Google I/O 16.05.2013, 07:53 Uhr

das ist alles neu

Google hat anlässlich seiner Entwicklerkonferenz I/O einen neuen Musik-Streaming-Dienst à la Spotify sowie neue Cloud-Funktionen für Games vorgestellt. Und: Google Maps und Google+ erhalten ein frisches Design und neue Funktionen.
Spannung herrscht vor den Präsentationen der Google-Manager
Bei der Keynote zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz Google I/O standen die Entwickler ganz im Zentrum. Google nutzte den ersten Teil der Eröffnungsrede hauptsächlich dazu, neue Tools und APIs (Programmierschnittstellen) für Android und Chrome vorzustellen. Einige davon betreffen allerdings auch direkt die Nutzer. Google spendiert Google Play wie erwartet neue Features für Gamer. Hinter der Bezeichnung «Google Play Game Services» verbergen sich Tools für Entwickler, mit deren Hilfe Spiele um neue Cloud-Features ergänzt werden können. So ist es nun möglich, Spielstände auf den Google-Servern abzuspeichern und so auf jedem Gerät, auf dem man spielt, Zugriff auf den aktuellen Spielstand zu haben. Ebenso werden Achievements (Erfolge), die man in Spielen erreicht, zentral in der Cloud abgespeichert und Ranglisten geben Auskunft darüber, wer seiner Freunde in welchem Spiel wie gut (oder schlecht) ist. Das wichtigste neue Feature dürfte aber die Möglichkeit sein, Spiele mit Freunden online zu spielen. Wollten Entwickler bisher solche Multiplayer-Spiele ermöglichen, mussten sie dies selbst implementieren, was kein einfaches Unterfangen ist. Mit den neuen Google-APIs stellt Google selbst die Werkzeuge dafür bereit. Nächste Seite: Spotify-Konkurrenz

Play Music: All Access

Einen Tag vor der Google I/O ist es schon durchgesickert, jetzt ist es offiziell: Google startet einen Musik-Streaming-Dienst im Stile von Spotify, der als Android-App sowie webbasiert im Browser genutzt werden kann. Der Dienst hört auf den Namen «Google Play Music: All Access» und erlaubt den freien und uneingeschränkten Zugriff auf Musik. Diese kann ganz einfach der eigenen Musik-Bibliothek hinzugefügt werden. Ebenso bietet der Dienst eine Radio-Funktion, die auf jedem beliebigen Lied aktiviert werden kann und dann automatisch eine Playlist mit Liedern von ähnlichen Interpreten zusammenstellt. Cool: Diese Radio-Playlist lässt sich auch anzeigen und bearbeiten. Natürlich schlägt einem All Access auch automatisch Musik aufgrund der eigenen Hörgewohnheiten vor.

Google Play Music: All Access startet ab heute in den USA und kostet 9,99 US-Dollar pro Monat. Wer will, kann den Dienst 30 Tage lang kostenlost testen. Laut Google soll der Dienst bald auch in mehr Ländern aufgeschaltet werden – für die Schweiz ist dies aber vorerst nicht zu erwarten. Hierzulande ist noch nicht einmal Google Music – quasi das iTunes-Pedant von Google – verfügbar. Nächste Seite: Frische Hardware

Daneben hat Google wie erwähnt zahlreiche Tools für Entwickler vorgestellt. Unter anderem das neue «Android Studio», eine mächtige Entwicklungsumgebung für Android-Apps. Diese zeigt beispielsweise automatisch Vorschauen an, wie die Nutzeroberfläche einer App auf verschiedenen Bildschirmauflösungen und in verschiedenen Sprachen ausschauen wird.

Ein Galaxy S4 mit Original-Android

Was Hardware betrifft, hat Google heute keine neuen Modelle vorgestellt. Wobei, das stimmt nicht ganz: Der Internetriese bringt zusammen mit Samsung eine Version des neuen Flaggschiffs Galaxy S4 auf den Markt, die mit der Original-Android-Oberfläche ausgestattet ist, die auch auf den Nexus-Geräten von Google läuft. Ein Galaxy S4 ganz ohne Touchwiz also. Dieses soll in den USA ab Ende Juni direkt über Google Play verkauft werden. Was andere Märkte betrifft, hat Google noch keine Angaben gemacht. Nächste Seite: Frischzellenkur für Google Maps

Google Maps

Auch über ein Redesign für Google Maps wurde schon im Vorfeld spekuliert. Und tatsächlich unterzieht Google den beliebtesten Kartendienst der Welt einer grossen Auffrischung. Die grössten Änderungen seit dem Start von Google Maps vor acht Jahren verspricht der Internetgigant. Schlichter und aufs Wesentliche beschränkt soll es sein, das neue Maps.

Vor allem aber verspricht Google, dass sich die Kartenansicht künftig voll und ganz auf die Bedürfnisse des Nutzers anpassen soll. Mit jedem Klick oder jeder Suche verändert sich die Karte, hebt wichtige Orte hervor oder schlägt automatisch Routen vor. So soll es beispielsweise einfacher werden, Restaurants zu finden, die dem eigenen Geschmack entsprechen. Je öfter man Google Maps benutzt und damit interagiert, desto nützlichere Vorschläge wird einem der Dienst machen. Ebenfalls neu: Direkt aus Google Maps heraus lassen sich Fotostrecken zur aktuellen Region anzeigen und mittels Earth View sogar direkt die 3D-Ansichten von Google Earth aufrufen.

Momentan befindet sich das neue Google Maps noch in der Testphase. Wer will, kann eine Einladung anfordern, um sich schon jetzt ein Bild von den Neuerungen zu machen. Nächste Seite: Neues bei Google+

Google+

Und auch das soziale Netzwerk Google+ erhält eine Auffrischung. Das neue Design des Streams passt sich automatisch der Bildschirmgrösse des verwendeten Geräts an und verteilt den Inhalt übersichtlicher auf bis zu drei Spalten. Bildern und Videos wird ausserdem mehr Platz eingeräumt.
Wer seine Fotos automatisch vom Smartphone auf Google+ hochladen will, kann dies künftig ohne Platzeinschränkung tun (in Standardgrösse). Eine Reihe von automatischen Funktionen soll dabei helfen, Fotos zu optimieren und organisieren. So lassen sich die Bilder auf Wunsch automatisch verbessern, während eine andere Funktion selbstständig gelungene Schnappschüsse hervorhebt.

Das Update für Google+ wird im Laufe der nächsten Woche aufgeschaltet. Weiter hat Google eine eigenständige Hangout-App lanciert, die für Android, iOS und PCs verfügbar ist. Sie ermöglicht Videochats, aber auch Textchats, das Austauschen von Fotos und mehr und ersetzt damit auch die Chat-App Google Talk.


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