05.05.2006, 16:55 Uhr

Von der Taufliege zur ferngesteuerten Körpersonde

Die Wissenschaftler um Bradley Nelson vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme (Iris) der ETH Zürich erforschen den Flug der Taufliege (Drosophila Melanogaster) und hoffen, dereinst fliegende Roboter zu entwickeln.
Vorerst jedoch könnte vor allem die Medizin von der Forschung profitieren.
Die Taufliege besitzt trotz ihrer geringen Körpergrösse ein sehr hoch entwickeltes Flugkontrollsystem, das schnelle und präzise Wendemanöver in der Luft erlaubt. Mit Hilfe von Mikrosensoren, so genannten Mems-Kraftsensoren (Micro-Electro-Mechanical System), sind die ETH-Forscher in der Lage, die beim Flug auftretenden Kräfte in mehr als einer Dimension präzise und in Echtzeit bis zu 12000 mal pro Sekunde zu messen. Parallel dazu werden die Testfliegen mit einer in der Schweiz entwickelten, neuartigen Hochgeschwindigkeitskamera gefilmt. Die Auswertung dieser Daten sollen in die Entwicklung flugfähiger Kleinstroboter einfliessen.
Doch die steuerbaren Flugwinzlinge sind nicht die einzige Vision am Iris. Zur Zeit ist der Prototyp einer winzigen Sonde in Entwicklung, die für den Einsatz im menschlichen Körper bestimmt ist. Der über Magnetfelder angetriebene und steuerbare Mikroroboter soll im Auge oder in inneren Organen Messungen vornehmen und möglicherweise gar punktgenau Medikamente verabreichen.
Michael Keller


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