Künstliche Intelligenz 09.12.2019, 10:44 Uhr

Digitaler Athlet soll Football-Profis schützen

Mit einem KI-bestückten, digitalen Football-Spieler will man bei der NFL das Verletzungsrisiko vermindern.
Football-Spieler verletzen sich besonders viel und oft
(Quelle: Keith Johnston/Pixabay)
Der Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) und die National Football League (NFL) wollen Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen nutzen, um Spieler vor Verletzungen zu schützen. Die Partner haben angekündigt, gemeinsam einen «digitalen Athleten» zu entwickeln, der einen NFL-Spieler simuliert. Mit diesem stellen sie verschiedene Spielsituationen am Computer nach, ohne einen realen Spieler einer Gefahr auszusetzen.

Verletzungen besser behandeln

Die Plattform wird Amazons KI, Maschinelles Lernen und Computer-Vision mit der umfangreichen Datensammlung der NFL kombinieren. Diese enthält unzählige Angaben zu den Positionen der Spieler, dem Spieltyp, der Ausrüstung, Verletzungen der Spieler und vieles mehr. Das soll dazu führen, in naher Zukunft Verletzungen besser behandeln und wieder fit machen zu können. Auf mittlere Sicht sollen die Simulationen mit dem digitalen Athleten helfen, Verletzungen zu verhindern - insbesondere Gehirnerschütterungen schneller zu erkennen und die Kräfte zu analysieren, die letztlich zu den fatalen Gesundheitsfolgen führen können.
«Die NFL will die Zukunft des Footballs neu konzipieren. Wenn wir die Technologien der nächsten Generation einsetzen, um die Gesundheit der Spieler zu schützen und ihre Sicherheit zu garantieren, gewinnen alle - nicht nur die Spieler, sondern auch die Clubs und die Zuschauer», so Roger Goodell, der bei der NFL für das Projekt zuständig ist. Die Kenntnis des menschlichen Körpers und die Ursachen von Verletzungen würden erheblich erweitert. Das sei neben dem American Football auch bei anderen Sportarten wichtig.

Verletzungsrisiko trotz Protektoren

Trotz wattierter Sportkleidung und technisch hochwertigen Helmen gibt es bei diesem Sport viele Verletzte. In den meisten Fällen sind es Gehirnerschütterungen. Kein Wunder, denn viele Spieler wiegen annähernd 100 Kilogramm. Die besten erreichen Geschwindigkeiten von 30 Kilometern pro Stunde. Im Extremfall treffen sie also mit einer Relativgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde aufeinander. Da sind Verletzungen nahezu unvermeidlich. Es gibt auch Spätfolgen. Wikipedia zählt 14 Ex-Profis auf, die an Demenz erkrankten oder depressiv wurden.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte


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