Kommentar 06.12.2010, 15:44 Uhr

Die zweite Datenkrake

Google ist als Datenkrake verschrien. Facebook setzt aber alles daran, dem Suchmaschinenriesen diesen zweifelhaften Titel abzujagen.
Marcel Hauri, Stv. Chefredaktor von computerworld.ch
Die Stossrichtung von Facebook ist klar: Die weltweit 500 Millionen User sollen die Datenbank des sozialen Netzwerkes mit immer mehr persönlichen Informationen füttern und diese miteinander verknüpfen. Im aktualisierten Profil können zum Beispiel bei der Ausbildung auch Fachrichtungen bis hin zu besuchten Lehrgängen gewählt werden. Wie immer schlägt Facebook von anderen Benutzern getätigte Eingaben vor. Auch bei den Hobbies können inzwischen Freunde hinzugefügt werden. So weiss die Datenbank, vorausgesetzt man gibt es ihr an, mit wem man etwa gerne Fussball spielt oder ab und zu ein Eis essen geht. So wie Google kann Facebook auf qualitativ hochwertige Daten zurückgreifen – falls die Eingaben der User tatsächlich der Wirklichkeit entsprechen.

Genau hier will Zuckerberg mit der überarbeiteten Profilseite ansetzen: Meine Freunde - die nach wie vor real existieren - will ich nicht mit falschen Angaben über mich verwirren. Mit Data-Mining-Techniken ist es ein leichtes, zielgruppenspezifische Cluster zu bilden und diese mit entsprechenden Werbebotschaften einzudecken. Mulmig wird es einem beim Gedanken, was potenzielle Bösewichte mit all den Daten anfangen können, sollten diese denn in ihre Hände fallen.

Der digitale Fingerabdruck in Facebook wächst und wächst. Man tut gut daran, sich zu überlegen, was man wo ausfüllen will. Und, Facebook den Rücken zu kehren, ist theoretisch jederzeit möglich. Doch Theorie und Praxis sind wie so oft zwei verschiedene Paar Schuhe.



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