Ersatz für mühsame Arbeiten 23.03.2018, 13:23 Uhr

St. Galler Kantonalbank nutzt Roboter zur Unterstützung

In der St. Galler Kantonalbank haben Roboter einen Auftrag erledigt, für den sonst Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Wochenende lang beschäftigt gewesen wären. Nun werden weitere Einsatzmöglichkeiten geprüft.
(Quelle: St. Galler Kantonalbank )
Es war ein Nebenpunkt unter den vielen Informationen an der Bilanzmedienkonferenz der St. Galler Kantonalbank: Bei einer Übernahme im letzten Jahr seien für die Übertragung von Daten fünf Roboter eingesetzt worden, hiess es.
Roboter in der Bank? Schnell wird klar, die Bilder von menschenähnlichen Konstruktionen mit mechanischen Greifarmen sollte man vergessen. Eingesetzt wurden Software-Roboter. Sie unterscheiden sich von normalen Programmen, weil sie Tätigkeiten übernehmen, die sonst nur Menschen ausführen können: Beispielsweise das Ausfüllen eines Formulars auf dem Bildschirm mit Daten aus einem anderen System.

Wie ein Computerspiel

Optisch sieht dies aus, wie wenn auf einem Monitor die Demoversion eines Computergames abgespielt wird: «Ein Cursor bewegt sich selbständig auf dem Bildschirm», beschreibt Felix Buschor, Bereichsleiter Service Center und Mitglied der SGKB-Geschäftsleitung, die sichtbare Wirkung.
Die Aufgaben, die die Roboter erfüllen sollten, liessen sich klar eingrenzen: Die SGKB hatte im November 2017 das Privatkundengeschäft der M.M. Warburg übernommen. Nun mussten vor dem Closing rund 5000 Kundenpositionen in das eigene System übertragen werden – und zwar innert kurzer Frist. Man hätte nun eine Softwareschnittstelle zwischen den beiden nicht kompatiblen Systemen programmieren können, erklärt Buschor. Doch diese Lösung wäre um einiges teurer gekommen.

Überstunden am Wochenende

Der übliche Weg wäre gewesen, fünf bis sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank zu Überstunden zu verpflichten. Sie hätten an einem Wochenende den Wertschriftenbestand jedes einzelnen Kunden aufrufen und die Angaben in das SGKB-System übertragen müssen. Eine rein repetitive Tätigkeit, die trotzdem viel Konzentration erfordert.
Die Bank entschied sich für ein Pilotprojekt: den Einsatz von Software-Robotern. Neuland betrat sie damit nicht. Sie konnte dafür ein Standardprodukt der Firma UiPath verwenden.

Erfolgreiche Roboter

Das Fazit war positiv: Die fünf eingesetzten Roboter benötigten für die Arbeit insgesamt 225 Stunden und erledigten ihren Auftrag technisch erfolgreich. Dies belegten die Kontrollen der eingegeben Daten, bei denen nur einige wenige Fehler gefunden wurden.
Es dürfte nicht der letzte Einsatz der programmierten Helfer gewesen sein. Man werde nun prüfen, welche weiteren Möglichkeiten es innerhalb der Bank gebe, bestätigt Buschor. Es müsste sich allerdings um Arbeiten mit sich stark wiederholenden Abläufen und einem grösseren Volumen handeln. Und: Die Roboter sollten «substantiell günstiger» sein.
Die neuen technischen Möglichkeiten der Digitalisierung stehen nicht nur bei der St. Galler Kantonalbank erst am Anfang. Die Auswirkungen seien vielschichtig, weiss Buschor. Einerseits fielen monotone Arbeiten weg. Dafür brauche es nun Leute, die die Software-Roboter programmieren könnten. Dadurch würden sich auf jeden Fall die Anforderungen an die Mitarbeitenden deutlich verändern.


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