05.04.2006, 12:57 Uhr

Zügel für Exchange-Administratoren

Microsoft hat sich einigen Nöten der Exchange-Verwalter angenommen. Ein paar Tools sollen die Wartezeit auf Exchange 12 überbrücken.
Exchange 12 von Microsoft soll dereinst einfacher zu installieren sein. So lassen sich verschiedene Rollen der Server-Software bestimmen.
Obwohl Microsofts E-Mail-System mit Groupware-Erweiterungen, Exchange, in Sachen Administration kein Honigschlecken darstellt, erfreut sich das Produkt zunehmender Beliebtheit. Forrester Researchs Marktbeobachterin Erica Rugullies konstatiert sogar eine «signifikante» Zunahme bei den neu verkauften Enduser-Lizenzen.
Einer der Gründe dafür könnte sein, dass die Klagen der Exchange-Administratoren bei den Redmondern nicht auf taube Ohren gestossen sind. Die Gates-Company ist dabei, eine Reihe von Werkzeugen zu lancieren, die den Exchange-Verwaltungsalltag etwas verbessern. Zudem plant Microsoft, mit Exchange 12 Anfang 2007 eine rundumerneuerte Ausgabe des Messaging-Systems zu lancieren, die einige der heutigen Administratorenleiden lindern helfen soll.
Eines der Tools, das den Verwalter im Hier und Jetzt unterstützen will, segelt unter der Bezeichnung BPA (Best Practices Analizer). Das Gratis-Werkzeug untersucht die installierte Exchange-Infrastruktur, vergleicht seine Entdeckungen mit dem, was Microsoft in seiner Knowledge Base an Wissen gesammelt hat, weist auf mögliche Probleme hin und offeriert wenn möglich Links zu Dokumenten, in denen Lösungsansätze unterbreitet wurden.
Laut Microsoft-Mann John Avner ist BPA auf eine solche Resonanz gestossen, dass die Gates-Company sich nun anschickt, weitere Werkzeuge zu entwickeln und im Laufe des Jahres zu veröffentlichen. Erstes Tool in diesem Reigen und bereits download-bar ist Disaster Recovery Analyzer. Ihm folgen soll ein Performance Trouble-shooting Analyzer, mit dem Performance-Probleme lokalisiert und behoben werden können.
Den Administratoren das Leben wenigstens in Ansätzen zu erleichtern, wird auch bei der Entwicklung des nächsten Updates, der unter der Bezeichnung Exchange 12 segelt, eine Rolle spielen. So lässt Microsoft dem Messaging-System die Microsoft Command Shell (MSH), die unter der Bezeichnung Monad entwickelt wird. Die Nachfolgerin des jetzigen Windows-XP-Kommondozeilenprogramms «cmd.exe» soll die Anpassungs- und Automationsfähigkeit von Exchange erhöhen, indem Administratoren entsprechende Scripts kreieren können.
Auch die Installation soll etwas bequemer von statten gehen. So lassen sich etwa Verwendungszwecke, sogenannte Rollen, von Exchange-Server zuvor festlegen. Zudem wird an der grafischen Benutzerschnittstelle geschraubt. So soll die überarbeitete Ausgabe des Exchange System Managers Aufgaben in einem Verwaltungsbaum organisieren können. Allerdings wird Exchange nur auf Servern mit 64-Bit-Prozessor laufen, was vielerorts eine Hard-ware-Aufrüstung bedingt.


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