20.11.2017, 14:33 Uhr

E-Government-Angebot soll ausgebaut werden

Die nationale E-Governmentstudie liegt vor. Demnach wollen alle E-Government. Es gibt aber noch Hindernisse.
Das E-Government-Angebot soll in der Schweiz ausgebaut werden. Behindert werden Online-Angebote aber oft durch mangelnde finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen, wie das Informatiksteuerungsorgan des Bundes gestützt auf eine Studie mitteilte. Bei der Bevölkerung, den Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern aller drei Staatsebenen besteht das Bedürfnis nach einem Ausbau des bestehenden E-Government-Angebots, wie aus der am Montag veröffentlichten ersten Nationalen E-Government-Studie hervorgeht. Die Bevölkerung nehme Behördendienstleistungen eher selten aktiv in Anspruch. Die wichtigsten Argumente für die Nutzung des elektronischen Wegs seien die Zeitersparnis und eine grössere zeitliche Flexibilität. Die Hälfte der Bevölkerung benutze eine bis zwei Dienstleistungen jährlich, ein Fünftel nutze gar keine Dienstleistungen. Wenn Dienstleistungen in Anspruch genommen würden, geschehe dies in etwa 30 Prozent der Fälle ausschliesslich auf dem digitalen Weg. Etwa gleich viele Personen nutzten zumindest die Hälfte der Dienstleistungen online. Die weitaus am häufigsten online abgewickelte Tätigkeit sei das Ausfüllen der Steuererklärung. Die Fristverlängerung für die Einreichung der Steuererklärung werde ebenfalls häufig digital vorgenommen. Informationen zu Landkarten oder statistischen Daten würden gesucht, E-Rechnungen von Behörden empfangen und E-Payment durchgeführt. Nächste Seite: Wunsch nach E-Voting und Fundbüro

Wunsch nach E-Voting und Fundbüro

Die Befragten möchten viele Dienstleistungen, die sie bis jetzt nicht online erledigen konnten, über den elektronischen Weg nutzen. Dieses Interesse bestehe insbesondere beim E-Voting, aber auch bei der Meldung und Suche verlorener Gegenstände, der Bestellung von Kontrollschildern und der Bestellung eines Führerausweisersatzes. Bei der Nutzung von Online-Dienstleistungen sähen 20 Prozent der Befragten Hindernisse. Die grössten seien demnach das fehlende Vertrauen in den Datenschutz und die Datensicherheit, gefolgt von der Schwierigkeit, die richtigen Angebote der Behörden zu finden. Unternehmen würden häufiger aktiv Behördendienstleistungen in Anspruch nehmen als die Bevölkerung, heisst es weiter. Fast die Hälfte tue dies mindestens drei Mal im Jahr. Ein Grossteil der Unternehmen wickle dabei mindestens die Hälfte der Dienstleistungen digital ab. Am häufigsten hätten die befragten Unternehmen online an statistischen Umfragen von Behörden teilgenommen. Knapp die Hälfte der Unternehmen habe die Steuererklärung online ausgefüllt und eingereicht oder online eine Fristverlängerung der Steuererklärung beantragt. Mehr als ein Drittel der Unternehmen habe Adressänderungen gemeldet, das Unternehmen bei der Sozialversicherung online angemeldet oder die Sozialversicherung elektronisch abgerechnet.

Mutationen im Handelsregister gefragt

Am stärksten ausgeprägt sei bei den Unternehmen der Wunsch für Online-Angebote bei der Meldung von Mutationen ans Handelsregister sowie beim Bestellen von Betreibungsauskünften und dem Stellen von Betreibungsbegehren. Nur acht Prozent der befragten Unternehmen sähen bei der Nutzung von Online-Angeboten Hindernisse. Das Haupthindernis bestehe in der Schwierigkeit, die richtigen Angebote der Behörden zu finden. Bei den Behörden sind die Online-Angebote je nach Verwaltungsebene unterschiedlich. Die Kantons- und Gemeindebehörden würden vor allem durch die Bedürfnisse der Nutzenden und die Möglichkeit einer Verbesserung der Dienstleistungsqualität zur Lancierung von Online-Angeboten motiviert. Bei den Bundesbehörden stehe eher die Prozessoptimierung im Vordergrund. Die nationale E-Government-Studie beruht auf über 5000 Interviews, welche das Meinungsforschungsinstitut Demoscope in der Bevölkerung, bei Unternehmen und Behördenvertretern von Bund, Kanonen und Gemeinden im vergangenen Sommer durchgeführt hat. Die Befragung soll alle anderthalb Jahre wiederholt werden.


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