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Nvidia kontert KI-Sorgen mit nächstem Geschäftsschub

Der KI-Boom hat das Geschäft des Chipkonzerns Nvidia weiterhin explosiv wachsen lassen - entgegen der jüngsten Angst vor einer Kursblase an den Börsen. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 62 Prozent auf 57 Milliarden Dollar hoch.
Das Nvidia-Hauptquartier im kalifornischen Santa Clara
© (Quelle: Nvidia)

Nvidia übertraf damit die Erwartungen der Wall Street. Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von 22 Prozent.

Chipsysteme von Nvidia wurden zu einer Schlüsseltechnologie für Software mit Künstlicher Intelligenz. Sie werden sowohl für das aufwendige Training von KI-Modellen zum Beispiel für den Chatbot ChatGPT eingesetzt - als auch beim Betrieb der Software.

Die Nvidia-Ergebnisse sind damit zu einem Gradmesser für den Zustand der KI-Industrie geworden. Denn Schwergewichte wie Google oder Microsoft füllen ganze Rechenzentren mit Nvidia-Chips - und auch KI-Firmen wie der ChatGPT-Entwickler OpenAI setzen darauf. Wenn riesige Investitionen in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz angekündigt werden, ist davon auszugehen, dass ein grosser Teil davon bei Nvidia landet.

Angst vor KI-Blase

In den vergangenen Wochen wurden an den Börsen jedoch die Sorgen grösser, dass die hohen Erwartungen an das zukünftige Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu einer Blase bei den Aktienkursen von Tech-Unternehmen geführt haben könnten.

Vor allem wird die Frage aufgeworfen, ob die Investitionen von hunderten Milliarden Dollar, die in den Ausbau von KI-Rechenzentren gesteckt werden, in absehbarer Zeit zurückverdient werden können.

Zuvor schienen die Investorinnen und Investoren immer höhere Investitions-Ankündigungen mit Kursschüben zu honorieren. Doch ein sichtbarer Wendepunkt kam mit der Reaktion auf die Worte des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg, der sagte, man würde lieber zu viel Kapazität aufbauen, statt das Risiko einzugehen, zu wenig zu haben. Die Meta-Aktie verlor seitdem ein Fünftel ihres Werts.

Nervosität am Markt

Der Börsenwert von Nvidia sank binnen weniger Wochen von 5 auf rund 4,5 Billionen Dollar. Der Chipkonzern ist damit nach steilen Kursanstiegen weiterhin das wertvollste Unternehmen an der Börse. Doch Anlegerinnen und Anleger befürchteten, dass das Geschäft des Chipkonzerns leiden könnte, wenn KI-Firmen bei ihren Investitionen auf die Bremse treten sollten.

In den vergangenen Wochen stiegen einige bei Nvidia aus. So verkaufte der japanische Technologiekonzern Softbank seinen gesamten Nvidia-Anteil im Wert von 5,8 Milliarden Dollar, um das Geld in andere KI-Investitionen umzuschichten. Der Hedge-Fonds des bekannten Wagniskapitalgebers Peter Thiel trennte sich im dritten Quartal von seiner rund 100 Millionen Dollar schweren Nvidia-Beteiligung. Investitionen von bis zu vier Billionen Dollar pro Jahr Nvidia-Chef Jensen Huang sprach die Sorgen nach Präsentation der Quartalszahlen direkt an. «Es wird viel über eine KI-Blase gesprochen», sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. «Aber von unserem Standpunkt aus sehen wir etwas ganz anderes.»

Viele Branchen stünden erst am Anfang der Umgestaltung durch Künstliche Intelligenz mit sogenannter Agenten-Software, die eigenständig agieren kann - und noch mehr Rechenleistung im Hintergrund braucht. Auch in diesen Industrien werde aber die KI zum Einsatz kommen. Nvidia rechnet entsprechend damit, dass die jährlichen Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur zum Ende des Jahrzehnts drei bis vier Billionen Dollar erreichen können.

Die Anlegerinnen und Anleger wirkten beruhigt: Die Nvidia-Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent zu. Auch Kurse anderer Chipkonzerne lagen im Plus. Für Aktien der grossen Nvidia-Kunden Google, Microsoft, Amazon und Meta ging es ebenfalls aufwärts.

Für Branchenanalyst Patrick Moorhead bedeuten die Nvidia-Zahlen mehr Zuversicht für die Zukunft der KI-Branche. «Nvidia ist der Wegbereiter in diesem Bereich - und das zeigt, dass die Nachfrage weitergeht», sagte Moorhead im Wirtschaftssender CNBC.

Wachstum auch ohne Geschäft in China

Unter dem Strich steigerte Nvidia den Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 31,9 Milliarden Dollar. Beim Ergebnis pro Aktie lag der Konzern über den Schätzungen der Analystinnen und Analysten. Deren Erwartungen übertraf Nvidia auch mit der Prognose von 65 Milliarden Dollar Umsatz im laufenden Vierteljahr sehr deutlich. Die Marktexperten hatten im Schnitt mit einer Vorhersage von gut 61,5 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet.

Das Wachstum schafft Nvidia weiterhin ohne den einst wichtigen chinesischen Markt, in dem der Konzern nach US-Ausfuhrbeschränkungen und Gegenmassnahmen der Regierung in China derzeit kein Geschäft mehr hat. Finanzchefin Colette Kress bekräftigte, dass Nvidia auch Chips nach China verkaufen wolle, um die weltweite Führung von US-Technologie zu sichern. Huang hatte immer wieder gewarnt, dass in China durch den Verkaufsstopp starke Rivalen entstehen würden, die Nvidia dann auf dem Weltmarkt Konkurrenz machen könnten.

Unternehmensnachrichten Künstliche Intelligenz (KI)
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