Software-Migration 18.05.2020, 11:57 Uhr

Vom Sanierungsfall zum Innovationstreiber

Software nutzt sich nicht ab, altert aber. Für die Anpassungen braucht es eine Strategie, intensive Planung und einen ausgewählten Werkzeugeinsatz für den Erfolg.
(Quelle: Vintage Tone / shutterstock.com )
Um das Potenzial neuer Technologien zu nutzen, muss man bestehende Applikationen anpassen. Damit dabei möglichst viel Quellcode weiterverwendet werden kann, sind die richtige Strategie und ein durchdachter Werkzeugeinsatz entscheidend. Die umfassende Vernetzung und der anhaltende Trend zur Auslagerung jeglicher Infrastruktur in die Cloud erfordern besondere Herangehensweisen beim Aufbau moderner Software-Landschaften. Technologieansätze wie Docker, Microservice oder Responsive User Interface Design betreffen alle Bereiche eines modernen Software-Systems. Dem gegenüber steht der Status quo. Viele Applikationen existieren bereits seit Jahren. Oft sind es noch klassische Desktop- Anwendungen, die über eine Client-Server-Struktur mitei­nander verbunden sind. Sie haben sich bewährt und sind akzeptiert. Doch Wartung und Erweiterung erfordern einen immer grösseren Aufwand, sie werden fehleranfälliger und teuer. 
Eine Software-Migration in Unternehmen erfolgt im Wesentlichen aus den folgenden Gründen:
  • Verbesserung des Anwendernutzens
  • Sicherstellung des notwendigen rechtlichen Zustands
  • Behebung von Fehlern
  • Erweiterung des Funktionsumfangs
  • Verbesserte Integration in vorhandene Software-Systeme
  • Verbesserung der Interoperabilität
  • Verringerung der laufenden Kosten
  • Erhöhung der Produktivität
  • Effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen
  • Einhaltung strategischer Vorgaben.
Jedes Unternehmen muss dabei als Erstes den optimalen Zeitpunkt für die Migration bestimmen. Viele Aufgaben lassen sich noch mit dem Altsystem lösen, viele künftige He­rausforderungen aber nicht mehr. Hinzu kommt, dass sich die Rolle der Informationstechnik, insbesondere der Software, gerade ganz erheblich verändert.
Historisch hat sich IT als technikgetriebener Dienstleister im Sinn eines «Werkzeugs» verstanden. Über viele Zwischenstufen verschiebt sich dieser Fokus mit dem digitalen Wandel hin zur Rolle eines Business-Innovators. Software liefert wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells oder verändert es dauerhaft – und eröffnet die Chance auf echte Wettbewerbsvorteile. Je mehr eine Firma auf die Innovationskraft seiner Software-Systeme angewiesen ist, desto eher sollte sie sich für eine Migration eines Altsystems entscheiden.

Dr. Veikko Krypczyk
Autor(in) Dr. Veikko Krypczyk


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