Mixed Reality & AI Zurich Lab 02.10.2019, 19:43 Uhr

Microsoft eröffnet Forschungslabor in Zürich

Der Software-Riese Microsoft hat ein weiteres Forschungslabor in Zürich eröffnet. Im «Mixed Reality & AI Zurich Lab» soll auch die Computerbrille HoloLens weiterentwickelt werden.
Professor Marc Pollefeys ist der Leiter des Mixed Reality & AI Zurich Lab von Microsoft
(Quelle: ETH Zürich )
Microsoft sucht in der Schweiz weiterhin die Nähe zu den Hochschulen. Im neu eröffneten «Mixed Reality & AI Zurich Lab» forschen Microsoft und ETH-Professor Marc Pollefeys an der Computer Vision. Gemeinsam mit Angestellten von Microsoft sowie Doktoranten und Studierenden von ETH sowie EPFL sollen unter anderem neue Anwendungen für die Computerbrille HoloLens entwickelt werden. Dabei bevorzugt Pollefeys kurze Wege: «Die ETH ist innerhalb einer Viertelstunde erreichbar», sagte er am Mittwoch an einem Medienanlass zur Eröffnung des Labors. Deshalb habe er die Räumlichkeiten an der Zürcher Talstrasse gemietet.
Bis anhin waren Pollefeys und seine rund 15 Forscherkollegen im Labor in Wollishofen tätig. Dort gab es allerdings nicht mehr genügend Platz für das wachsende Team. Deshalb zügelte Pollefeys nun in die Zürcher Innenstadt. Hier hat es noch Kapazitäten für mehr Mitarbeiter, sagte er auf die Frage der Computerworld. Aber er wolle gar nicht, dass seine Gruppe ins unermessliche wachse. Vielmehr sei er an den Spezialisten für Computer Vision interessiert.

Virtuelle Objekte und Lehrmittel

Mit den Wissenschaftlern von den Schweizer Hochschulen und Microsoft Research arbeitet Pollefeys am räumlichen Erfassen der Umgebung durch die HoloLens. In die virtuellen Räume sollen dann Objekte platziert werden, die nur von Trägern einer Datenbrille entdeckt werden können. Eine Anwendung ist das Platzieren von Hinweisen oder Hilfsmitteln in industriellen Umgebungen. Ein zweites Projekt ist das Manipulieren von virtuellen Objekten mit den (echten) Händen: Die Gegenstände sollen genau so beispielsweise gedreht werden können wie ihre physischen Pendants.
In einem dritten Vorhaben soll die HoloLens zu einem Lehrmittel weiterentwickelt werden. Berufseinsteiger könnten die Spezialitäten ihres neuen Jobs in einem Trainingsprogramm erlernen, indem sie mit der Computerbrille bestimmte Tätigkeiten einüben. Wenn sie die Arbeitsschritte korrekt absolviert haben, würde das Training automatisch fortgeführt. Laut Laborleiter lassen sich dabei die Abläufe personalisieren und auch Compliance-Vorgaben berücksichtigen, etwa wenn ein Mitarbeiter einige Tätigkeiten zunächst noch nicht ausführen darf.


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