Vergleich der ETH Zürich 20.07.2020, 14:30 Uhr

Bauplan für die ideale Corona-App

Viele Länder setzen bei der Bewältigung der Covid-​19-Pandemie auf digitale Hilfsmittel. ETH-​Forschende zeigen nun auf, welche ethischen Fallstricke es zu beachten gilt und welche Fragen bei der Planung, Entwicklung und Implementierung der Tools geklärt werden müssen.
Digitale Tools werden heute in vielen Ländern eingesetzt, um die COVID-​19-Pandemie einzudämmen
(Quelle: Geralt/Pixabay )
Händewaschen, Abstandhalten, Maskentragen: All diese Massnahmen haben sich in der gegenwärtigen Covid-​19-Pandemie als wirksame Massnahmen erwiesen – so wie vor 100 Jahren, als die Spanische Grippe wütete. Doch im Gegensatz zu damals stehen uns heute weitere Instrumente zur Verfügung. Zahlreiche Länder setzen inzwischen digitale Werkzeuge wie Tracing-​Apps ein, welche die altbewährten Mittel ergänzen sollen.
Ob diese tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielen werden, muss sich allerdings erst noch weisen. Gründe, warum der erhoffte Erfolg ausbleiben könnte, gibt es einige: Technische Mängel, fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung oder fehlerhafte Daten sind Faktoren, die dazu führen können, dass die Instrumente letztlich wirkungslos bleiben. Im ungünstigsten Fall werden die digitalen Helfer sogar zu einem Albtraum für den Datenschutz oder führen zur Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen.

Es gibt keine Wunderlösung

Genau das gilt es nach Ansicht von Effy Vayena, Professorin für Bioethik der ETH Zürich, zu verhindern. Mit ihrer Gruppe hat sie kürzlich eine Tour d'Horizon publiziert, welche ethischen und rechtlichen Aspekte bei der Entwicklung und Implementierung digitaler Hilfsmittel berücksichtigt werden müssen. «Natürlich können diese Instrumente sehr nützliche Dienste leisten», erklärt sie. «Aber man darf von ihnen keine Wunder erwarten.»
Die Autoren und Autorinnen der Studie haben vier Kategorien von Tools näher angeschaut: Contact-​Tracing-Apps, zu denen auch die von der EPFL und ETH Zürich mitentwickelte Swiss-​Covid-App gehört; Programme, mit denen sich anhand der Symptome einschätzen lässt, ob eine Infektion vorliegt; Apps zur Kontrolle, ob Quarantänevorschriften eingehalten werden; sowie Flow-​Models, die beispielsweise Google für die Mobilitätsberichte verwendet.


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