Partnerzone SAP 21.09.2020, 11:17 Uhr

Innovation aus der Garage: Parkieren mit Superpunkten

Seit zwei Jahren entwickelt SAP Schweiz zusammen mit Kunden in der Mode-2 Garage in Dübendorf Lösungen und Prototypen im kreativen Prozess. Innerhalb einer Woche entstehen Innovationen, die nicht selten als Basis für spätere Produkte dienen.
(Quelle: SAP)
Im aktuellsten Workshop entstand ein Parkiersystem, mit dem Besitzer der COOP Supercard ihren Parkplatz per Superpunkte bezahlen können – und zwar ganz ohne ein Parkticket zu ziehen oder an der Kasse anzustehen.
Die Mode-2 Garage auf dem Gelände des Switzerland Innovation Park Zürich in Dübendorf ist für so manche Innovationen verantwortlich, die bei SAP in den letzten zwei Jahren entstanden sind. Ob für die verarbeitende Industrie, die Bauwirtschaft, den Detailhandel oder die Pharma-Branche: Stets entstanden in der Garage neuartige Ideen wie zum Beispiel die Valora-Läden ohne Kasse (Avec Box) oder die vernetzten Kühltruhen für den Eis- und Kekshersteller Midor, welche an Verkaufsstellen mittels IoT und maschinellem Lernen bei Bedarf selbstständig Glacé nachbestellen. 
«Insgesamt haben bisher rund 100 Kunden davon profitiert – entweder bei den einwöchigen Workshops oder an Veranstaltungen wie Innovationstagen oder Hackathons, die dort stattfanden», sagt Mode-2-Mitgründer Uli Eisert, Innovation Lead bei SAP Business Transformation Consulting. Für ihn besteht der Zweck der Mode-2 Garage darin, neue Wege der Innovation zu finden, Innovation zu beschleunigen und anstatt nach vorhandenen Standard-Lösungen zu suchen, in einem kreativen Prozess gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln. 

Automatische Parkplatzbezahlung mit Coop Supercard

Ebenfalls zum Gründungsteam der Mode-2 Garage gehört Daniel Kölsch, Enterprise Architect bei SAP (Schweiz) AG. Er war bei einem der letzten Workshops dabei, die in Dübendorf stattfanden: Coop trat an die Innovationsexperten heran, um einen Service zu entwickeln, mit dem die Kunden ihre Parkgebühren im Einkaufszentrum per Supercard bezahlen können. «Coop ist ein langjähriger Kunde von SAP, und kennen die Systeme und Anwendungen sehr gut. Weil die Verantwortlichen bereits eine konkrete Idee hatten, konnten wir bei den Vorabklärungen und im Workshop direkt mit den richtigen Fragestellungen und mit der Umsetzung der Idee beginnen», erklärt Daniel Kölsch. Nach einer Woche stand bereits ein Prototyp, der mit der entsprechenden Hardware (Schranke) und dem Backend-System von Coop kommunizieren konnte. Und nach nur 3 Monaten konnte ein produktives System getestet werden. 
Coop vereinfacht mit dem Service für die über 3 Millionen Supercard-Teilnehmer das Parkieren in den eigenen Parkhäusern. Der Kunde hinterlegt in der Supercard-App sein Auto-Kennzeichen, das bei der Ein- und Ausfahrt per Kamera gescannt und geprüft wird. Die Parkschranke öffnet sich automatisch und die Parkgebühr wird in Form von Superpunkten abgebucht. Der Kunde braucht sich weder um das Parkticket noch um Kleingeld zu kümmern.
Bisher wird dieser Service in 6 Parkings angeboten. Weitere Parkhäuser sind in Planung. 

In einer Woche zur Entscheidung oder zum Prototyp

Je nachdem, wie hoch der Reifegrad der Idee vorab ist, werden in der Mode-2 Garage innerhalb einer Woche die Projekte konkretisiert. «Das Ziel kann sein, nach einer Woche zu einem Entscheid für die Weiterarbeit an einer Idee zu gelangen oder bereits einen Prototypen zu entwickeln, wie dies etwa bei Coop der Fall war», sagt Daniel Kölsch. Denn nicht immer steht die Entwicklung eines konkreten Produkts oder eines Minimal Viable Product (MVP) im Vordergrund. Oft ist das Resultat auch nur eine Visualisierung oder ein Mockup, der zeigt, wie eine Lösung dereinst aussehen könnte. Daniel Kölsch erklärt die Vorteile eines solchen Mockups: «Ein in zwei Tagen erstelltes Hifi-Mockup sieht aus wie eine funktionierende Software und zeigt anschaulich, was ein produktives System leisten könnte. Die Entwicklung einer entsprechenden Software benötigt hingegen ganze zwei Monate.» Auf diese Weise könnten Lösungsansätze schnell greifbar gemacht und Entscheide vorangetrieben werden, ohne dass viel Zeit und Ressourcen eingesetzt werden müssen, erklärt Kölsch. 

Agil und iterativ zu kreativen Lösungen

Eine technische Umsetzung muss nicht zwingend das Ergebnis des Workshops sein. «Oft gibt es Nebeneffekte, die ebenso wertvoll wie die entwickelte Idee sind», sagt Uli Eisert. Er nennt dazu etwa die Verbesserung der Kundenbeziehungen, was auch für andere Projekte hilfreich sein kann, oder die Entwicklung einer neuen Arbeitsmethode: «Manche Teams schätzen die agile Vorgehensweise im Workshop so sehr, dass sie diese auch in ihrem Arbeitsalltag einführen.» Die agile, iterative Methode helfe bei Problemen, die sich vorab im Business über längere Zeit dahingeschleppt haben, erklärt Eisert weiter. Im Workshop können wir die Innovation beschleunigen. Oft hilft es, nicht die technischen Fragen in den Vordergrund zu stellen, sondern ein Verständnis für den Benutzer zu entwickeln. Wir konzentrieren uns auf die Customer Journey, also die User Story, die mit dem gesuchten Produkt erzählt werden soll.» 
Corona-bedingt steht die Mode-2 Garage in Dübendorf derzeit still – doch die Innovation zusammen mit SAP geht weiter: Dazu wurden in den letzten Monaten ganz neue Formate etabliert – sowohl virtuell als auch beim Kunden vor Ort. Und im nächsten Frühjahr, wenn SAP den neuen Standort im THE CIRCLE am Flughafen bezogen hat, wird das Unternehmen die Kunden mit einem völlig neuen Innovationskonzept überraschen.

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