SQad 04.05.2020, 14:29 Uhr

Mini-Roboter denkt Fortbewegung komplett neu

Forscher der Bilkent-Universität in Ankara haben mit «SQad» einen kleinen, geländegängigen Roboter entwickelt, der durch neue Bewegungsstrategien nicht steckenbleibt.
«SQuad» beim Überwinden eines hohen Hindernisses
(Quelle: Kalin et al. )
«SQuad» heisst ein neuer geländegängiger Roboter auf vier hakenartigen Beinen von Forschern der Bilkent-Universität in Ankara. Er besteht aus flexiblem Strukturmaterial, sodass selbst hohe Hindernisse in freier Wildbahn kein Problem sind. «Obwohl es bei Mini-Robotern grosse Fortschritte gegeben hat - sie sind immer billiger geworden, benötigen weniger Material und können auf engstem Raum manövrieren - ist einer ihrer Hauptnachteile die mangelnde Fähigkeit, sich auf unebenem Terrain fortzubewegen», so Entwickler Onur Özcan.

Wie Mäuse und Insekten

Mini-Roboter neigen dazu, in unwegsamem Gelände steckenzubleiben, weil sie so flach sind und vor höheren Hindernissen kapitulieren müssen. Özcan habe sich daher für eine Fortbewegungstechnik entschieden, die Insekten und Mäuse verwenden. Er verpasste seinem Roboter Beine, die je von einem Gleichstrommotor in Rotation versetzt werden. Als Material wählte er Polydimethylsiloxane, eine gummiartige chemische Verbindung auf der Basis von Silizium.
Die meisten Mini-Roboter aus flexiblem Material bewegen sich mithilfe pneumatischer Aktoren fort. Diese benötigen ein Aggregat, das Druckluft herstellt. Das macht sie bisweilen sperrig und unbeweglich. «Wir haben uns für Flexibilität in Kombination mit Elektromotoren entschieden», sagt Özcan. Das habe die Miniaturisierung des Roboters ermöglicht und ihm hohe Bewegungsfreiheit gegeben.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte


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