstehen, um 5 Prozent zurückgegangen.

Die Treibhausgasemissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3), welche unter anderem bei Lieferanten oder im Transport anfallen, sanken um fast 9 Prozent. Bei den meisten Firmen machen diese Emissionen den mit Abstand grössten Teil der CO2-Bilanz aus.

Grossemittenten mit weniger CO2-Emissionen

Ausschlaggebend für das Gesamtbild der SMI-Firmen sind die drei Grossemittenten ABB, Holcim und Nestlé, welche zusammen 90 Prozent der Klimabilanz verantworten. Alle drei haben letztes Jahr ihre CO2-Emissionen entlang der ganzen Wertschöpfungskette (Scope 1 - 3) reduziert.

Die Klimabilanz von ABB verbesserte sich hauptsächlich, weil der Technologiekonzern weniger Umsatz mit energieintensiven Produkten machte. Die Treibhausgasemissionen gingen dadurch um fast 12 Prozent auf 395 Millionen Tonnen CO2 zurück. Der mit Abstand grösste Teil dieser Emissionen fällt beim Gebrauch der von ABB produzierten Produkte an.

Der Zementkonzern Holcim hat vergangenes Jahr seinen CO2-Ausstoss vor allem durch einen geringeren Klinker-Anteil und dem vermehrten Einsatz alternativer Brennstoffe um fast 6 Prozent auf 117 Millionen Tonnen CO2 reduziert. Und der Lebensmittelmulti Nestlé erhöhte letztes Jahr den Anteil an Ökostrom und umweltfreundlich produzierten Rohstoffen, wodurch die Treibhausgasemissionen um rund 2 Prozent auf 75 Millionen Tonnen fielen.

Daneben haben auch Lonza, Novartis, Roche, UBS und Zurich ihren CO2-Ausstoss entlang der ganzen Wertschöpfungskette reduziert. Die Konzerne begründen dies unter anderem mit einem höheren Anteil an Ökostrom, Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und einer verbesserten Zusammenarbeit mit Lieferanten.

Stagnation und Rückschritte

Dennoch gibt es mehrere Firmen im SMI, die letztes Jahr beim Klimaschutz keine Fortschritte gemacht haben. So sind die Treibhausgasemissionen des Rückversicherers Swiss Re stagniert.

Und die Emissionen von Geberit und Richemont sind vergangenes Jahr entlang der ganzen Wertschöpfungskette (Scope 1 - 3) sogar geringfügig gestiegen. Bei beiden Konzernen ist dies auf eine höhere Produktionsmenge und dadurch höheren Stromverbrauch zurückzuführen.

Umsatzsteigerung erhöht CO2-Ausstoss

Givaudan, Kühne + Nagel, Partners Group, Sika, Sonova, Swisscom und Swiss Life haben zwar ihren betrieblichen Treibhausgasausstoss reduziert (Scope 1 & 2), jedoch höhere Emissionen bei der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) verzeichnet.

In den meisten Fällen haben vor allem die von Lieferanten verursachten Emissionen zugenommen. Oft geht der höhere CO2-Ausstoss mit einer Umsatzsteigerung einher.

Insgesamt sind die Abweichungen jedoch überschaubar. Einzig der Logistikkonzern Kühne + Nagel, der seine Transportkapazitäten primär einkauft, verzeichnete wegen eines höheren See- und Luftfrachtvolumens einen rund 15 Prozent höheren Treibhausgasausstoss als im Vorjahr.

Die Analyse stützt sich auf Angaben aus den Nachhaltigkeitsberichten für das Jahr 2024. Nicht berücksichtigt wurden sogenannte finanzierte Emissionen von Finanzunternehmen.

Die Emissionen von Logitech wurden ebenfalls nicht berücksichtigt, da der Techkonzern seinen Nachhaltigkeitsbericht wegen seines versetzten Geschäftsjahrs erst Mitte Sommer veröffentlicht. Weiter fehlen Scope-3-Daten von Alcon. Der Augenheilkundekonzern weist diese Zahlen derzeit nicht aus.

Studie
Anzeige

Neueste Beiträge

Alte Smartphones statt neue Rechenzentren - Alessandro De Carli, Acurast Association
Braucht es immer mehr leistungsfähige Rechenzentren? Nicht unbedingt, sagt Alessandro De Carli, Präsident der Acurast Association und CEO der Papers AG. Statt neue Server zu bauen, nutzt seine Plattform Acurast die Rechenleistung ausrangierter Smartphones. Im Interview erklärt er, weshalb darin enormes Potenzial für nachhaltiges Cloud Computing steckt.
6 Minuten
Kurze Newsletter-Sommerpause - In eigener Sache
Vom 27. Juli bis zum 9. August macht die Computerworld-Redaktion eine kurze Newsletter-Sommerpause. Sie bekommen in diesem Zeitraum keinen Newsletter. Den nächsten Newsletter erhalten Sie dann wieder am 10. August.
2 Minuten
26. Jul 2026
«Sicherheit schafft Vertrauen auf digitalen Marktplätzen» - Mostafa Hassanin, SMG Swiss Marketplace Group
Millionen von Menschen in der Schweiz nutzen Online-Marktplätze wie Ricardo, tutti.ch, Homegate, ImmoScout24 oder AutoScout24. Mostafa Hassanin verantwortet als Group CISO/CSO der SMG Swiss Marketplace Group die Cybersicherheitsstrategie hinter diesen Plattformen. Dabei zeigt sich: KI wird dort eingesetzt, wo sie Risiken schneller erkennbar macht und den Schutz der Nutzer:innen konkret stärkt.
6 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
«KI wird ein Treiber für Wachstum» - Interview Corinna Schumacher, ServiceNow
KI-Agenten übernehmen immer mehr Routineaufgaben. ServiceNow sieht darin keine Bedrohung für Mitarbeitende, sondern eine neue Arbeitsteilung, erklärt Corinna Schumacher im Interview.
7 Minuten
Digital Business im Fokus: Wohin geht die Reise? - Computerworld Ausgabe 2/2026
Autonomie und Souveränität werden inzwischen als Schlagworte mindestens ebenso häufig verwendet wie Künstliche Intelligenz und Datenschutz. Automatisierung und die Transformation zu einer hohen Dichte an KI-Agenten in Unternehmen werden die Zukunft des Digital Business prägen. Daraus entsteht ein Mix, der spannender und komplexer nicht sein könnte. Die Digitalisierung hat Dimensionen erreicht, die sich - Ironie des Wandels - fast nur noch mit KI bewältigen lassen. Höchste Zeit also für einen Überblick. 
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige