Serie: Optimismus trotz Corona 28.08.2020, 13:16 Uhr

Philipp Kronenberg von bbv Software Services über Optimismus in Corona-Zeiten

Die Corona-Krise verunsichert Gesellschaft wie Wirtschaft. Philipp Kronenberg, CEO von bbv Software Services, erklärt, wie er Mitarbeitenden und Kunden Zuversicht in unsicheren Zeiten vermittelt und wie er dabei selbst optimistisch bleibt.
Philipp Kronenberg, CEO, bbv Software Services
(Quelle: bbv Software Services)
Computerworld: Wie behalten Sie Ihren Kampfgeist in Krisenzeiten?
Philipp Kronenberg: Resignation oder Rückzug entspricht nicht meinem Naturell. Ich habe als junger Mann auf langen Veloreisen in Afrika und Lateinamerika viel Leid, Armut und Aussichtslosigkeit gesehen. Aus dieser Perspektive sprechen wir für mich in der Schweiz zu rasch und zu oft von Krisen, vergessen aber, dass wir als Land mit unseren exzellenten Sozial- und Gesundheitssystemen, viel Innovationskraft und schlussendlich auch einem starken Finanzsystem sehr gute Bedingungen haben. Wenn wir aktuell gefordert sind, uns ausserhalb der Komfortzone zu bewegen, kann das das auch etwas Inspirierendes haben. Herausforderungen wie die aktuelle Pandemie helfen, festgefahrene Strukturen aufzulösen und beschleunigen Veränderungen. Es ergeben sich aus oder in solchen anspruchsvollen Situationen immer auch Chancen.
CW: Wie vermitteln Sie Ihrem Team Zuversicht?
Kronenberg: Meine Kollegen und ich erkennen viele Marktchancen für uns als Branche, als Firma wie auch für jeden einzelnen unserer Mitarbeitenden. Die Digitalisierung und die strukturelle Beschäftigungsverschiebung hin zu IT-basierten Berufen wird durch die aktuelle Situation beschleunigt. Durch diese Sicht hoffen wir einen Beitrag zur individuellen Zuversicht zu vermitteln. Nicht zuletzt zählt als Führungsperson die eigene innerer Ruhe.
“Meine Kollegen und ich erkennen viele Marktchancen für uns als Branche, als Firma wie auch für jeden einzelnen Mitarbeitenden. Dadurch hoffen wir, zur individuellen Zuversicht beitragen zu können„
Philipp Kronenberg, CEO, bbv Software Services
CW: Wie stärken Sie in Krisenzeiten den Draht zum Kunden?
Kronenberg: Beziehungen werden in der aktuellen Situation gefestigt, Dialoge und die gemeinsame Lösungssuche intensiviert. Auch dies ein positiver Effekt der aktuellen «Krise». Eine Herausforderung ist die Neukundengewinnung, da die bisherigen Akquisitionskanäle und -Methoden von einem Tag auf den anderen wegefallen sind und wir uns neu erfinden mussten.
CW: Wie kann die Schweizer ICT-Wirtschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen?
Kronenberg: Die Resilienz bedingt, dass man vorausdenkt, antizipiert, Optionen entwickelt und Visionen hinterfragt. Gerade wir als Dienstleister und ICT-Spezialisten haben die Möglichkeit - sogar die Pflicht - unseren Kunden zu helfen, ihre Resilienz nachhaltig zu stärken.
CW: Wo wird die Schweizer ICT-Branche in einem Jahr stehen?
Kronenberg: Die aktuelle «Krise» wird vermutlich auch in gewissen ICT-Sektoren zu einer kurzfristigen Umsatzstagnation oder sogar zu Abbau von Mitarbeitenden führen in Korrelation zur allgemeinen Wirtschaftssituation. Ich gehe aber davon aus, dass gerade die ICT-Branche die aktuelle Situation gut übersteht, da sie im Vergleich zu anderen Industrien viel flexibler organisiert ist.


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