Privacy Sandbox 24.11.2020, 14:30 Uhr

Britische Werber stemmen sich gegen Cookie-Ende

Für Google haben Third-Party-Cookies nicht mehr lange zu leben - ab nächstes Jahr soll der Chrome-Browser sie nicht mehr speichern. Dagegen wendet sich die britische Werbeindustrie: Sie hat jetzt bei der UK-Wettbewerbsbehöre Beschwerde eingereicht.
(Quelle: Shutterstock / N-Rod )
«Privacy Sandbox» heisst Googles Initiative zu mehr Datenschutz für Verbraucher, die via Chrome-Browser ins Netz gehen. Ab Anfang nächsten Jahres, so plant der Konzern, soll der firmeneigene Browser Third-Party-Cookies grundsätzlich nicht mehr speichern. Was für Datenschützer wie ein Schritt in die richtige Richtung aussieht, stellt für unabhängige Onlinewerber eine ernste Bedrohung dar, denn Google selbst hat andere Möglichkeiten, die Nutzerinteraktionen zu messen.
Eine Gruppe britischer Digital-Marketingunternehmen, die sich selbst «Marketers for an Open Web» (MOW) nennt, will die Einführung der «Privacy Sandbox» nicht hinnehmen. Sie hat bei der britischen Wettbewerbsbehörde CMA Beschwerde gegen Google eingereicht und fordert, die Einführung der Cookie-Sperre zu verschieben, bis Massnahmen gegen die Dominanz von Google auf dem Werbemarkt ergriffen werden. Das berichtet das US-Techblog «Techcrunch».
Wer genau sich hinter der MOW verbirgt, ist bislang noch unbekannt, der Link auf der MOW-Website zur Mitgliederliste führt ins Leere.
Die CMA hat unterdessen den Erhalt der Beschwerde bestätigt und eine genaue Prüfung zugesagt. Sie schliesst auch kurzfristige Massnahmen nicht aus. Die Behörde war selbst in einer früheren Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Regulierung grosser Player wie Google eine Option sei. Sie wollte aber erst einmal abwarten, ob nicht die Regierung dafür einen gesetzlichen Rahmen schaffen könnte.
Eine vergleichbare Beschwerde war vor wenigen Wochen gegen Apple in Frankreich eingereicht worden. Auch hier war der Hintergrund die Abschottung gegen offene Standards wie Cookies - bel gleichzeitiger Priorisierung der eigenen Tracking-ID. Allerdings zielte die französische Klage weniger auf Chancengleichheit als auf mangelnden Datenschutz ab. 


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