Gastbeitrag 13.11.2020, 09:15 Uhr

Wie sich IT-Firmen finanziell absichern können

Cybercrime wird immer lukrativer und entsprechend häufiger. Während der Corona-Zeit hat sich nun zusätzlich ein Zustand ergeben, der für Hacker besonders attraktive Bedingungen schafft. Wir erklären, woran das liegt und wie Sie Ihre IT-Firma absichern können.
Der Autor: Christian Dünner ist der Chief Operating Officer und Co-Founder von esurance.
www.esurance.ch
(Quelle: esurance )
Während Menschen am Coronavirus erkrankten, steckten sich Computer zunehmend mit Malware an. Das Cybersecurity-Unternehmen CYE hat seit Februar dieses Jahres ein fünfmal höheres Vorkommen von Cybercrime verzeichnet als im Vorjahr – besonders in Europa. Auch die internationale Polizeiorganisation Interpol warnt: Sie hat für den Zeitraum von Januar bis April 2020 «etwa 907 000 Spam-Nachrichten, 737 Vorfälle im Zusammenhang mit Malware und 48 000 bösartige URLs» regis­triert, die ihr zufolge alle mit Covid-19 in Zusammenhang stehen. Ein Hauptgrund für diesen Anstieg: Viele Firmen und Behörden sind auf Home Office umgestiegen. Die privaten Geräte und die Remote-Zugriffe auf IT-Systeme würden seither ausgenutzt, um Daten zu kopieren, Profit zu erzielen und anderweitig Chaos zu verursachen. Was bedeutet das?
Bezüglich Prävention sind IT-Unternehmen die Experten. Man kann davon ausgehen, dass sie Mitarbeitende in Schulungen für Phishing und Sicherheitsrichtlinien sensibilisiert haben. Darüber hinaus haben sie verschlüsselte Verbindungsverfahren, Multifaktor­authen­ti­fi­zie­rung, verbesserte Firewall-Protokollierung, erhöhte Sicherheit für Clouds oder das Blacklisting irrelevanter Länder implementiert. Doch die Hacker nehmen diese Herausforderung an und suchen immer neue Sicherheitslücken. Es bleiben somit unberechenbare Risiken. Hacks können schnell hohe Datenwiederherstellungskosten oder Haftpflicht- und Erpressungsforderungen mit sich bringen. Hier gilt: besser kalkulierbare Investitionen tätigen als unkalkulierbare Risiken eingehen.

Cyberversicherung lässt Ruhiger schlafen

Grundsätzlich deckt eine gute Cyberversicherung alle wesentlichen direkten Vermögenseinbussen, die auf ein Cyber-Schadensereignis zurückzuführen sind. Dies kann sogar Erpressungszahlungen und Massnahmen zur Minderung von Reputationsschäden beinhalten. Je nach Angebot ist der Schutz auch gewährleistet, wenn die Schäden auf Störungen der Netzwerksicherheit, menschliches Versagen oder Programmierfehler zurückzuführen sind.
Wenn Sie eine Cyberversicherung und eine IT-Haftpflichtversicherung klug kombinieren, sind Sie nicht nur bei Haftpflichtforderungen, sondern auch bei Eigenschäden abgesichert und profitieren zudem von Unterstützung im Schadenfall. Sie haben eine Hotline zur Verfügung und werden von Ihrem Versicherer beraten, wie Sie z. B. bei einer Erpressung oder einer Hackerattacke vorgehen sollen.

So sichern sich IT-Firmen ab

Die grosse Dynamik, die Häufigkeit der Fälle und die hohen Schäden in der IT-Branche mahnen viele Versicherungen zur Vorsicht. So kommt es, dass viele Versicherer in IT-Unternehmen ein zu hohes Risiko sehen, was Cyberangriffe anbelangt, und dieser Branche ungern Schutz gewähren. Ein Broker mit IT-Branchenkenntnis kann Ihnen dabei helfen, eine für Sie passende Versicherungslösung zu finden.
Wenn Ihr Broker nicht nur die Versicherungswelt, sondern auch Ihre Branche gut kennt, kann er typische Lücken im Versicherungsschutz vermeiden, die bei Unternehmen wie Ihrem nicht selten vorkommen. Er kennt beispielsweise die Eigenheiten des Betriebs und der Nutzung einer Cloud, die versicherungstechnisch relevant sind, und ist mit den Dynamiken und Risiken von IT-Projekten vertraut. Zudem weiss er, wie man mit den Gesellschaften verhandeln muss, damit auch Ihnen als IT-Firma Cyberschutz gewährt wird, dieser auch wirklich passt und nicht mehr kostet als nötig.
Die Kompetenz für die Reduktion von Cyberrisiken liegt letztlich bei Ihnen als IT-Experte. Ein Versicherungsbroker kann jedoch dafür sorgen, dass das Restrisiko über eine Versicherung so gut wie möglich abgesichert werden kann.

Fazit: Was Sie jetzt tun sollten

Interpol hält einen weiteren Anstieg der Cybercrimeaktivitäten in naher Zukunft für sehr wahrscheinlich. Daher ist jetzt eine gute Zeit, um darüber nachzudenken, ob sich eine Cyberversicherung für Ihre Firma lohnt. Denn sie bringt wertvollen Schutz für Ihre Kunden sowie Ihre Firma und sorgt dafür, dass Sie im Schadenfall nicht allein sind.
Die Palette von Cyberversicherungen ist gross, die Breite und Tiefe der Deckungen sind sehr verschieden. Nehmen Sie daher am besten Kontakt mit einem Versicherungs­experten auf, der Ihre Risiken einschätzen und Ihnen die passenden Lösungen aufzeigen kann. Ein Versicherungsbroker prüft die Angebote mehrerer Anbieter im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und findet so das optimale Angebot für Ihre Firma im Markt. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!


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