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Angekommen sind wir noch lange nicht

Digital Business wird aktuell von der Frage geprägt, wie man KI, Daten und Automatisierung produktiv nutzen kann, ohne Sicherheit, Kontrolle und digitale Souveränität zu verlieren.
©  Shutterstock/Spectral-Design

Wir schreiben das Jahr 2026. Die Digitalisierung ist weit fortgeschritten. Heute sprechen wir nicht mehr über einzelne Technologien oder Anwendungen. Inzwischen hat die digitale Wirtschaft einen Reifegrad erreicht, in dem technologische Innovation, wirtschaftlicher Nutzen und strategische Kontrolle untrennbar miteinander verbunden sind. Die wichtigsten Entwicklungen lassen sich in drei Bereiche einordnen: Fundament, Treiber der Gegenwart und Potenzial für die Zukunft. Versuchen wir das Unmögliche – eine Standortbestimmung:

a. Fundament: Dazu zählen Bereiche wie Daten, Cybersecurity, Governance und digitale Souveränität. Sie bilden die Grundlage für nahezu jede digitale Initiative. Ohne qualitativ hochwertige Daten bleiben Analysen und KI-Anwendungen unzuverlässig. Ohne wirksame Sicherheitskonzepte entstehen erhebliche Risiken für Unternehmen und Kunden. Governance sorgt für Transparenz, Verantwortlichkeiten und Compliance, während digitale Souveränität die Kontrolle über Daten, Infrastrukturen und technologische Abhängigkeiten in den Mittelpunkt rückt.

b. Treiber der Gegenwart: Darauf bauen die Treiber der Gegenwart auf. Künstliche Intelligenz entwickelt sich zum zentralen Innovationstreiber vieler Branchen. Gleichzeitig stehen Geschäftsnutzen und Wertschöpfung stärker im Fokus als noch vor wenigen Jahren. E-Commerce bleibt ein bedeutendes Anwendungsfeld digitaler Geschäftsmodelle, während Open Source Unternehmen mehr Flexibilität, Innovationskraft und Unabhängigkeit verschafft.

c. Zukunft des Digital Business: Den Blick nach vorne richten schliesslich autonome Agenten, Robotik und Quantencomputing. Sie markieren die nächste Entwicklungsstufe der Digitalisierung. Während autonome Agenten bereits erste Geschäftsprozesse selbstständig unterstützen, eröffnet die Verbindung von KI und Robotik neue Möglichkeiten in Industrie, Logistik und Dienstleistung. Quantencomputing befindet sich zwar noch in einem frühen Stadium, besitzt aber das Potenzial, künftig komplexe Probleme zu lösen, die mit heutigen Computersystemen kaum beherrschbar sind. 

Digital Business entsteht aus dem Zusammenspiel von Fundament, aktuellen Innovationstreibern und Zukunftstechnologien.

© Computerworld/KI

Fundament 1: Daten
Daten sind der Rohstoff des digitalen Zeitalters. Sie bilden die Grundlage für Analysen, Automatisierung und künstliche Intelligenz. Der grösste Engpass liegt heute jedoch oft nicht in der Technologie, sondern in der Qualität, Verfügbarkeit und Integration von Daten über unterschiedliche Systeme hinweg.

Fundament 2: Cybersecurity
Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst die Angriffsfläche von Unternehmen. Cybersecurity ist deshalb keine reine IT-Aufgabe mehr, sondern eine geschäftliche Notwendigkeit. Ziel ist nicht nur der Schutz vor Angriffen, sondern auch die Sicherstellung von Resilienz und Geschäftskontinuität.

Fundament 3: Governance
Je stärker Unternehmen auf digitale Prozesse und KI setzen, desto wichtiger werden klare Regeln und Verantwortlichkeiten. Governance schafft Transparenz, minimiert Risiken und sorgt dafür, dass Innovationen im Einklang mit Compliance, Datenschutz und Unternehmenszielen erfolgen.

Fundament 4: Digitale Souveränität
Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit von Unternehmen, die Kontrolle über Daten, Technologien und Infrastrukturen zu behalten. Angesichts globaler Abhängigkeiten, geopolitischer Spannungen und regulatorischer Anforderungen gewinnt dieses Thema zunehmend an strategischer Bedeutung.

Treiber der Gegenwart 1: Künstliche Intelligenz
KI entwickelt sich vom Experiment zur produktiven Geschäftstechnologie. Unternehmen nutzen sie zur Automatisierung von Prozessen, zur Unterstützung von Entscheidungen und zur Analyse grosser Datenmengen.

