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Lesedauer 4 Min.

100 Jahre Flugdienst von swisstopo

1926 begann die Landestopografie die räumliche Entwicklung der Schweiz aus der Vogelperspektive zu dokumentieren. Die vom Flugdienst erhobenen Luftbilder bilden bis heute die Basis der amtlichen Geodatenproduktion.
Der erste Landestopografie-Pilot Markus Burkhard auf dem Flugplatz Thun vor einer Fokker D.VII, 1928

Der erste Landestopografie-Pilot Markus Burkhard auf dem Flugplatz Thun vor einer Fokker D.VII, 1928.

© Bildsammlung swisstopo

Damit liefert swisstopo in Zusammenarbeit mit der Schweizer Luftwaffe eine wichtige Grundlage für die Planung, Gestaltung und Sicherheit unseres Landes.

Mit viel Innovationsgeist haben sich Mitarbeitende der Landestopografie vor 100 Jahren eine neue Technologie angeeignet. Anstatt die Schweiz Stück für Stück vom Boden aus zu erfassen, hoben sie mit Flugzeugen ab und nahmen Luftbilder der Landschaft auf. Die Luftfahrt steckte noch in den Kinderschuhen und es gab kaum Erfahrungswerte. Dennoch hatten die Pioniere den Mut, die Bildmessung aus der Luft zu etablieren. Die sogenannte Luftbildfotogrammetrie bedeutete einen grossen Modernisierungsschub und machte die Kartierung und Vermessung des Landes präziser, effizienter und kostengünstiger.

Seit der Flugdienst 1926 seine ersten Missionen startete, hat sich vieles verändert: Technologien, Methoden, Werkzeuge, aber auch die Anforderungen an die erhobenen Daten. Dank technischer Verbesserungen und wachsendem Knowhow konnte die neue Methode immer breiter angewendet werden. Bereits 1929 beobachtete der Flugdienst den Wasserstand der Rhone und in den späten 1940er Jahren nahm die Gletscherbeobachtung aus der Luft ihren Anfang. So ist ein topografisches Landschaftsgedächtnis entstanden, das den schleichenden Wandel unserer Umgebung – etwa durch Urbanisierung oder Umweltveränderungen – über die Zeit dokumentiert.

Handhabung der Luftbildkamera Wild, ca. 1930
 

© Bildsammlung swisstopo

Vielfältiger Nutzen

Heute stehen die Luftbilder des Flugdiensts von swisstopo am Anfang einer langen Produktionskette von Geodaten. Ohne diese Aufnahmen gibt es keine verlässlichen, regelmässig aktualisierten Karten, keine präzisen Landschafts- oder Höhenmodelle und somit keine fundierten Grundlagen für die Planung, die Entwicklung und den Schutz unseres Landes. Denn in unserer vernetzten Gesellschaft sind Geoinformationen unverzichtbar geworden. Sie werden in der Verwaltung, in der Forschung, in der Geschäftswelt, in der Verteidigung, aber auch in der Freizeit genutzt und sind Basis für Entscheidungen, die in der Politik, in der Wirtschaft, aber auch im Alltag der Menschen getroffen werden.

Die Schweiz aus der Luft zu erfassen, bedeutet nicht nur, Daten zu produzieren. Es bedeutet auch, ihre Bedürfnisse, ihre Stärken, wie auch ihre Schwächen zu erkennen. Ob bei der Planung von Infrastrukturprojekten, der Sicherung des Grundeigentums oder der Koordination von Einsatzkräften in Ernstfällen; die Geodaten sind dafür zwingend notwendig. Luftbilder dienen auch der Umweltbeobachtung, beispielsweise dem Gletscher- oder Waldmonitoring. Tritt ein Naturereignis ein, sind es ebenfalls oft die Aufnahmen des Rapid Mappings, die den Behörden die ersten entscheidenden Informationen liefern, um schnell handeln und die Bevölkerung schützen zu können.

Erfolgreiche Partnerschaft

Diese Leistungen des Flugdienstes sind nur dank der sehr guten und nachhaltigen Zusammenarbeit von swisstopo und der Schweizer Luftwaffe möglich. Von Beginn an war der Flugdienst im Verbund des VBS ein gemeinsames Projekt: Die Luftwaffe stellt die fliegerische Expertise und swisstopo die fotogrammetrische Präzision – in einem gemeinsamen Auftrag vereint entstehen daraus Verfahren, Dienstleistungen und Produkte, deren Qualität und Nutzen über Jahrzehnte hinweg optimiert wurden und weltweit Anerkennung finden. Dadurch verfügt die Schweiz über die Fähigkeit, ihre geografischen Referenzdaten eigenständig zu erfassen, zu verarbeiten und bereitzustellen. Gleichzeitig sind Georeferenzdaten Grundvoraussetzung für die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe, aber auch der Armee.

Dementsprechend gross ist die Verantwortung, die der Flugdienst von swisstopo und die Luftwaffe tragen. Die Anforderungen an aktuelle, präzise und verlässliche Geodaten werden weiter steigen – sei es bei der Bewältigung von Naturgefahren, im Kontext des Klimawandels, im Umgang mit Krisensituationen oder im Bereich der Souveränität und Sicherheit der Schweiz. Dieses Jubiläum erinnert daran, wie zentral die Rolle des Flugdiensts von swisstopo – gestern wie heute – ist, um die Schweiz zu verstehen, zu gestalten und zu schützen.

Links:

100 Jahre Flugdienst swisstopo 1926–2026
Online-Chronik

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