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Gemeinsame Sprache als Transformations-Booster

Digitale Transformation ist mehr als die Integration neuer Technologien. Sie ist ein dynamischer Prozess der Technologien, Geschäftsmodelle, Kultur und Mitarbeitende ausrichtet, um den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten.
© (Quelle: Valion AG)

Die Beziehung zwischen Business und IT hat sich stark gewandelt. Früher standen reine  Geschäftsprozesse im Fokus – klar definiert, ohne IT. Mit dem Aufkommen von Systemen wurden Prozesse digital unterstützt, die Rollen blieben getrennt: Das Business definierte, die IT implementierte. Heute verschmelzen Prozess und Technologie. Die Plattform ist Teil des Prozesses, neue Prozessideen entstehen aus technologischen Möglichkeiten.

VOM NEBENEINANDER ZUR GEMEINSAMEN AUSRICHTUNG

Um in diesem Umfeld erfolgreich zu bleiben, müssen Organisationen sich im Takt der Kundenerwartungen transformieren. Weicht das Unternehmen vom Tempo  des Marktes ab, schmilzt der Vorteil. Diese Abweichung nennen wir Transformationslücke. Ein wirksames Business-IT-Alignment (BITA) – basierend auf einer gemeinsamen Sprache – schliesst diese Lücke: Es bietet Agilität und Flexibilität, um auf Änderungen im Markt schnell und gezielt reagieren zu können. Das klassische Alignment fokussierte die Abstimmung innerhalb eines Unternehmens. In einer vernetzten Wirtschaft reicht das nicht mehr. Wertschöpfungsketten sind heute komplexe Netzwerke, die Kunden, Partner, Lieferanten und teilweise sogar Wettbewerber umfassen. Erfolg entscheidet sich an reibungsloser Integration. Schnittstellen müssen  technisch funktionieren und strategisch sinnvoll gestaltet sein. Ebenso wichtig ist eine gemeinsame Sprache aller Beteiligten – sie stellt sicher, dass Prozesse, Daten und Ziele einheitlich verstanden werden. So wird Datenaustausch zur koordinierten Zusammenarbeit mit gemeinsamen Zielen – hier setzen digitale Ökosysteme an.

Ein moderner Ansatz für erweitertes Alignment ist die Gestaltung digitaler Ökosysteme: vernetzte Systeme aus Unternehmen, Kunden und Partnern,  die über digitale Plattformen Informationen, Produkte und Services austauschen, um gemeinsam Wert zu schaffen. Der Kern dieser Ökosysteme sind Partner, welche ihre digitalen Services und Daten über Schnittstellen – in der Regel API-basierte – gegenseitig bereitstellen und nutzen. Für schnellen, sicheren, wirksamen Einsatz braucht es gemeinsames Verständnis als zentralen Erfolgsfaktor. Hier verbindet die gemeinsame Sprache Business,  IT und alle Ökosystem-Partner. Schlüsselelemente  einer gemeinsamen Sprache im Kontext digitaler  Ökosysteme:

  • Gemeinsames Datenverständnis, einheitliche Terminologie – einheitliche Definition von Datenobjekten, Attributen und Beziehungen über alle Schnittstellen und Systeme sowie eindeutige Bedeutungen für Fach- und IT-Begriffe, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Prozesse und Orchestrierungsregeln – klare Abbildung der End-to-End-Prozesse, sodass der Datenfluss über den gesamten Geschäftsablauf optimal unterstützt ist.
  • Einheitliche Schnittstellenbeschreibung (API-Designprinzipien) – konsistente Namenskonventionen, Versionierungsstrategien und Sicherheitsstandards für alle Schnittstellen.

API-Management-Plattformen unterstützen diese  Elemente technisch, indem sie zentrale Datenkataloge, Schnittstellenbeschreibungen, Zugriffsverwaltung, Monitoring-Tools und Integrationsservices bereitstellen. Die eigentliche Wirkung entsteht jedoch erst, wenn diese technischen Möglichkeiten mit strategischer Abstimmung und einer gelebten gemeinsamen Sprache kombiniert werden. Technologie ist nur die halbe Miete. Selbst ein exzellent gestaltetes Ökosystem entfaltet Wirkung nur, wenn Business und IT jenseits der Plattform eine gemeinsame Sprache sprechen. Die oben genannten Elemente betreffen  vor allem das «Wie» der technischen Zusammenarbeit – Schnittstellen, Datenmodelle, API-Governance.  Für erfolgreiche Transformation braucht es zusätzlich eine gemeinsame Sprache im strategischen Kontext bezogen auf die Datenobjekte. So entsteht über Fachbereiche und Hierarchien hinweg ein einheitliches Verständnis der zu prozessierenden Daten.  Schlüsselelemente einer gemeinsamen Sprache im  strategischen Kontext:

  • Data Object Models – schaffen gemeinsames Verständnis und geteilte Interpretation der Daten (syntaktisch und semantisch).
  • Klare Zielbilder – verbinden Geschäftsnutzen und technische Machbarkeit zu einem Zukunftsbild
  •  und legen fest, welche Daten notwendig sind.
  • Prozess – definiert, in welcher Reihenfolge entlang der Schritte welche Daten verwendet werden.

© Quelle: Valion AG

FAZIT: IM EINKLANG MIT DEM WANDEL

Die Zukunft gehört Organisationen, die Business und IT als untrennbare Partner in einem dynamischen Wertschöpfungsnetzwerk begreifen. Digitale Ökosysteme liefern die Infrastruktur – der wahre Transformations-Booster ist die gemeinsame Sprache und damit grösseres gegenseitiges Verständnis. Damit  diese Wirkung entsteht, muss sie sowohl technisch als auch strategisch gedacht werden. Nur wenn  Schnittstellen und Daten ebenso klar definiert sind wie Ziele und Entscheidungswege, entsteht nahtloses Zusammenspiel. Unternehmen mit hohem Business-IT-Alignment profitieren messbar. Wer Plattformen nicht nur technisch exzellent betreibt, sondern sie strategisch im Sinne aller Beteiligten gestaltet, schliesst die Transformationslücke und bleibt im Takt der Kundenerwartungen. Aus dem früheren Nebeneinander von Business und IT wird eine gemeinsame Ausrichtung, die Geschwindigkeit, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit vereint.

ZUR FIRMA

Die Valion AG ist die führende Unternehmensberatung im Kompetenzbereich Unternehmenstransformation. Die Valion verbessert den Erfolgskurs von Organisationen über gezielte Optimierungen auf Ebene Strategie, Organisation und Digitalisierung. Zudem ist die Valion AG als ältester und grösster Schweizer Partner der API-Management-Plattform MuleSoft bekannt.

© Valion AG

Der Autor

André Bally ist als Senior Partner und GL-Mitglied bei Valion tätig und verantwortet den Bereich ITConsulting.
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