Snowden 18.06.2013, 10:43 Uhr

Schnüffeleien ohne Anordnungen

Edward Snowden, der Informant, der den NSA-Skandal ins Rollen brachte, hat sich den Fragen der Leser des Guardian gestellt - und dabei weitere unschöne Details über die Abhöraffäre verklickert.
Edward Snowden
So meinte der frühere Beauftragte des US-Geheimdienstes National Security Angency (NSA) im Online-Chat des Guardian, der als Aufzeichnung vorliegt, dass auch US-Bürger im grossen Stil abgehört wurden. Dabei seien die Telefone und die E-Mail-Konten auch ohne richterliche Anordnung angezapft worden. Wie Snowden ausführt, würden solche Massnahmen täglich durchgeführt. Der Entscheid werde dabei von einem NSA-Analysten gefällt. Mit nichten sei ein richterlicher Entscheid Grundlage für die Abhöraktionen. In weiteren Antworten wehrte sich Snowden gegen die Anschuldigung, er sei nach Hong-Kong geflohen, weil er den Chinesen Geheimnisse verraten habe. Dies sei eine Schmutzkampagne der USA gegen seine Person, meinte er. Er betonte zudem, keine US-Geheimnisse ausgeplaudert zu haben. Die Kritik von diversen US-Vertretern an seiner Vorgehensweise, lässt Snowden ebenfalls nicht gelten. So hat der frühere Vize-Präsident Dick Cheney ihn einen Verräter genannt. In Anbetracht dessen, dass Cheney durch Tricks die USA in den Irak-Krieg geführt habe, sei dessen Titulierung als Verräter eine Auszeichnung, meinte Snowden. Daneben gab Snowden den Lesern aber auch nützliche Tipps, wie sie sich vor der US-Schnüffelmaschinerie schützen könnten. Gefragt, ob E-Mail-Verschlüsselung vor der Abhörtätigkeit schützen würde, meinte er: «Verschlüsselung funktioniert. Richtig implementierte, starke Krypto-Systeme sind einige der wenigen Dinge, auf die man sich verlassen kann. Allerdings ist die Endpoint-Security oft so schwach, dass die NSA diese umgehen kann».


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