Treiber der Gegenwart 2: Geschäftsnutzen
Nach Jahren technologischer Euphorie rückt der wirtschaftliche Nutzen wieder in den Mittelpunkt. Investitionen müssen Produktivität steigern, Kosten senken oder neue Umsatzpotenziale erschliessen. Der Erfolg digitaler Initiativen wird deshalb zunehmend an messbaren Geschäftsergebnissen gemessen.

Treiber der Gegenwart 3: E-Commerce
Der Online-Handel entwickelt sich kontinuierlich weiter und verbindet digitale Vertriebskanäle mit datengetriebenen Kundenerlebnissen. Personalisierung, Omnichannel-Strategien und automatisierte Prozesse prägen die nächste Generation des E-Commerce und schaffen neue Möglichkeiten für Wachstum und Kundenbindung.

Treiber der Gegenwart 4: Open Source
Open-Source-Technologien sind heute ein zentraler Bestandteil moderner IT-Landschaften. Sie fördern Innovation, beschleunigen Entwicklungsprozesse und reduzieren Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern. Besonders in den Bereichen Cloud, Datenplattformen und künstliche Intelligenz gewinnt Open Source weiter an Bedeutung.

Der Weg in die Zukunft des Digital Business führt über ein stabiles Fundament aus Daten, Cybersecurity, Governance und digitaler Souveränität. Erst darauf können KI, autonome Systeme und neue Geschäftsmodelle erfolgreich aufbauen.

© Computerworld/KI

Zukunft 1: Autonome Agenten
Autonome Agenten gelten als die nächste Evolutionsstufe der künstlichen Intelligenz. Im Unterschied zu klassischen Assistenzsystemen können sie Aufgaben selbstständig planen, Entscheidungen vorbereiten und Prozesse über mehrere Anwendungen hinweg koordinieren. Damit rückt das autonome Unternehmen ein Stück näher.

Zukunft 2: Robotik
Die Verbindung von künstlicher Intelligenz, Sensorik und Robotik eröffnet neue Möglichkeiten in Industrie, Logistik, Gesundheitswesen und Dienstleistungssektor. Moderne Roboter werden flexibler, lernfähiger und vielseitiger. Sie übernehmen zunehmend Aufgaben, die bislang dem Menschen vorbehalten waren.

Zukunft 3: Digitale Zwillinge
Digitale Zwillinge bilden reale Produkte, Anlagen, Prozesse oder sogar ganze Organisationen virtuell ab. Durch die Verknüpfung von Echtzeitdaten, Simulationen und künstlicher Intelligenz lassen sich Entwicklungen vorhersagen, Risiken reduzieren und Optimierungspotenziale frühzeitig erkennen. Damit werden digitale Zwillinge zu einem wichtigen Werkzeug für datenbasierte Entscheidungen und kontinuierliche Innovation.

Zukunft 4: Quantencomputing
Quantencomputer können komplexe Berechnungen schneller durchzuführen als heutige Systeme. Noch befindet sich die Technologie in einer frühen Entwicklungsphase. Langfristig könnte sie jedoch Bereiche wie Optimierung, Materialforschung, Simulation oder Kryptografie grundlegend verändern.

Aus digital wird intelligent

In den meisten Unternehmen sind digitale Technologien heute fester Bestandteil der Geschäftsprozesse, der Kundeninteraktion und der Wertschöpfung. Künftig stellt sich die Frage, wie digitale Technologien gezielt eingesetzt werden können, um nachhaltigen Geschäftswert zu schaffen. Autonome Agenten, intelligente Robotik und langfristig auch Quantencomputing werden die Art und Weise verändern, wie Unternehmen Entscheidungen treffen, Prozesse steuern und Innovationen vorantreiben. Die Grenzen zwischen menschlicher und maschineller Wertschöpfung werden dabei zunehmend fliessend. Die Frage, welche Rolle die humanen Ressourcen dabei einnehmen ist offen, muss aber zeitnah eine konkrete Antwort finden. Fazit: Das Digital Business ist im Wandel, nicht nur technologisch. Der Weg ist noch lang (und wird vermutlich nie zu Ende sein). Angekommen sind wir jedenfalls noch lange nicht.  

Digitalisierung Künstliche Intelligenz (KI) Technologie & Innovation
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